Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 20 (16.5.1862)
- Date
- 1862-05-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20. Szegedin, den 16. Mai en ÄlrnnaM. 4)craus1]c(ier «H sj 4ünfttr ZickUmiI. 1Jlctmftlcnt: L. Löw» JJIierrttliBiner ju Sjenebin. 1862. Jeden Frcitciq erscheint ein ganzer Bv^en. Prliiinmrrnliuiisprcis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., vicrcljährig ~ fl. öflcrr. Währ. > Man abounirt bei allen Postämtern und Buch- . Handlungen des In- und Anslaiidcs. Nlaniisliripte! sinv an die Redatlion zu senden. Znscratc sind an die Redaktion in Szegedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzcile wird mit IO Rkr. — '1 Sgr. berechnet. Inhalt. Die Frage über die Schöpfung aus Nichts in d. arab.-jüd. Schulen; v. Dr. A. Schmicdl, Rabb. zu Proßnitz. —?>,!,׳ tZ'idesfrage; v. R. LangSfclder in WaraSvin. — Die Lebrcrkonferenz zn Pest. V. L. M. Bauer. — Historische diotizen; v. Dr. G. Woli. — Hlvrrefpondenz. Pest, Kaiserbad, Raab. — Literärische Anzeigen. — Neuestes. Gr.-Kanischa. — Bemerkungen. Die .frage Wer Sie Srijöjifimj aus Kichk in ״.....״״ .Sfijuren. Eine religionsfilosofische Studie. Bon Dr. A. Schmied l, »Rabbiner^;« Proßnitz. (Fortsetzung.) Wir kommen mm zu dem merkwürdigen Manne, von dem der neueste Geschichtsschreiber der Juden sagt, er verdiene in den Jahrbüchern der Menschheit ein eigenes Blatt mit einem Goldrande - - und der dem Manne mit zwei Kopfen in der griechischen Mythe glich: den einen Kops den Zaubergarten der Dichtung, den andern den Sonnenhöhen erhabner Forschung zugewandt. Wir kommen zu Abul- Hassan Je hu da Halevi. Sein in Dialogform an eine geschichtliche Thatsache anknüpfendeS Buch Kusari will nicht mit Hilfe der Filosofie die Wahrheit der Schöpfung zu bestätigen suchen. Die Filosofie hat immer gerade daS Gegentheil zu erweisen sich abgemüht. ״Einer der Grundgedanken der Filosofen war es von jeher, die Nichterschaffenheit der Welt anzunehmen, nicht zuzugeben, daß die Welt einst nicht da gewesen sei — sondern zu behaupten sie habe nie angefangen und werde nie aufhören zu eristiren. Ja, wenn sie (die Filosofen) Gott den Schöpfer nennen, so sei dies nicht im eigentlichen Sinne zu uehmen. ״Schöpfer" bedeute ihnen nur soviel als ״Ursache," ״Nrgrund" —wie die Ursache, so müsse auch die Wirkung eine ewige, das ist, eine anfangsu. endlose sein."')—Indeß ist solcher Ansichten wegen den Filosofen keine Schuld zuzu-! messen, da sie alle ihre Erkenntniß nur aus sich selber, ohne! Hilfe höherer Offenbarung geschöpft. ״Der Filosof müsse,! wie Sokrates, zu jedem Bekenner der Offenbarung spre-! chen: Diese eure göttliche Weisheit leugne ich nicht, aber j ich kenne sie nicht — ich verstehe mich nur auf menschliche! Weisheit."'--)! Jndeß was Knsari nicht ans dem Wege der Filosofie! versucht, das unteruimmt er auf dem Wege der Geschichte und der Thatsache 11. Die Wahrheit der mosaischen Er- Zahlung, nach welcher die Welt zu einer bestimmten Zeit erschaffen und das ganze Menschengeschlecht nur von Einem Menschenvater entstanden sei, hofft er, durch historische Ar- - gumente zu bestätigen.! Die sogenannte platonische Lehre von der Ewigkeit > der Urmaterie findet Kusari gar keiner Widerlegung nöthig.! Ihm schien der Widerspruch wahrscheinlich gar zu offenbar,! der darin liegt, eine Entstehung in der Zeit anzunehmen! und dennoch den Träger, das Substrat für diese Entstehung! ewig zu setzen. — Andererseits sieht Kusari in der plato-! nischen Lehre durchaus keine Gefahr, weder für den Glanben an die mosaische Schöpfungsgeschichte, noch für den Glauben an die Wunder der Bibel. Hat doch selbst einer der altern Rabbinen sich zu der Ansicht bekannt, dasi es vor dieser Welt schon andere Welten gegeben.׳')-- Es gilr also nur die sogenannte aristotelische Weltewigkeit zu wi- Verlegen. Diesem Geschäfte »»rerziehr sich Kusari Abschnitt I. 8- 43 bis 66.! Die von Moses ausgestellte, mit der Schöpfungsge-! schichte anfaugende Völker- und Zeittafel, in welcher der! Stammbaum aller Völker der Erde nebst ihren respeeliven