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Ben Chananja · 1862-01-31 · 5 (31.1.1862) · p. Seite 42

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
5 (31.1.1862)
Date
1862-01-31
Page
Seite 42 (sequence 8)
Language
German
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42 aus seinen Erträgnissen Stipendien an arme jüdische Tbcologen, Medizincr, Juristen und Techniker fließen sollen. Dank dem jüdischen Sinne für WohlthätigkeitSstiftungen haben fich diesem Vorhaben die Gemeinden Rechnitz nnd Z.-Ggcrßcg als Mitgründcr angeschlossen. Es ist im Intercsse der Wissenschaft zu wünschen, daß dieser Verein in seiner hoben Tendenz eine ihm gebührende Bedeutung erlangen möge. Znm Scblnssc, der hiesigen Gemeinde, der Ehcwra Kadischa, den genannten Herren Doktoren und ehrwürdigen Herren Rabbincn den wiederholten innigsten Dank im Namen der trauernden Familie. Karl B o d a n; k y , Gcmeinbenotär. £üctüt־f)i|lorif(ljcs. 1. Von Gr. Alois Müller. Mit Rücksicht auf daö von mir unter deni Titel ״Hcbraica ans der Humanistciizeit" im vorigen Hefte der ״Kochbe Jizchak" Vcröff'cntlichte bemerke ich hiemit, daß es cutiiommcn ist einem in unserer UniverfltätS-Bibliothek befindlichen alten Druckwerke: 1IIu8triu1n virorum epistolae bebraicae, graecae et latinao ad Joannem Keuchlin Phorccnsem virurn nostra aetate doctissimum diversis tcmporibus missae, qnibus iam pridem additus est über sccundus nunquam antea editus. Ohne Druckort und Jahreszahl am Titclblatte. (Jedenfalls aus der ersten Hälfte oder dem Anfang der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts). Jenem berühmten ״Pro memoria“ (keine Ucbersetzung aus dem Lateinischen, sondern hebräisches Original) gegenüber findet sich in dem eben zitirlen Druckwerke folgendes höchst interessante Schreiben des Kaisers Marimilian, daö ich in deutscher Nebersetzung ans dem Lateinischer! wicdergcbe. Kaiser Marimilian, römischer Kaiser an den Pabst Leo X. Glücklichster Vater, ausgezeichnetester Herr! Obgleich sonst ״Eure Glückseligkeit" einen gewissen Prozeß zwischen dem ehrenfesten, getreuen, uns lieben Johann Reuchlin oder Capnion, unserem Ralhe, nnd einigen Theologieprofessoren der Kölner-Fakultät, welcher Prozeß die Frage über die Verbrennung der Judeubncher zilm Gegenstände har, Lein ehrwürdigen Fürstbischof von Speier, unserem Blutsverwandten, einen! ergebenen geliebten Herrn, zur Entscheidung übertragen hat, und bcj sagtcr Capnion unter Einhaltung der Rechtüform durch eben' denselben Speicrnbischos, als Kommissär ״Eurer Glückseligkeit", losgcsprochcn worden ist, nnd obwol auch wir znm Zwecke der Beilegung dieser Angelegenheit beiden Thcilen Schweigen geboten. so haben wir dennoch erfahren, daß die bezcichncten Gegner unseres Rathes Capnion nichtsdestoweniger einer neuen Anklage in der ״Stadt" (wol Rom?) und bei ״Eurer Glückseligkeit", jedoch ohne Anwendung der üblichen gesetzmäßigen Apellation, gegen den Capnion selbst anbringen, und daß sie auch außer dem ordnungsmäßigen und königlichen Gercchtigkeitswegc den sie zu Fleiß zu meiden suchen, ihn ans verschiedene Wege und Arten bekämpfen und bloß darauf loüarbciten den Streit in die Länge zu ziehen. Auch wissen wir, daß dieser Mann unbescholten, gut gelehrt ist, von der katholischen Lehre durchaus nicht abweicht, so wie auch daß, daö, >vas von ihm geschrieben worden ist, vielmehr auf unser Ausuchen, zn gutem Endzweck nnd zum allgemeinen Nutzen nnd Frommen des christlichen Staates hcrauSgegebcn worden ist. Wir erachten cs überhaupt für unsere Pflicht einen so iinbeschvltenen. unschuldigen und um »nS so hochverdienten Man:׳, in Schutz