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Ben Chananja · 1862-03-28 · 13 (28.3.1862) · p. Seite 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
13 (28.3.1862)
Date
1862-03-28
Page
Seite 116 (sequence 8)
Language
German
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116 Erstens, daß Anvidas nm das Jahr 1300 lebte und folglich nicht mit Me schul lam Daferio identisch sein kann, welcher ein Jahrhundert später lebte. Zweitens, daß dieser Anvidas eigentlich nur bei dem 2-ten Gedichte (S. 151) in Betracht kömmt. Und endlich drittens, daß auf alles dieses bereits im Nachal kednmim (S. 52) aufmerksani gemacht wurde. ') Wenn wir gesagt haben, Herr Dr. G. habe gar nichts hin« zu ge fügt zu diesem Buche, so war dies unserseits eine schreckliche Uebereilung. Wir können keinen Augenblick länger warten, dieses zn wiederrnfcn. Derselbe hat interessante Hinzufngniigcn gemacht, zwar kleinen Umfangs, aber reich an Inhalt, nämlich—Fragezeichen. Fragezeichen sind verschiedener Natur. Manche sind wie der treue Eck hart, der jedermann warnt. Manche sind lebendige Proteste gegen die Einsicht ihrer Väter. Daß eine Naturgeschichte der Fragezeichen in ihrem normalen und abnormen Zustande von größter Wichtigkeit wäre, brauchen wir dem einsichtsvollen Leser nicht erst zn sagen. Seit vielen Jahren sehen wir einem solchen Werke mit brennendem Verlangen entgegen. Sollte ein Gelehrter von Geist und Gelehrsamkeit ein solches Buch schreiben, so möchten wir uns nicht nur sehr darüber freuen, — waö der Verfasser vielleicht nicht sehr hoch anschlagen möchte — wir subscribircn hier auch ans 2 Ercmplare, und machen uns auch anhcischig, eine ausführliche Rcccnsion in diesen Blättern darüber zn schreibe». Wie das Mädchen aus der Fre mde Blumen auSstrcnct, so hat Herr Dr. G. Fragezeichen nach allen Richlnngcn hi» ansgcstrcuct. Es bedünkt »ns, als wollte er eine Sammlung von Fragezeichen ediren — ein nützliches Unternehmen. — Eö wird sich einst sein Ruhm daran knüpsen. Manchen dieser Fragezeichen unerschrocken ins Gesicht zu sc- Herr bereiten wir uns vor. Dr. Jemand. (Fortsetzung folgt.) Anmerkunge n. ') Da die Literaturgeschichte aus verschiedenen Seiten, bei verschiedenen Nationen alter und unter Zeit. die Bcmerknng zn machen Gelegenheit hatte, daß manche große Dichter hie und da von einem hrer Vorgänger eine Zeile ganz wörtlich entnommen, so darf ein solcher Fall auch hier angenommen werden. den doch RcligionSlehrer s. W. nicht ohne Nutzen und Anregung lesen. Eine sehr willkommene Zugabe sind die bcigefügten Gedichtchen. Die Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. R e p l i k. Auf die Einw. d. Hrn. Pros. Velin Torre in Nr. 8. d. B. CH. erlaube ich mir Folgendes zu bemerken: Die Leseart des Aruch habe ich richtig zitirt כריך,י — und ist der Druckfehler im B. CH. leicht ans dem Zusammenhänge ersichtlich. — Was die Paralcllstelle: Sabbath 145 — betrisst, muß ich auch dort בריחי דמער2א gegen Raschi mit ״Vögel Palästina'ö" übersetzen, was ich mit Folgendem begründe: Bekanntlich waren die Lehrer Dabylonieiis und Palästina's nicht nur oft Antagonisten in theologischen Fragen, sondern auch ganz profane Dinge, wie sie eben die Verschicdenhcit der Lebensweise bot, dienten als Thema einer gegcnseitigen beißenden Kritik. Eü erscheint überflissig, auf die betreffenden Stellen i» Talmud hinznweisen — In unserer Stelle bildet die Verschicdenhcit der Speisen den dankbaren Stoff für die etwas im gereizten Tone gehaltenen Neckereien zwischen den Gelehrten des Ostens und Westens. Ein Lehrer Palästina's empfindet einen solche» Eckel gegen die fette babplonische Sauce, der nur durch einen nicht sehr ästhetischen Naturprozeß überwunden wird. Der Babylonier blcibr die Antwort nicht schnldig, und konstatirt denselben Widerwillen gegen die magere Heiiiic, die dem Westen ihr Dasein dankt. Damit nicht zufrieden, erzählt ein anderer Babylonier, er habe einmal ans seiner Reise in Palästina eine babylonische Sauce znbereitet, n»d, sich da! all das Geflügel Palästina's verlangte davon, und wollte sich daran fett essen. Welcher Hohn! während sonst die Vögel die Sauce fett machen, suchten da die Vögel Fettigkeit in der Sauce! — Diese Allsfass» 11 g erhält ihre Begründung durch die ans demselben Blatte vorkominende Stelle: מפני מה עופות שבבבל שמנים? הפני שלא גלו und cs ist bezeichnend, daß sie gerade von dem Manne ר' יוחנן ansgeht, dem die fette Kost des Ostens einen so harrenden Abscheu einflößte. Die Bemerkung deS Hrn. Prof. Delta Torre, daß in meinem Aufsätze nicht die Heimath des Sabbath 21 angeführten Baumes angegeben, beantworte ich damit, daß דיינה |Ppp selbstverständlich auf Babylonien znrncksührt; auch wollte ich unter dem ״Westen" מערבא wirklich ״Palästina" verstanden wissen. — Prag. GHrman n. Religion und Liebe. V. Dr. Jul. Landsberger. Berlin, 1861. Pciscr. 8. 55. So schwer es auch d. Vrf. fallen dürfte, den Titel s. Werkchens zu rechtfertigen,— indem ״Liebe" ein der 'Religion nicht ko-, so»- dern subordinirter Begriff ist, — und so wenig die den Kinder» in den Mund gelegten Antworten den Anforderungen der katechetischen Kunst entsprechen; so nehmen wir dennoch keinen Anstand, diesen kurzen Leitfaden beim jüd. Religionsunterrichte ReligivnSlehrern zn cmpfehlen. Der Vrf. beweist, daß er über die Anordnung seines Lehrgcgenstaiidcs selbstständig denkt und urtheilt, und wenn er auch bei seiner Anordnung nicht immer die Logik um Rath fragt, und ״vollkommen" als spezielle göttl. Eigensch. an die übrigen Eigenschaft reiht; so wer- Konkurs. An der hiesigen isr. Hauptschule sind zwei Lchrerstellcn zu besetzen. Jahresgchalt 500 fl. ö. W. — Bewerber haben ihr Nationale, so wie ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche vor Ende April an den gef. Vorstand portofrei einzusenden. Szegedin, 11. März. Der Vorstand der isr. Knltnsgemeinde. Szegedin, Leipzig, Selbstverlag der tiebakllon. Aoininisstons-Verlag von Franz Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szcgcdi». Hierzu ein Bogen Beilage.

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