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Ben Chananja · 1862-05-30 · 22 (30.5.1862) · p. Seite 194

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
22 (30.5.1862)
Date
1862-05-30
Page
Seite 194 (sequence 8)
Language
German
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194 ״geirrt, als ich einem jeden christlichen Schrisrsteller so viel Aufrich« ,tigkeit zutraute, als er von andern fordert. Zn Wahrheit! Mit wel- ״cher Stirn kann ein Mensch, der noch ein Gefühl der Redlichkeit in ״sich hat, einer ganzen Nation die Wahrscheinlichkeit absprechen, einen ״ehrlichen Man» aiifweisen zu können? Einer Nation, aus welcher ״alle Propheten und die größten Könige erstanden? Ist sein grausamer ״Richtersprnch gegründet? Welche Schande für das menschliche Ge- ״schlecht! Ungcgründct? welche Schande für ihn!" wahrlich, das müßte selbst einen Sebastian Brunner et Cvnsorten die glühende Röthe der Scham in'S Angesicht treiben; man köre nun weiter: ״Diese grausame ״Seelenverdammung ist ans der Feder eines Theologen geflossen. Diese ״Leute denken der christlichen Religion einen großen Vorschub zu thun. ״wenn sie alle Menschen, die keine Christen sind, für Meuchelmörder ״und Straßenränber erklären. r’) Wir sehen demnach, daß Mes durchaus nicht ״versäumt" hatte, für das Jndenthnm eine Lanze zu brechen. (Fortsetzung folgt.) ^umerkuugeu. ') Geschichte der Philosophie, 3. Band, S. 28, 117. Ibidem: ״Die Morgenstunde» sind bloö trockene Wölfische Philosophie." a) Müchler erzählt (Kl. Phil. Schriften, 1. Band, S. 37) daß man in einer Gesellschaft vorschlug, daß Zeder der Anwesenden —worunter auch M. — seine Fehler besinge, da schrieb M.: ״Groß nennt ihr den Demosthen, Den stotternden Redner von Athen, Den hvckrigen Aesop haltet Ihr für weise Triumph! Zch werde in Eurem Kreise Doppelt groß und weise sein, Denn ihr habt bei mir im Verein, Was man bei Aesop und Demosthen Hat getrennt gehört und gesehen!" ') Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe 1. Band, S. 225. ף Mendelösohn's Werke, 3. Band S. 476. der Leipziger Ausgäbe. _ Neuestes. W. Wien, 27. Mai. Vorgestern starb Dr. Theodor Mannheimer, der älteste Sohn unseres verehrten Predigers in Folge eines Lungenübelö, für das er fruchtlos in Meran, Nizza und Mentone Heilung gesucht hatte, auf der Heimreise begriffen, im Alter von 34 Zähren in Venedig. Er war ein hochbegabter junger Mann, tüchtig in seiner Beruföwiffenschasl als Zurist, hervorragend als Zournalist, in welcher Eigenschaft er vor einigen Zähren im ״Wanderer" die Wochenschau und in manchen andern Blättern kritische, sachwiffenschaftliche und seuillctonistische Artikel geleistet hatte. Er war, bevor seine Krankheit einen zerstörenden Charakter angenominen hatte, ein leidenschastlicher Tourist-, von seinen Fahrten im Norden und Süden und über seine Bergerpeditionen liegen viele interessante Arbeiten in verschiedeneu Blättern zerstreut, die jedenfalls die Mühe des Sammelns lohnen würden. Er war, nnd das ehrt sein Andenken zumeist, ein durchwegs Szegedin, Selbstverlag der ttedaktiou. unbescholtener Charakter, konsequent in der literarischen und Kunstrichtung die er verfolgte, ehrlich und treu in seiner politischen Gesinnung. Seine Freunde trauern über diesen Verlust mit Recht, der auch für weitere Kreise beklagenswert sein müßte, wäre die Kraft des nnermüdlich Ringenden im Zenith der geistigen EntwicklnngSrcisc nicht durch ein physisches Leiden gelähmt worden. IZch rufe dem Verblichenen, der mein geliebter Schüler war, nach: ,תכצ~ך־! Zn das Herz des vielgepfrüstcn Vaters möge der heilige Zsrael'ö den Trost senken, den Mannheimers beredete Lippen so vielen Trauernden gespendet haben. L.) Bemerkungen. Hrn D. in L- Die Rez. d. Sprchw. erscheint vollst. in d. nachsten Nummer. Hrn H. in K.: 2 fl. ö. W. Berichte sollen mir sehr willkommen sein. Hrn Rabb. L. Zn d. n. N. Hrn Prof. St. die Besprechung Nro 25. das klebrige nächstens. Berichtigungen. S. 146 , Zeile 17. d. lat. Urkunde muß obtiugeuv statt obtigere; Z. 31. Facturae st. Factuirac; Z. 32. aubjecti stsubject; und Z. 36. exequentur st. exequeutia gelesen werden. Inserat. Sv eben ist in Eommissivu bei InliuS Wildt, Buchhändler in Krakau erschienen nnd durch alle Buchhandlungen des Zu- und Auslandes zu beziehen: צפנת פענח Darstellung und kritische Beleuchtung der jüd. Geheintlehre. Von J sau o M issos. 1. Heft. Preis 1. fl. öfter. Währ. DaS Werk füllt eine bedeutende, aligcmeingesühtte Lücke in der Wissenschaft des Zndenlhnms ans. Die Eabbala, die auf Leben und Cultus des Zuden einen so eingreifenden Einfluß ausüble war dennoch bis jetzt von einem dichten, undurchdringlichen Schleier umhüllt. Die Leistungen der Neuzeit in diesem Gebiete trugcit nur wenig dazu bei diesen Schleier zu lüften. Dem gelehrten Verfasser obiger Schrift ist es gelungen durch Benützung authentischer Quellen unter anderem eines bis jetzt ganz unbekannten Manuskriptes aus der Feder des berühmten Rabbi Zonathau Eibenschütz, wo dieser seine Ansichten über die Cabbala niedcrlegt, diese Lehre nicht nur vernunftgemäß nnd Wissenschaftlich zum Systeme zu erheben, sondern auch so populär in deutscher Sprache darznstellen, daß sie jedem Gebildeten ohne sonstige Borkenntniffe verständlich werde. Die angeführten Quellen bieten zugleich eine ulteressante Ausbeute für Cultilrhistoriker und manche räthselhafte Ärscheinung im vorige» nnd 17. Zahrhundert findet hier Aufschluß und Erklärung. Leipzig, Loinmisstons-Verlag von Frmy Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.

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