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Ben Chananja · 1862-01-17 · 3 (17.1.1862) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
3 (17.1.1862)
Date
1862-01-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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3. B Z) egedi 11, den 17. Jänner LN MNMNM. Hinftel׳ Iiün-gnng. w « i •> i'■ ir jiraS Jjer1ms!)cta »d Jlckfilcut: L. Löw, OfiemUifiiucr 511 &,w|ci1in. 1862. Zcden Freitag erscheint ein ganzer Vagen. Priinniiicratilmsprcis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., vicrcljährig 2 fl. äftcrr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Minilsllriptc sind an die Redaktion zu senden. Znscralc sind an die Redaktion in Szegcdin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zn senden. Die zweispaltige Petitzeile wird mit 10 01 fr. 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Die Inden nnter Ruprecht von der Pfalz.. Bon Dr. Wiener. — Der Spiegel von Leop. Dukes. — Thaltti. Sprachsorschttttg von L. Dukes. — Nekrolog von Z. Lvwy. — Korrespondenz. M.-Thcresiopcl. - läsenger. — Wien. — Literärische Anzeigen. Modlinger's Aegyptol. Forschungen. Angez. von X. Pcle-mele literaire. Grätz's Blninenlese. Angez. von ***. — Beinerknngen. Die 3ul1cu linier 3111!1 re ff) l mm bet Pfalz. V. Dr. M. Wiener in Hannover (Schluß). Zum Lobe muß es Ruprecht auch angcrechner werden, daß er die den Juden einmal ertheilten Privilegien strenge aufrecht erhielt und keinen Eingriff in dieselben gestattete, selbst wenn er von solchen Leuten darum angegangen wurde, die sich durch besondere Treue und Ergebenheit um ihn verdient gemacht hatten. So hatte der Rath zu Regensbürg im Jahre 1408 einer Gesandschaft des Königs, welche mit den Gläubigern des letzter» in der erwähnten Stadt unterhandeln sollte, vielen Vorschub geleistet, wofür sich der König in einem Schreiben an jenen sehr erkenntlich äußerte. Alö aber der Rath im Vertrauen ans Rnprecht's Gewogenheit wegen eines damals in der dortigen jüdischen Gemeinde ftattgehabten Vorfalles, indem sich ein Jude gegen den Judenmeister (Rabbiner) anfgelehnt und dadurch sein ganzes Vermögen verwirkt hatte, mit den königlichen Rüthen zu unterhandeln suchte und eine Summe von 500 fl. mit dem Ersuchen anbot, daß der König der Stadt einen ans den Judenbann lautenden Brief geben möchte, reskribirte derselbe, nachdem er bereits im Jahre 1406 den Juden gestattet hatte, ihre Glaubensgenossen vor ihren Hochmeister zn verklagen und sie mit dem Banne belegen zn lassen, ans welchem er sie weder selbst befreien, noch den jüdischen Meistern, die gebannt hätten, gebieten wolle, sie ohne des Klägers Wissen und Willen daraus zn lassen, (s. Reg. S. 64 Nr. 71) an den Bürgermeister, daß er es, obwol er von dem Juden, der ihm mit Leib und Gut verfallen sei, eine weit größere Buße verlangen könnte, dem Rathe und ihm zn Liebe bei 500 fl. Strafe bewenden lassen wolle; den gewünschten Brief aber zu geben, könne er sich, wie gern er auch die Rechte der Regensburger vermehren möchte, nicht entschließen, da der jüdische Bann nach Recht und altem Herkommen nur dem h. Reiche zustehe und bisher weder von einem Kaiser noch Könige einem Kurfürsten oder anderen Herren und Städten verschrieben worden sei. (Gemeiner Chronik II, 384). Auch noch später hat der König ein Schreiben in einer die Inden in Negensburg betreffenden Angelegenheit an den Vizedom Nothhaft erlassen. Dieser hatte nämlich nnter dem Vorwände, daß von seinem Herrn, dem Herzog Johann von Straubingen, die früher dem Rathe verpfändete Jndenschaft zu Negensburg abgelöst worden wäre, letztere gänzlich von der Bothmäßigkeit des Natheö lösen wollen und behauptet, daß nunmehr diesem gar kein Recht mehr über jene zustehe. Dadurch war eine solche Verwirrung entstanden und die Inden waren darüber dermaßen in Schrecken gerathen, daß nur mit vieler Mühe einer allgemeinen Auswanderung derselben vorgebeugt werden konnte. Ein Theil begab sich in des Natheö nnmittelbaren Schutz, ein anderer suchte den Schirm benachbarter Fürsten und Herren, wie des Erzbischofs von Mainz und Falzburg und des Herzogs Heinrich von Baiern und diese warben für sie um das Geleite und den Schutz des Nathes. Auch Ruprecht war noch kurz vor seinem Tode in einem Schreiben an den Vizedom zn Gunsten der Stadt bei dem Herzog Johann eingeschritten, so daß es zn einem Vergleiche kam. (Gemeiner a. a. O. II, 390 ff.)

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