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Ben Chananja · 1862-01-10 · 2 (10.1.1862) · page 1

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Journal
Ben Chananja
Volume
5 (1862)
Issue
2 (10.1.1862)
Date
1862-01-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ur. 8. A)rgedin, den 10. Jänner 1868. LN (f hananja. 1t Hilf flr Maische 9itpt0l0$U. fünfter IrcklWilg. ,jjcriutsijefier nnb Redakteur: L. Löw, Üsiecralil'iiaer za?^zeijedia. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Präniiincrationspreis: Ganzjährig 7 fl. , halbjährig 3 fl. 50 kr., vicreljährig 2 fl. österr. Währ. Man abomurt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Maiinsllriptc sind an die Redaktion zu senden. Znlcralt und an die Redaktion in Szegedin oder an Hr». Franz Wagner in Leivzig zn senden. Die zweispaltige Pciiizeile wird liiil IO Nkr. 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Die Inden unter Ruprecht von der Pfalz.. Bon vr. Wiener. — lieber Tradition v. X. — Jüvischer Adel. Bon Dr. Carmoly. — Korrespondenz. (Ansland.) Paris. — Dresden. — (Inland.) Gr.-Kanischa. — Wien. — Pest. — Literarische Anzeigen. Orgne et pioutim, angez. vom Herausgeber. — Oiossniro 368 mot3 68pnxnoI68, angez. von Lcop. Dukes. — Berichtigung v. Steinhardt. Die Mai itnlcr .8 u!1 r e ch t 0011 der Mlz. B. Dr. M. W i e n e r in Hannover Veranlassung zu gegenwärtigem Aufsatze gibt mir das unlängst (in der Herder'scheu Verlagsbuchhandlung in Freibürg im Breisgau) erschienene, mir aber erst vor wenigen Wochen, nachdem meine Regesten, zur Geschichte der Juden unter Ruprecht von der Pfalz und das Nachwort dazu längst gedruckt waren, zu Gesichte gekommene Buch über den gedachten König von Höfter. Bereits am 23. April 1860 hatte dieser Gelehrte in der königl. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Prag einen Vortrag über die Lage der Juden unter Ruprecht von der Pfalz und inöbesondere über dessen Versuch, die Juden im deutschen Reiche zu organisiren, gehalten, über welchen die Sitzungsberichte jener Gesellschaft ein kurzes Referat mittheilten. Darf man nun das, was das erwähnte Buck in Betreff der Inden enthält, als den wesentlichen Inhalt jenes Vortrages betrachten, so ist zu bedauren, daß Höfter, wie ich in dem Vorworte zu meinen Regesten bereits bemerkt habe, weder die, viele Urkunden Nuprecht's über die Juden enthaltenden, pfälzischen und speyerischen Kopialbücher zu Karlsruhe, noch das, was von Mone in seiner Zeitschrift aus denselben bereits mitgetheilt worden ist, benutzt hat. Jedenfalls freut es mich, bei H öfter das Nrtheil, welches ich in Uebereinstimmung mit dem von dem bekannten Annalisten R. David Gans dem mehrgedachteu Könige gespendeten Lobe über das von demselben in Rücksicht auf die Juden innegehaltene Verfahren gefällt habe, im Allgemeinen bestätigt zu finden. Wie ich darauf aufmerksam gemacht habe, daß die Juden die mildere Behandlung, die sie unter Ruprecht erfuhren, tun so mehr empfinden mußten, als sie unter der Regierung seines Vorgängers Wenzel die grausamste Bedrückung zu erdulden hatten und des größten Theileö ihres Vermögens beraubt wurden, so weist auch H öfter (S. 77) auf die argen Szenen hin, zu denen es unter dem letzter,! mit den Juden gekommen war. In der That hatte Wenzel bei dem Erlasse der Judenschulden nicht etwa das Wohl seiner überschuldeten Unterthanen, sondern vielmehr einzig und allein seinen eigenen Gewinn im Auge, indem er sich 15 Prozent der kassirten Judenschulden auszahlen ließ, so daß er von den Reichsstädten allein 40,000, von dem Bischofe von Würzburg und dem Herzoge Friedrich von Baiern je 15,000 und aus Schwaben, nach Stälin, 500 Gulden erhielt; welche letzte Summe aber H öfter mit Recht als zu gering findet. Die Richtigkeit meiner Behauptung aber, daß lediglich Geldgier die Triebfeder von Wenzel's Verordnung war, geht deutlich aus seiner Erklärung an die Stände von Baiern, von denen einige sich die aus bedungenen 15 Prozent in seine Schatzkammer zu zahlen geweigert hatten, hervor, nach welcher ein Jeder, der seine Prozente nicht bezahlen wollte, der Befreiung von seiner Schuld nicht thetlhaftig, sondern vielmehr zur Bezahlung derselben verbunden sein solle. (Siehe meine Regesten S. 156 Nr. 363). Solchen Grausamkeiten waren die Inden unter König Ruprecht niemals preisgegeben. Als Pfalzgraf hatte er zwar die Juden aus seinem Lande getrieben und am 3. Februar 1394 die Jndenschule zu Neustadt an der Harft, welche ihm zugefallen war, dem Spitale zu Branschweiler übergeben (Mone Zeitschrift 2, 272) und selbst noch bei seiner Krö-

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