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Ben Chananja · 1862-04-11 · 15 (11.4.1862) · page 1

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
15 (11.4.1862)
Date
1862-04-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 15. 1862. Szegedin, den 11. Äprit en CImmmjn. WscheNbiRt^Mr Mdische TheKisHie. Uiinßtcr I»l>M»I. HerMSgelier miö Mn&leut: L. Löw, Ü6etra66mer jii Sjegebin. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Pränninkrationspreis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., viereljährig 2 fl. österr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Manuskripte find an die Redaktion zu senden. Inserate sind an die Redaktion in Szcgedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzcile wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Die Haftara. Bon Rabb. Dr. M. Duschak. — Das ״sumuw Ins summa injuria“ in der thalmudischen Literatur. Bon Rabb. M. Fein. — Kulturgeschichtliche Aforismen. Von L. Duke». — Versuch einer umständlichen Analyse des Sohar. Aon I. Stern in tt.-Ll.-Vrisürdol^. — Korrespondenz. Ausland. London. Pest. Tarnopak. — Replik. Die Astara. Von Rabb. Dr. M. Duschak. Nicht bloß aus dem Gesetze, auch aus den Propheten wurden an Sabbaten und Festtagen Abschnitte vorgelesen. Diesem Gebrauch liegt eine geschichtliche Veranlassung zu Grunde. R. Elia Levita sagt in seinem Tischbi 8. v. סטר, AntiochuS EpiphaneS habe verboten gehabt, in der Tora zu lesen, deshalb habe man allsabbatlich ein, der hierdurch ausgefallenen Vorlesung inhaltverwandtes Stück aus den Propheten vorgetragen, und diese Sitte habe sich erhalten. Dagegen wendet Vitringa ein, daß während der Verfolgung gar keine Vorlesung habe stattfinden können, die Feinde hätten keinen Unterschied gemacht zwischen den Büchern der Thora und den Propheten und hätten also die Leser der Propheten ebenfalls verfolgt. Dem ist aber nicht so, denn die Eremplare der Torarollen hatten ihre bestimmte sorgfältigere Form, welche sie von den Prophetenbüchern merklich und kenntlich unterschied und kennzeichnete. Der Zweck der Verfolger war ja eben nur die Ausübung und Befolgung deö Gesetzes zu unterdrücken, somit auch nur die pentateuchischcn Gesetzesschriften aus den Gotteshäusern zu verbannen, wie eö 1 Mack. 1, 56 steht: daß sie die Bücher deS Gesetzes verbrannten und jeden tödteten, bei welchem sie ein Buch deö Bundes fanden, ein Buch deö Bundes war aber nur der Pentateuch, verg. das עוזבי בריתקרש. Der Zweck dieser Prophetenlektionen war gewiß kein anderer, als um daö geängstigte und verfolgte Volk durch den Blitz des Prophetenwortes neu zu beleben, zu begeistern, mit Zuversicht und Hoffnung zu erfüllen, damit es einer trostreichen, von den Propheten verkündeten Zukunft vertrauensvoll entgegen sehe. Darin findet der Umstand seine Erklärung, daß keine Haftara aus den Hagiographen eingeführt wurde, da diese nur Belehrungen, Ermahnungen, Sentenzen und Geschichtliches, aber keine Messiasverkünd igungen enthalten. Bloß am Sabbat zu Mincha wählte man nach Sabbat 116, 2 in Nehardea solche aus den Hagiographen, und in Persien und Medien kannte man noch zu Anfänge deS 11. Jahrhunderts bestimmte HaftaraS auf das ganze Jahr für diesen Gottesdienst (Raschi Sabb. 24, 1.). Znnz ist der Meinung, daß eS vielleicht keinen historischen Ursprung für eine Einrichtung gab, die bei der Analogie der Gesetzvorträge und dem hohen Ansehen der prophetischen Bücher in dem Laufe der Zeit wohl allmälig ihre Begründung fand; dann aber würde die Frage entstehen, warum wir keine Haftara aus den, zum Kanon der heiligen Schriften, gehörenden Ketubim besitzen. Die Haftara, meinen Andere, wurde dann Sitte, als nur erst die Propheten, und von den Hagiographen erst etwa die Klagelieder und ein Theil der Psalmen, oder auch noch die Sprüche, Hiob, Kohelet, das Hohelied in die Tempelbibliothek ausgenommen waren. Nun fragt es sich aber, warum besitzen wir keine Haftara aus den so beliebten Psalmen, die noch nicht genügend auSgebeutet waren, wenn wir auch annehmen wollten, daß die andern hier genannten Schriften sich nicht zu solchen Vorlesungen eigneten. Grund genug, von der historischen Bedeutung der Haftara nicht tkbzuweichen und anzunehmen, daß die Propheten in der Leidens- und Verfolgungszeit der Syrer, welche das jüdische Gesetz unterdrücken wollten, zum Tröste

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