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Ben Chananja · 1861-12-27 · 52 (27.12.1861) · p. Seite 447

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
52 (27.12.1861)
Date
1861-12-27
Page
Seite 447 (sequence 5)
Language
German
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447 diejenigen Nichtjndcn Aniprnch haben ans ewige Leeligkcit, ut taö Moralgesctz, a l S Ans floß der göttlichen Osfenbarnng anerkennen. Daß der Herr Verfasser in der zweite» Grnndlehre die göttl. Belehnung und Bestrafung nur in das jenseitige Vcben verlegt, möchten wir auch beanstanden. Dieses Prinzip, in diese Formel gefaßt, widerstrebt jedem Blatte der h. Schrift, wo auch diesseitige Belohnung verheißen wird. Mendelssobn sagt sehr treffend, nach jnd. Anschauung ist das jenseitige Leben nicht ein neues »nd anderes, sondern eine Fortsetznng des diesseitigen. Sagt doch der Verfasser selbst an mehreren Stcllen in seinem Buche, das! Gott auch bicnicden das Gute belohne und das Böse bestrafe warum sollte also die zweite Grundlchrc nicht allgemein gefaßt sein's — Auch hätten wir aus der ersten Grnndlchrc die Episode über die Schöpfung, die weder mit dem Standpunkte der Wissenschaft, noch mit dem Buchstaben der h. Schrift uns übercinzustimmen scheinet, so wie die zweite über Anlagen und Geistesvermögcn des Menschen, als etwas bekanntes gar weg- oder höchstens in eine Einleitnng hinein gewünscht. Einzelnes betreffend, wollen wir nur Einiges bemerken. Die Dcsinilion einer מלאבה S. 44 halten wir nicht für genau, da zum Attribut einer solchen auch eine foemalc Stoffanderung gehört. — Die S. 124 sür'S Gebet gegebene Hanplvorschrift ist nur eine äußerliebe und gilt nur für das äußere Verhalten beim Gebete. — Daß S. 140;זכרון וזרו'/!!״ ttlit Jnstrnnientenschall überseht wird, ist etwas schielend 11. zweideutig. — Dcßgl. die Fassung in 8- 201 — Absatz d) in 8• •«04 ist nicht genau, da nicht alle auö jeder nnverlaubten Ehe erzeugten Kinder Bastarde sind. — Der Schluß von 8- 20ü läßt den Schein gelten, als wenn der Vater für die Unterlassung der Beschneidüng an seinem Sohne der Strafe des כרת verfalle, waS sowol gegen den Anchstaben, als gegen die Tradition ist. Indes, geben wir diese unsere gemachten Bemerkungen nur als individuelle, ohne dadurch den Werth und die Brauchbarkeit des Buches, und noch weniger das große Verdienst des Verf. schmälern zu wollen Wir müssen im Gcgcnthcil ihm volle Anerkennung aussprechcn und dessen Buch nicht nur allen Rcligionslehrern au höher» Schulen, sondern auch allen Freunden nuferer Lilcralnr bestens enipsehlcn, da cs auch nicht wenige treffliche sprachliche Bemerknugen erhält. — Die Sprache ist, wenn auch manchmal in zu langen Sätzen gehalten, klar und abgerundet, korrekt und ohne Schwulst. — Der Herr Verfasser verweist uns in mehrern Anm. ans eine größere, noch nicht cdirte Religionslehre, worin wir zu manchen neuen, noch nicht gerechtfertigten Bcmerknngen die Begründung zu erwarten haben. Möge cs ihm gelingen, der jüd. Literatur recht bald diese Gabe zu reichen.' Miszellen. XXX. D e r G ü r t e 1. Mit dem Gürtel mit dem Schleier Gehet der schöne Wahn .entzwei. Schiller. Herr I)r. Icllinek hat jüngst in diesen Blättern (S. 374) die Leser mit allerlei Sachen überrascht. Unter andern, daß ״ זריזיןdie Gegürtete n" beißt und daß darunter speziell die Essäcr verstanden sind. Solche Sprünge über das Lerikon gehören zu den Privatvergnügniigen bevorzugter Geister. Nicht, daß wir in! geringsten dieses Vergnugen stören wollten, Gott behüte! Wir wollen nur für diejenigen welche einige historische Bemerkungen hören wollen, Folgendes hier andente». Das Wort זר־ין beißt eigentlich ״r ü st ig" und ist als Gegensatz von עצר sfanl. nachlässig) gebraucht*). Das Wort kömmt in allerlei grammatischen Formen vor. Das Hauptwort זריזות kömmt ebenfalls oft vor, und heißt Rüstigkeit übcrbanpt. Rüstigkeit gehört solange unter die Tugenden, als Faulheit unter den Untugenden einen bedeutenden Platz einnimmt. Das deutsche Wort ״rüsten" heißt ״sich waffncn", sich zum Kriege bereit machen, die Waffen selbst beißen die Rüstung. Es ist daraus allmälig der Ausdruck ״rüstig st in" entstanden, d. h. immer bereit sein. Wie »nn im deutschen ״rüstig sein" von ״sich rüsten" abstammt, so im Ehaldäisch-thalmndischen זריז rüstig sein. von ץךן ״sich '»"gürten." Die erste ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes war nicht immer im Gedächtnisse der Sprechenden, wenn die nneigcntliche allgemeine Bedeutung des Wortes זריזות im gewöhnlichen Leben gebraucht wurde. Der Gürtel ist im Orient ein nothwendigcs Stück der Kleidüng: Er ist uolhwendig die weiten Talare znsammenznhalten. Eine Menge Sprichwörter und sprichwörtlicher Redensarten sind im Oriente von dem Gürtel hergenommcn. 2»! Thal mnd und in arabiichcn Sprichwörter sammln ngen sind viele derselben zerstreuet ^cmi Zusammenstclluug jetzt am uurechten Platze wäre). Das biblische כאשר ירבק 11 ,13 .•״2) האזור על מתניו) stehet obenan. Besondere Arten von Gürtel bezeichnen in manchen Ländern des Orients den Rang des Trägers. Der Gürtel trennt sichtbar den ober» Theil des Körpers von dem untern. Die Symbolik hat allenthalben Unsichtbares, Geistiges um' das sichtbare Körperliche gcschlungeu. Dies >oar auch hier der Fall. Religiöse Symbolik hat auch den Gürtel mit einem ihrer Erzeugnisse umwuiideii. Es ist dieses — wenn wir nicht irren — irgendwo im BucheS oha r geschehen, wir haben in diesem Augenblicke nicht Muße, dies näher zu verfolgen. So weit das hieraus Bezügliche in unserm Gedächtnisse anfbetvahrt ist, glänben wir annehiiien zu dürfen, daß die fisiologischsimbolische Stelle in PlatoS Timäns (8- 34) als Grundlage dazu gedient hat. 2» gewisser Beziehung, hat Philo schon nach seiner Art diese Sache benutzt. (Bergt, die von uns oben (Seite 104) gegebene Stelle **). Es darf hier noch bemerkt werden, daß auch bei den Parsen der Gürtel mit allerlei religiös-simbolischen Zeremonien verknüpft ist, deren Betrachtung einer andern Gelegenheit Vorbehalten bleiben muß. Leop. Dukes. *) Wir geben hier folgende Stelle als Beleg. — חמל הרבר מסור לנשים והן עצלניות הכי הרבד מסור לב״ד והן זריזון. ירושלכלו סוהדוין ס׳ ר־ הלכהג׳).) **) Allem Ailscheinc nach stehet auch das thalmiidische 'שלאיהי לבו רואה אח הערוה mit dieser Idee im Verbindung. Die hiftorische Brücke aber ist nicht so leicht uachzuwcise». Szegedin, l Leipzig, Verlag von Sigmund Snrger. | Üommisslons-Verlag von frmij Wagner. Druck von Sigmuud Burger in Szeged in.

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