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Ben Chananja · 1862-04-11 · 15 (11.4.1862) · p. Seite 132

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
15 (11.4.1862)
Date
1862-04-11
Page
Seite 132 (sequence 8)
Language
German
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132 Ehre, als der verachtende theilnahmlose JndifferentiSmuS, worin sich unsere gebildete Klasse hüllt. Der Aufruf zählt die Vortheile her, womit der gebildete Vorstand die Lembergcr Gcnieindc bis nun überschüttet hat: Außer Haupt- und Trivialschulen: 1 Waisenhaus wo jährlich 12 bis 15 arme elternlose Kinder Speise und Trank, Kleidung und Wohnung erhalten, 4 bis 5 Jahre Unterricht genießen und vann auf Kosten der Gemeinde bei Handwerkern untcrgebracht werden. 1 Kleinkinder-Bcwahranstalt wo sich den Tag über eine große Zahl armer Kinder von 3 bis 6 Jahren aufhalten, beten und anderes lernen, Kinder solcher Eltern, die durch den Tag außer Hause nach Brot suchen gehen; 1 Befpeisungsanstalt, wo täglich 50 armen Kindern der Hunger vergessen gemacht wird. Ferner hat man den Bemühungen der gebildeten Vorsteher zu verdanken: Die Aufhebung der Licht- und Fleischpacht, der krciöämttichen Hcirathsbewilligungen. des Verbotes, christliche Dienstboten zu halten, dann die Abschreibung von 24,000 fl. Strassen-Concurrenz- Beitrages, womir die Lemberger Judengemeinde belastet war oc. Der Ausruf fürchtet herzklopsend, die Schulen würden unter ungebildeten Vorstehern zu ChederS, die Kleinkinder-Bewahranstaltcn zu Talmnd-Thora'S und alles eingeführte Gute vernichtet werden. Er flehet daher die Gebildeten mögen eine Phalanr bilden, um den Sieg über die Unwissenheit erkämpfen zu können und empfiehlt die schönsten Namen, wie Hr. Markus Dubs, Dr. Moritz Rappaport. Dc. HöuigSman, Hr. M. Nachmiel Mises oc. Möge dieser Eifer für das allgemeine Wohl nicht erkalten und mit dem besten Erfolge gekrönt werden, den übrigen Gemeinden GalizienS zum nachahmuugSwerthen Beispiele, daß mau Alles erreichen kann, wenn man die Hände nicht i» den Schoß legt »nd müßig, eine versteinerte Mumie, da sitzen bleibt, wo so viel Zündstoff aufgchäiift ist und man nur die Lippen zu öffnen braucht, um durch den leisesten Anhauch den Funken zur hellsten Flamme geistigen Strcbens und LebenS anzufachen. S. D c m a n t. Replik. Die von mir niitgctheilte sehr wichtige הערה des S. Bloch die Herr I. Stern zu übersetzen die Güte hatte (s. ״B. CH." d. I. S. 75) suchte der Letztere durch seine Anmerkungen 1), 2), 5) und 6) zu entkräften. Da solche aber meines Erachtens von keinem großen Belange find, so will ich deren Widerlegung hiemit kur; andeuten. Ad 1) hat Maimonides nichts in seinen Jad als Halacha aufgenommen, was nicht der Talmud als solche aufgestellt. Nun ist dieser Grundsatz: daß der Messias nur rin Abkömmling Salomos sein muß, keine Halacha im Talmud, sondern bloß die Conseqnenz einer historischeu Thatsache, die sich auf דברי קבלה gründet; daher verfuhr MaimonideS dabei gleich dem Talmud, stellte als Halacha nur auf. daß JoaS Sohn des Königs Achassahu war und nur wegen der Anmaffungen sei« ner Großmutter der »nberechtigten Prätendentin Ataljahu gesalbt wurde, ebenso wie Salomo wegen der Prätension Adonijahus (s. hil. Malachim I. 7 und 12 und Kclei hammik. I. 11). Hingegen in den belehreuden VolkSschristen drang Mail», aus die Abkunst des Messias von Salomo, um der apvkrifischen Sage über die Abstammung des PseudomesstaS entgegen zu treten. Ad 2) berührt diese nicht das Thema des S. Bloch, allenfals aber müßte man wegen der Relation deS Messias