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Ben Chananja · 1862-02-21 · 8 (21.2.1862) · page 1

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
8 (21.2.1862)
Date
1862-02-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ar. 8. Sregkdin, den 81. Februar 1868. atytottättja. m$^tnhUU-Mx Ddische ThLKisgie» fünfter .I»I»1g!mg. 1jerans(jc6et und Maüleitr: L. Löw, Bliernililiitter ju Sjejebin. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Man abomiirt bei allen Postämtern nnd Buch- Pramimrrallonsprcis: haudlungcn des Innnd Auslandes. Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., Manuskripte viereljährig 2 fl. öftcrr. Währ. sind an die Redaktion zn senden. Insrralr sind an die Redaktion i» Szcgedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zn senden. Die zweispaltige' Petiizcile wird mit 10 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Bon dem Gebrauch der Hagada in der Predigt. Bon vr. Ad. Jellinek. — Die Militärpflicht der Inden. Bon Dr. G. Wolf, üunganca. V. — Beiträge zur thalmndischcn Sprachforschung nnd Altcrthumskunde. Von Prof. M. S!ößel. - Korrespondenz. (Ausland.) Corsn. Belgrad. Bukarest. Paris. Hannover. — (Inland.) Szcgedin. Pest. Ans Böhmen. — Litcränsche Anzeigen. Müllers Astate. Angez. v. HeranSg. — Miszellen. II. Von Prof. Delta Torre. — Bemerkungen. - Beilage: Antikriiik. Bon L. M. Bauer. — Bilder nnd Büsten. Bon I),׳. Earmoly. — Kullurgeschtliche Aforiömcn. Von Leopold Dukes. Mil dein Mmuch der ßagada in der predigt. Eine Vorlesung*) von vr. Ad. Jellinek. Prediger der isr. CultuSgemeinde in Wien. Es ist eine Thatsache, daß trotz der geänderten Geschmacksrichtung, welche die moderne Predigt im Gegensätze zur früher» üblichen Drascha genommen, und trotz des Einfluffes, den die kirchliche Homiletik auf dieselbe ausgeübt hat, die Anwendung der Hagada eine hervorragende Stelle in ihr einnimmt. Es ist ferner durch Beobachtung und Erfahrung bekannt, daß die jüdischen Zuhörer sehr empfanglich für eine geschickte Benützung des Midrasch in der Predigt sind. Allein es fehlt bis jetzt an einer Anleitung, an bestimmten Normen und Regeln für den Gebrauch der Hagada in öffentlichen Vorträgen, der wie jeder Theil der Rede, psychologischen, ästhetischen und rhetorischen Regeln unter worfeu sein muß, nimmermehr dem subjektiven Belieben, der Geschmacklosigkeit und der Willkür preisgegeben sein kann. Man liest und hört auch in der That Predigten, die durch fehlerhafte Anwendung und Stellung der Hagada ästhetische Monstra sind, einem aus bunten Lappen zusammengesetzten Kleide gleichen, und an das Horaz'sche ״Purpureus, late qui spiendeat, unüs et alter Adsuitur pannus“ erinnern. Ich will daher den Versuch machen, zum Ersten Male Regeln aufzustellen, nach denen hagadischeö Element in der! Predigt gebraucht werden müsse, Regeln, die in der Psychologie, Aesthetik und Rhetorik ihre Begründung finden, nnd! *) Aus den Borträgen vor den in Wien studirenden Rabbinats- Kandidaten. | durch gute Muster bewährt sind. Ich werde zuförderst das Objekt der Abhandlung, die Hagada, ihrem Inhalte nach im Allgemeinen charakterisiren, dann drei allgemeine Grundsätze feststellen und endlich die, aus denselben fließenden Normen entwickeln. I. Die Hagada im Thalmud, im Midrasch und in einzelnen kleinen hagadischen Schriften enthält: a) Eregese der Bibel. Zahlreiche Beispiele für diese Art der ältesten und einfachsten Hagada findet man besonderö in Mechilta, Sifra und Sifre. b) Homiletische Andeutungen eines bestimmten TerteS, z. B. Tanchuma zu Schemot: וצדק ושלום נשקו als Moses und Ahron sich küßten, da berührten sich Gerechtigkeit und Frieden. Oder Midrasch zu den Psalmen, wo מי יעלוז בהר ה' aus Moses, Ahron und Jakob gedeutet wird. e) Paradora, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer anzufachen. Dahin gehören die schwierigen und sonderbaren Stellen des Midrasch, und daö Paradoron gibt ihnen ihre rhetorische Berechtigung. d) Ethisches in Sprüchen und Sentenzen. 6) Spekulatives und Filosofisches. f) Mystisches, z. B. über Engel, Dämonen, Gehinnom, Gan-Eden und Messias. g) Allegorien. Der Midrasch Chasit behandelt das ganze Hohelied allegorisch. h) Symbolisches, z. B. die Erklärung der ר׳מינים am Hüttenfeste oder der Stellen über Behemot und Lewiathan. i) Biografisches zur Charakteristik biblischer Personen.

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