Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 5 (1862)
- Issue
- 14 (4.4.1862)
- Date
- 1862-04-04
- Page
- Seite 124 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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124 derS die Beschreibung desselben im Traktat 11 ערכין, a. wird unsere Behauptung bestätigen. Nach der Mathnitha im angeführten Traktate bestand die מגרסה aus filtern, eine Elle hohen und eine Elle breiten, unbestimmt langen Kasten, von dem eine Handhabe answärtS ging, woran 10 Löcher, Pfeifer angebracht waren, welche ihrersertS wieder nach der Mathnitha mit 100, nach Rabbi Samuel aber nur mit 10 Pfeifer in Verbindung standen, so daß jedes Rohr 100 oder 10 Klänge, und das ganze Instrument 1000 oder 100 Klänge hatte. Ist das nicht die Orgel mit ihrer oft 3000 zählenden Pfeifemassa? Daß sic schon im 3. und 4. Jahrhunderte unter den Kaisern Eonstantin dem Großen und Julian erwähnt und beschrieben worden, ist bekannt, ferner daß die alten Orgeln tragbar, folglich nicht sehr groß waren lind nicht mehr als 10 Tasten, entsprechend den bei der Magrepha erwähnten 10 Röhren hatten. Die alten, noch sehr unvollkommenen Orgeln wurden nicht zur Begleitung eines Chores sondern durch festes Anschlägen einer Taste zur Fcsthaltung des Tones für das Lied benützt. Nach Traktat Tamid 8. 6. wurde die Magrepha benützt, um die außer der Tempelhalle עזרה befindlichen Priester mid Leviten zur Mitwirkung herbei zu rufen und um diese weithin ertönen zu lasfen hat man gewiß alle, oder viele Pfeifen zilsamiiien erklingen lassen. Von diesem ohrenbetäubenden Schalle gilt gewiß der etwas hpperbolische Ausdruck der Mischnah: לא הי׳ אדם שומע קול הבי ר ו בירושלים מקול המגרפה. Die Art und Weise, wie man diesen mächtigen Schall hervorbrachte, wird uns in derselben Mischna durch einen, alle Kommeiitatorcn in Verlegenheit setzenden Ausdruck angegeben: "נמל א׳ את המגרסה וזורקה." Dieses kostbare, so künstlich konstruirte Instrument soll ntcut zur Erde geworscn haben? lind Rabbi Lipman Heller sucht sich in Folge dieser Frage genöthigt, hier eine ganz andere als die 3. 5. erwähnte Magrepha anzunehmeii. Offenbar sind aber die beiten identisch. WaS jedoch die Frage anbclangt. glaube ich, haben wir hier eine sehr leicht entstandene TerteScorruption, daß nämlich ans "והרקה er ließ sie pfeifen oder zischen — ״הרק עלי um den gellenden, weithin hörbaren Schall hervor zu bringen, bei dem Abschreibern וזורקה entstanden ist. Nun können wir auch über den Namen des Instrumentes מגרסה etwas Richtigeres als die Eominentatoren angeben. Diese erklären nämlich den Namen von מגריסה Schaufel weil dieses Jnstrument schanfelähnlich gewesen sein soll-, diese Erklärung stimmt jedoch keineswegs zu der ans ערכין oben gegebenen Beschreibung. Ich glaube, daß das Wort griechischen Ursprunges sei, das eö aus tuyukoqMv!) jueya(t6<pü)VT} מגרסנה starktönend, wieder durch eine Berwechölung mit dem bekanmen Ausdrucke in מגרסה verwandelt wurde.