Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 18 (2.5.1862)
- Date
- 1862-05-02
- Page
- Seite 162 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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162 er zwar vor dem Abschiede, erklärte ihnen aber ausdrücklich, daß sie auf Sieg nicht rechnen können. solange sie in ihrer eigenen Gemeinde nicht vollständig die Orthodoxie rehabilitircn; den Horror vor dem Rasirmesscr und יינם CHD soll er ihnen mit besonderem Nachdrucke cmvfoblen haben. In der That sollen nicht nur, wie in Altofen, Wein- Inspektoren, sonder» auch Bartinspektorcn ernannt werden. Ich werde hoffentlich Gelegenheit haben, hierüber Näheres zu erfahren. Erklärung des Pfarrers der ev. Gemeinde in Szegedin.*) Szegedin, 28-ten April 1802. Sehr verehrter Herr Glicrrnhldncr I In der IO. Nummer der diesjährigen ״Allg. Zeitung des Indentlmms״ las ich zu meiner nicht geringen Ucbcrraschung einen ans Naab tatirten, iliciiic Gemeinde frech verläumdeiidcii skandalöse» Artikel. in welchem ein gewisser Deutsch niederträchtig genug ist. ohne allen Grund zu behaupten ״Die cvang. Gemeinde vergelte die Anspruchslosigkeit der dortigen Inden mii der Berdächliaung. daß das Judenthnm verfolglingSsüchtig sei." Aber wo und wann zeigte meine Gemeinde davon nur eine Spur? Wir erinnern »ns im Gegenthcil mit Dank der Wohllhätigkeit. die manche unserer jüdischen Mitbürger gegen uns gezeigt haben und wir haben die Absicht, kommende Woche den Ausweis^ der für unser Unterstützilttgsinstitnt gemachten Schenkungen der Presse zu übergeben, und den Spendern, unter denen sich auch - zu ihrem Lobe sei cs gesagt — Inden befinden, unfern Dank auözudrücken. Der Schreiber des frechen Artikels bringt, wie es scheint, Ihre gegen den Redakteur des ״Sze״-edi Iliiadd“ an ge führte Polemik mit dieser Frage in Verbindung. Nun ist es zwar allerdings wahr, daß ich Mitarbeiter des genannten Blattes bin, allein ich kann deßhalb nicht für alle in t. Blatte erschienenen Artikel die Solidarität übernehmen, ja ich weise dieselbe enlschiedcn ziirück. Und hiermit erkläre ich frierlich, das; ich im fraglichen Streite nicht den geringsten Theil genommen ll. nie einen Bnchslabcn darüber geschrieben habe. Doch vorausgesetzt, daß ich dies geihau hatte, wie ich es nicht gcthan habe, wie könnte man bei gesundem Beistände die Berdächtigiing der ganzen Gemeinde daraus folgern? Dies kann nur ein solcher Mensch thuri, wie der unterzeichnete Deutsch ist. Indem ich mich nach all dem ans Ihre Lopalität berufe, bitte ich Sie die Güte haben zn wollen, in Ihrem Blatte zu erklären, das; der die Szegedincr Inden mit* die ev. Geincindc betreffende Artikel in d. Allg. Z. d. I. nichts als plumpe Lügen clithaltc. Ich kann nicht glauben daß Sie mir dies abschlagen könnten, da ich Sie nicht mir niemals beleidigt, vielmehr stets verehrt habe. Ich bin mit Hochachtung Ihr aufrichtiger Verehrer Ludwig 8z ebertinyi. Antwort des Red. d. ״B. CH." Lehr verehrter Herr Pfarrer! Wiewohl der Korrespoiidcnzartikel, der mit Recht Ihre Jndig- Nation erregte, von cuicm mir gänzlich unbekannten Individuum herrührt, und in einem gegen mich feindseligen Blatte abgedruckt ist, entspreche ich dennoch in Rücksicht auf Ihre ehrenwcrthc Person und Ihre ehrenwerthe Gemeinde mit Bcrgnügen Ihrem Wunsche, indem ich hiermit erkläre, daß der von Ihnen angeführte Art. in der ״Magdeb.J. Zeitung" entweder eine alberne oder eine böswillige Erfindung enthalte, und daß diesem Artikel keine wie immer Namen habende Thatsache zu Grunde liege. Indem ich dies thuc, erinnere ich Sie daran, daß d. Red. d. 8״zvgmli Iliiadd,“ dessen Mitarbeiter sie sind, meine Replik auf die in seinem Blatte, ja von ihm selbst gegen mich gerichteten Invcklive nur als Beilage ansnehmen wollte!! Dieser Redakteur ging in seiner fanatischen Wnth so weit, zu erklären. er be- *) Worttrcn aus dem Ungarischen. Red. *Lzegedin, Zcllijkverlag der Uednktlon. danre, in der Indenfrage Optimist gewesen zu sein: ein zweiter Haman, der sich nicht an dem stolzen Mardochal allein, sondern an allen Juden rächen will. Seitdem hat er nun Erbektorationen über die Judcil gebracht, die, wie ich wohl sagen darf, jeden gebildeten, freisinnigeu Ungarn anfs tiefste empören müsse». Ich bitte Sie Nr. 33 und 34 d. ״Szeg Hir." genau zu lesen, und selbst z» urthcilcn. Solche Änßcrungcn bringt das Lokalblatt einer Stadt, welche schon vor 20 Jahren für die Emanzipation der Inden gestimmt hat! Ohne Zweifel gehören aber diese Äußerungen zu den,enigcn Parthiccn d. ״Sz. H.," für welche Sic keine Solidarität übernehuien, und deren Tendenz Sie als eine äußerst verwerfliche cntichicdcu znrückweisen. Ich bin mit Hochachtllttg Ihr aufrichtiger Verehrer Löw. Bemerkung: Die Schlußworte der ״Pariser Mittheilungen״ in d. v. N. müsscn indo ir.'i lauten. Inserate, Nosenfold's Lehr- und Erziehungs-Institut in Paris, R11(־ Turuot N 111 0־. In der genannten Anstalt haben die Borträge des SommerSemesterS am 23. April begonnen. Für jüdische Schule»! Bei G. D. Bädeker in Essen erschienen so eben und können durch alle Bnchhandlnngcn bezogen werden: in Szegedin durch Sigm. Burger. Haesters Fibel oder der 5djmü־Cefc3־hlc1Tidj( für die 3l!1(erftfaflc11 her Wlisfdjufe. Für israelitische Schulen bearbeitet von Emannel Hecht. öffentl. ReligionS- und Elementarlehrer im. Fürstenth. Birkenfeld. DM- 2. verbesserte u. vermehrte Auflage. Preis uiigebiiiiden 5'/^ Sgr. Haesters Lehr- und Lesebuch sinnliche und sittliche Anschauungsunterricht Mittelklassen der Volksschule. Für israelitische Schulen bearbeitet Gmsnuel Heckt. DM- Zweite verbesserte Auflage. Preis ungebunden 7 '/2 Sgr. Leipzig, Üoiiimisslons-Vcrlag von Frau; Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.