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Ben Chananja · 1862-02-14 · 7 (14.2.1862) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
7 (14.2.1862)
Date
1862-02-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Szcgcdi», -c» 14. Februar Nr. 7. l«62. >en tflmnmtja. scheKdis-t fix Maische TheslsHie. fünfter Jahrgang. Jeden Freitag crscliciiil ei» ^anzcr Bv^c». Pranuincrallonsprcis: Ganzjährig 7 fl., l!all׳jäl,ng 3 fl. 50 fr., viereijährig 2 fl. öftere. Währ. 5)ic1u ttl'onnirt l׳ei allen Postämter» n»d l׳a»c>Z»»gcn del^ Inn»d 'Anslnnd׳׳ ^r/' W,u1nsl!r!plc ^sind an die;liedatlion zn senden. atu. sind an die Nedaklion in Szegcdin 1 Hrn. Franz Wagner in Leivzig Iden. Die zweispaltige Peliizeitc wird .uit 10 Nfr. '1 Sgr. berechnet. Jjeruusqcfißr unt) Mnfctenr: L. Löw, Ölicrn?■ 4 Inhalt. Zur Sprache des Thalinud. B. (Zhrniann. — Bilder und Büsten. Bon Dr. Marino ln. — lieber Lradition. Bon Oberrabb. Fasse!. — Korrespondenz. (Ausland.) Metz. — (Inland.) Prag. — Wien. ~ Ofen.Pest. — Szcgedin. — Arad. — Litcrärischc Anzeigen. Noneste Literaturpredigtcn. Bon Dr. L. Adler. — Pele-melc liteniire Bon Elinlil. — Miszellen. Bon N. in Paris. Zm Siitndjc i)cs Bon Daniel E h r m a n n in Prag.!Schluß). IV. Eine große Anzahl von Wortbildungen im Thalmud gehört einer spätem Latinität an; diese verdienen besonderö die Beachtung deö Sprachforschers, weil sie n einer Zeit Aufnahme fanden, wo die Sprache deö Cicero und des Liviuö im Munde deö gemeinen Mannes ihre klassische Nruldung verlor, und der Keim gelegt wurde zum romanischeu Idiom, auö dem sich mehrere Sprachen Europa'ö als Töchter der lateinischen entwickelten. Bei dem sprach!!- chen ZersetzungSprozeß sind die einzelnen Elemente besonders geschmeidig für neue Formbildungen; desto schwieriger aber wird cs dem Forscher, deren Ursprung zu erkennen, und nicht selten wechselt mit der Form auch der Begriff. Eö ist historische Thatsache, daß die Sprachen in der Periode deö Verfalls sieb leichter verschmelzen, die Wandlung der Buchstaben hat einen freien Spielraum, und je nach den klimalischen und ethnografischen Verhältnissen erhält die Sprache ihren eigenthümlichen Charakter. Härte und Weichheit der Aussprache sind weniger bedingt von dem, waö gesprochen wird, als von dem, welcher spricht; so haben חומס (Gitin 59) und חימוצתא (Mved Kalo« 23) dieselbe Ableitnug — camiscia, eamiscetta — und wie ganz verschieden sind sie in der Form! DaS prosaische Alltagsleben schafft die Dialekte nach ganz andern Gesetzen als die Grammatik eine Literatursprache entwickelt, und die verschiedenartigsten Formen führen aus dieselbe Sprachwurzel zurück. Der Thalmud hat viele Wörter auö den neuern Sprachen, besonders auö der italienischen, welche am wenigsten die Gesichtszüge der Mutter verleugnet, so: איברא d vero in der Thal,רימוניקי domonioa Sonntag, אסטרטאות strada Strassen, אסקוטלא scatola Schachtel, קרטויילה corto )610׳ Kurzhaarig, Dickhäuter, 2אמצ mezzo Mitte, halb, מלוזמא milcsinio, ein kleines Gewicht, הרובין carube Johanniöbrodbaum, דניא danno Verlust, דנוטיבה donativa Geschenk. So dürfte daö Wort גוליירין in der Stelle!הגוליירין י1צאין למלחמה והגבוריא מנצחי (Nasir 66) nichts anderes als das italienische oavalidri sein. — ״Die Ritk.r beginnen den Krieg, doch den unter ihrem Befehle stehenden Soldaten ist der Sieg zu verdanken." Die verschiedenen Dialekte werden oft mit vollem Bewußtsein ihres Ursprungs im Thalmud als verschiedene Lesearten angeführt. Joma 84. ivird gegen die Berührung eines wüthenden Hundes eine Zanberformel mitgetheilt, welche auf daö bunte Fell eines Thiereö (אפא) geschrieben wird, sie lautet: קנדי קנדי nb כנתי כנתי ק4ירוס ואמרי קלירוס, beide Lesearten haben mit Bezug auf die bunte Farbe deö Fells dieselbe Bedeutung: guanti quanti colores, die Verschiedenheit liegt in den Dialekten. Diese Erklärung ist, der Tendenz unserer vorliegenden Arbeit entsprechend, rein sprachlich; bietet jedoch dem Forscher auch nach dem Inhalte ein wichtiges Moment zur Beurtheilung derartiger haggadischer Stellen im Thalmud. Bekanntlich haben sich in den Thalmud viele Bann- und Zauberformeln, sympathetische und abergläubische Mittel eingeschlichen, die den! Geiste deö Judenthums zuwider, als freindartige, einer falschen religiösen Anschauung entsprossene Elemente, eine 5231

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