Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1862-04-04 · 14 (4.4.1862) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
14 (4.4.1862)
Date
1862-04-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2542917-2542971-2542986--2547-2546338
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Itr. 14. Szegedin, den 4, April 1862. en (fffcmam WKcheRdlsK? *Jjünfti'r Jahrßan tj. .JJcntiisgclicc nno jicuuafeiir: L. Löw, Hßcrriifißiticr z!1 S^cgcbiu. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bvgen. Man abvnnirt bei allen Postämtern lind Bnch-! Inserate sind an die Redaktion in Szcgedin Pranumeratioilspreis: Handlungen des In- und Auslandes. oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., ’ Maiiusltriplc! zu senden. Die zweispaltige Petitzeile wird viercljährig 2 fl. österr. Währ.! sinv an die Redaktion zu senden. j uttc 10 Rkr. 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Die Frage über die Schöpfung aus Nichtst in den arabisch-jüdischen Schulen. Bon Dr. A. Schuiicdl. Rabbiner zu Proßnitz. — Gemeinde- und Rabbinatü-Angelegcnheiten. — (Nekrolog) Jakob tSliaS Fromcnthal Halevy. — Ilungarica. — Korrespondenz. Prag. Aus Bvhmen. TemeSvar. v.-k'öjcZvär. — Beiträge zur thalmildischeu Sprachforschung und AlterthumSkniide. Bon Prof. M. Stößel und Nabb. Giölcr. — Benicrkiingcu. Die .frage über die SfJjöjifiuig aus .liichls in den arabisch-jüdilcheir Srijufcn. Eine religionsfilosofische Studie. Von Dr. A. Sch mir dl, giabbiner zu Proßnitz. (Fortsetzung.) Die Argumente gegen die Schöpfung auö Nichts oder für die Ewigkeit der Welt, die Maimuni (More II. 14) zusammenstellt, um dieselben sodann zu widerlegen, sind auch in den islamitischen Filosofenschulen, und zwar schon lange vor Maimuni, diSkutirt und zum Gegenstände der eifrigsten Debatten erhoben worden. Scharastani (Th. ll. S. 199 ff.) fuhrt seinen Lesern diese Argumente unter dem Titel: ״Antithesen des Pro kl ns über die Ewigkeit der Welt" vor, und erwähnt zuletzt, er habe über diese Argumente ein besonderes Buch geschrieben und darin auch die Antithesen deö Aristoteles angeführt. י) Maimuni hat diese Argumente in eine zweifache Beweisform getheilt, da die eine nur von der Natur der Dinge מצר העולם עצמס), die andere von der Natur Gottes (,מצד האל יה) auögeht. Und zwar sollen die Beweise der erstem Form von Aristoteles selber, die der letztere von spätern Forschern herrühren. Wir wollen hier jene die koömologische, diese die ontologische Beweisform nennen. I. KoSmologische Beweise für die Ewigkeit der Welt: a) Die Bewegung muß ewig, d. i. anfangölos sein; denn wäre sie entstanden, dann müßte ihr eine Bewegung voransgegangen sein, die ihr das Entstehen gab, nnd dieser wieder eine andere und so ins Endlose zurück — (Aristot. Phys. VIII., I). Und da die Zeit ein Accidenz der Bewegung ist, indem Zeit ohne Bewegung, und Bewegung ohne Zeit ein Undenkbares sind, muß auch die Zeit anfangöloö und ewig sein. l>) Ebenso muß auch der den vier Elementen zu Grunde liegenden Urmaterie Ewigkeit zuerkannt werden. Denn ״entstehen" oder ״werden" heißt: irgendwelche Form annehmen — das Wesen jener Urmaterie besteht aber eben darin, daß sie eine Abstraktion von aller Form ist. Da mithin bei der Urmaterie von Werden oder Entstehen gar nicht die Rede sein kann, so anß sie nothwendig unentstanden, d. i. ewig sein. c) Daö Vergehen eines Dingeö ist nur öurch ein demselben innewohnendes gegensätzliches Element zu erklären (vrgl. auch Kusari V., 18. Absch. 5: לא יעדר הדבר מחמת עצמו אך מהמה הסכו). In der geradlinigen Bewegung herrscht nun freilich solch ein konträres Element, nicht aber in der Kreisbewegung. Die Himmelssphären, die sich im Kreise bewegen, tragen auch daher kein solches ihre Auflösnng bewirkendes Prinzip in sich. Nun gilt es aber als Arivm: WaS keinen Anfang hat, hat keine Ende, und waö kein Einde hat, das hat keinen Anfang. Mithin muß der Himmel anfangloö, d. i. ewig sein. 6) Bei der Annahme, daß die Welt in der Zeit entstanden ist, müßten wir, in logischer Folgerichtigkeit, einen von drei Fällen setzen (vrgl. Milot hig. porta 4): Entweder ihr Entstehen war ein nothwendig es, und dann mußte sie von Ewigkeit her bestehen; oder ihr Entstehen war ein unmögliches, und dann dürfte die Welt auch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.