חזקיהו p מנחם wo die Gattin des חסציבה חזקיהו hieß, die Stelle im Sohar wo diese אתתא דנתן בר דוד genannt wird, in אתתא דחזקיה מלכא דנסק מורעא דנתו בר דוד fotrigirm. Ad 5) Um jeder gezwungenen Ausgleichung vorzubeugen, daß der Messias wohl, wie Maim. gestützt auf Bibel und Talmud annimml, von Salomo'S, aber etwa mütterlicherseits von Nathans Linie abstamme, suchte S. Bloch zu beweisen, daß der Sohar ausdrücklich erklärt, daß von sämmtliche» Nachkommen David'S, worunter die weiblichen ebenso wie die männlichen begriffen find, nichts übrig blieb als der einzige JoaS. Wenn nun der Messias ein Abkömmling Nathan ben Davids sein wird, wie der Sohar andrerseits behauptet, so muß folgerichtig auch JoaS von Nathans keineswegs aber von Salomos Linie abstammen. Ad 6) kann man dort keine Vergeßlichkeit dem Sohar zuschreiben, wo er נתןבר דוד als den Stammvater des Messias nennt, welcheS im Talmud und Midraschim nicht vorkömmt, und die צעירה der Töchter Lot'S ganz in den Hintergrund treten läßt; was Herr I. Stern sagt ״hätte er auf נעמה העמונית Rücksicht genommen, so hätte er von dieser Urgroßmutter Assa'S und JehosafatS nicht sagen können "דלא נסק מינה חולקא לקבה" ist gar nicht stichhaltig, denn der Sohar sagt dieses nicht absolut, sondern relativ בהאי אהרא also in Bezug auf deu בבירה, die Urgroßmutter Ruth'S, deren Vorzug vor der צעירה darin bestand daß sie דוד ושומרה וש^תר מ^כין (כמן חזקיהו יאשיהו וכח ומל־*כא משיהא z» ihren Enkeln zählt während נעמה• nur אסא ויהושסט aufzuweisen hat. Uebrigens finde ich auch diese Ansicht in סתרי תורה bestätigt, wo der Sohar (I. 110 b.) eine Relation zwischen David und Ammon sucht, und solche als sinvet in dem Vers ויקה את עטרת מלבוס וגר ותהי על ראש דוד, während die zwischen David und Moab ganz באתגליא in dessen Abstammung von רות המואבית klar vor Augen liegt, dabei aber zitirt er noch den bei JoaS erwähnten Vers ויתן עליו את הנזר ואת העדות deutet ihn auch wie der Talmud (Aboda 21. b.) auf dieser Krone, um auch bei JoaS ans diese Weise diese Relation mit Ammon als באתגליא zu finden, während nach Bibel und Talmud alle Davidisch salomonischen Abkömmlinge von Rchobaam abwärts, JoaS nicht ausgenommen, von נעמה העמונית ganz באתנליא abstammen. Kurz: mit den milden אין משיבין על הררוש kann ich mich wenig beruhigen, da dieser Ausspruch nur einen דרוש schützt, der momentan als eine rhetorische oder poetische Ausschmückung gebraucht ward, keineswegs aber eine nakte historische Thalsache, die sonst keine Bedeutung hatte. Wohl aber gestehe ich daß S. Bloch zu weit ging, besonders in seiner Anmerkung 4) wo er dem Sohar zu viel zur Last legte. Vielmehr scheint mir, daß die Verfasser des Sohar hier gerade in ihrer tcndentiöscn übrigens wohlmeinenden Absicht dem Maim. entgegen zu treten vermeinten, da solche auf alle mögliche Weise seinen Behauptungen zu widersprechen trachteten, um seine Autorität zu schwäche» (vgl. Havalit v. S. Sachs zu Cod. 04. A. Jellinek N. M. d. Leon u. s. w. S. 21. I. Stern ״B. CH." I. S. 449, §. 22) und ihnen ja viele apokrifische Bücher wie ססרא רחמך und dgl. zu Gebote standen. Ebenso mag denselben das סר העתים□ Vorgelegen haben, sie besaßen aber nicht krilischeu Geist genug, um zu erkennen, daß diese apokrifische Genealogie der Bibel u. dem Talmud zuwider laufe und hierin gebührt dem Maim. unstreitig das Verdienst, das Nichtige erkannt zu haben. H. M. P i tt e l e S. Szegedin, Leipzig, Zklbflvrrlng der Hcöaktiun. Loniliiisslons-Vttliig von Frnnr Wag »er. > r a e 1׳ in Szegedin. Druck von Sigmund B n

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