*) Stößel. אכמר..142 Ist kein Substantiv und darf daher nicht mit Landau durch ״Speichel" übersetzt werden, sondern eö ist die aramäische Afelform und nach Aruch durch ״bespeien, bespucken" wiederzugeben. Raschi z. St. erklärt iittser Wort durch das französ. םשי״ך־ (tacher) — besudle», beschmieren, beschmutzen. Nach misercin Dafürhalten jedoch hat man אכמר wie אגמר״ von dem Substantiv ״גומרי Kohlen zu nehmen, eS ist nämlich ein Vonominntivuw und bedeutet ״mit Kohlenschwärze überziehen," was in der angeführten Talmudstelle (Kidduch. 81, b.) einen guten Sinn gibt. *) S. B. Eh. v. Jhrg. S. 39. Anm. 21. אלקפתא•.3״ Ist =■■ ארקסתא das griech. n(j/1nato<; t welches Oberherrscher, Statthalter, Prokvnsnl, Vizekönig bedeutet. 144..אמדלא Uebersetzt Landau irrthümlich ״Gartenleiter," durch daö hebräische "סולם" erklärt Aruch nicht unser Wort sondern das in der betreffenden Talmudstelle vorkommende אמ״לא;״דרגא״ (in unfern TalnittdanSgaben מדלא) hingegen wird von ihm ausdrücklich durch ״מלוגה לשומרי סירות" d. 1. Wächterhülte wiedergegeben, wahrscheinlich hat diese den Namen erhalten, weil sie gewöhnlich in der Höhe angebracht war (vrgl. Raschi zur Stelle: ״סוכת נוצרים שעושין ע״גקוגטיסין .— contua griech. x»1׳r0i■ --- Stange s. Arnch Ed. Landau 8. 11. v. — und גבו הי ן והיא סמיכה לאילן) ״דלא״ (!'• Aruch 8. h. v. ) in die Höhe heben bedeutet. 11s..אנדכתרי Landau: ״Pinsel, Stricknadel." Ein Blick jedoch in die angeführte Talmudstelle (Gittin 20, a.) hätte ihn überzeugt, daß אנרכתרי nicht den Gegenstand womit, sondern den woraus ein גט angefertigt wurde bezeichnet, indem es daselbst ״אבל לא בכתב שעל גבי כיסה ואנדכתרי" heißt, wozu die Erklärungen Aruchs und Raschiü zu vergleichen sind. Der Ursprung dieses Wortes aber dürfte nur schwer zn ermitkeln sein; wenn Dr. Jelliuek in seinem Sefat C'h.-icliamim S. 34. dasselbe vom persischen ableitet, indem wie daselbst angegeben ist daö verburn ״אנדאכתן״ tili pers. die Bedeutung von השלין-״ werfen hat, so vermögen wir nicht einznsehen, wie diese Bedeutung unserem Worte angepaßt werden kann?? אנטחן..116 Ist nicht daö griech. nvr Stütze, Strebepfeiler wie Landau übersetzt, sondern upt(!ov lat. untniiu Höhle, Höhlung, Grotte, so hat es auch Mnssafia: ״סרוש בלשון רומי הסירה״ 117..אפקטפיזון Nach Mnssasia: griechisch. Es ist dieses Wort nämlich aus i*71Tvt1v —^ Speichwerfen per methatesin entstanden.!18..אקחסיתא Landau: ״xfjoxothiv, Krokodill." Da jedoch in der angeführten Talmudstelle (B. Balhr. 73 , b.) daö Krokodil! von dem abentenerlichen irulibn Lnr Lar Ghana unter dem Namen תנינא erwähnt ist, von welchem er die אקריקותא verschlungen werden läßt, so geht darauö hervor, daß dies etwas anderes als Krvkodill bedeute. Die Erklärung ArnchS und Raschi'S durch ״צסרדע״ ist wohl die richtigste, indem die Bcueiinnng אקרוקיתא dem Natuclaute jenes Reptils קרקר, entnommen ist, daher denn auch im Midrasch der Ausdruck קרקורןשל צסרדעים vgt. übrigens Aruch 8. V. קרקור Rapoport Biograf. 9t. Nathan S. 60, 61. E i ö l c r. Bemerkungen. Hrn. CH. in P. Ich bitte ergebenst, um die bogenweise Zusendung des Bersprochenen. Hrn. Dr. Jemand. Der Korrespondenzartikel erscheint nächste Woche. — Mit der v. N. ist keine Beilage erschienen. Meine Freunde benachrichtige ich hicrinit, -aß meine Tochter Amalie am 1. d. M. mit dem jnr. Vr. üenedikt Sarach verlobt wurde. Szegedin, Leipzig, Selbstverlag der Redaktion. Lommisstons-Vcrlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.