zu nehmen. Darum bitten wir ״Eure Glückseligkeit" inständigft zu geruhen, zu unserem ganz besonderen Wohlgefallen dieser Angelegenheit, welche uns gar sehr am Herzen liegt, sich eifriger anzunehmcu und durch Gcbictnng eines bcständigen Stillschweigens für jene Feinde, die dickköpfigen Theologen, welche sich sogar nicht cntblödetcn bei ibrcr neulich bei ״Eurer Glückseligkeit" erlangten Kommission uns und mehrere Fürsten Deutschlands hcrzunclnnen, jenen famosen Prozeß gänzlich nicderznschlagcn, damit jener Mann, ein Muster der Unbescholtenheit, von so unseligen Plackereien frei, um so behaglicher die letzten Jahre seines Alters verleben nnd mit desto größerer Ungestörtheit andere Studien treiben könne, die er zum gemeinsame» Heile des christlichen Staates veröffentlichen will, was ,.Eure Glückseligkeit" ausführlicher vom bochwürdigstcn Herrn ״Kardinal der 4 Heiligen" und von unserem Gesandten erfahren wird. Dadurch wird ״Eure Glückseligkeit" eine Handlung vollbringen die scbr billig, ״Eurer Glückseligkeit" würdig nnd dem christlichen Staate bcilsam uns aber überaus angenehm ist. Wir wollen sie mit aller Pflichtschuldigen Liebe eines Sohnes zu ״Eurer Glückseligkeit", den Gott seiner heiligen Kirche lang nnvcrschrt nnd unverletzt erhalten möge, zu vergelten bemüht sein. Innsbruck, 23. Oktober. So nahm sich ein Kaiser eines Mannes an, der wegen seiner Billigkeit gegen Inden- und Judcnthnm von einer gewissen klerikalen Partei mit dem Mackel des Unglaubens, der Ketzerei, der Nicdcrträchtigkcit besudelt worden war. 2. Von V. A. in Paris. Durch einen Zufall kam mir dieser Tage die Nr. 23 der hcbr. Bibliografie zu Gesicht deren Eristenz mir ganz unbekannt war. Wenn mau das Ganze nach einer Nr. beurtheilcn kann, so ist dies ein wageres,.einseitiges nnd seichtes Blättchen. Ich würde es nie in Erwähnung gebracht haben, wenn ich nicht S. 112 einen unanftäudigeu und lügenhaften Ausfall gegen den größten Kenner der jüd. Literatur unserer Zeit, bemerkt hätte. Der Follikulaire gibt vor: daß die große Synode zn Worms eine Erfindung Earmoly'ü sei. Man muß erstaunen über die Dreistigkeit dieses Menschen eine Thatsachc zu leugnen die von einer der größten Autoritäten feierlich proklamirt und in allen cnropäischen Sprachen wiederholt wurde. Schon in der Sitzung vom 4. August 1806 sprach die ehrwürdige Versammlung von Paris ״de la Convocation dans l’onzieme siede du Synode Worms, pröside par le 1־abbin Guerson et composti de cent vabbins“, als das große Sanhcdrin, in seiner Sitzung vom 12. Februar 1807 erklärte: ״lc Synode convoque ä Worms, en l’an 4700 de notre ere, et pröside par le rabbin Guerson, avait prononcö anatheme contre tont 1sraelite de lern־ pays qui öpouserait plus d’une f'emrne.“ Im 1.1852 fand ich in einem Erempl. d. תקנות אשר יסדו אנשי שם סנהדרון בהתאסף ראשי אלפי ישראל בעיר ואם פאריש das dem berühmten David ZinShcim gehörte, S. 17, zur Stelle: וזאת היתר, אתת מן הסבות כי נקבצי רבני הדור באסיפה בעיר וורמיש בשנת ד׳ אלפים ישבע מאות folgende handschriftliche Note, ורתשעיבם למייננו ואני מצאתי בב״י ישן נושן מתקנות ר״ג מ״ה שזאת היתה בשנת Als ich diese: ר׳ אלפים ושבע מאות ושמונים שנת Note dem Gr. Earmoly mitthcilte, sagte er mir, daß dieses der richligste sei. denn er hätte tu Orsord, in ver ״Kollektion Oppenheim", eine Schrift von I. Louanö gesunden, in welcher erzählt wird, daß R. Gerson 4786 di. 1028 gestorben ist, folglich konnte er 1030 keiner Synode vorstehen. Leipzig, Soinmissions-Verlag von Franz Wagucr. Szegedin. Srlbflverlai) brr liednlrtko». Druck von Sigmund Burger in Szegcrin.

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