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Ben Chananja · 1861-11-22 · Heft 47 (22.11.1861) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
Heft 47 (22.11.1861)
Date
1861-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 47. Szegrdin, den 82. November 1861. (jtltammja. Vierter InlirgnuZ. sljßra118j]ßlier mit) Mnftfßur: L. Löw, HÖßrraßBiner 511 5zßgßdi!1. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Priinumcrationgprcis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., viereljährig 2 fl. öfterr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. MamisHriptc sind an die Redaktion zu senden. Inserate sind an den Verleger S. Burger in Szcgedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzcilc wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Zur Nnsterblichkcitslehre. Von Rabb. I. WieSncr. — ״Besser nie geboren zu sein." Von Leop. Dukcö. — RabbinatSaugclegcnhciten. Von Rabb. M. Fein. — Zur Lcichenbcstattung. Von Jos. Löwy. — Korrespondenz. (Ausland). Trier. — Paris. — Frankfurt am Main. — Literärische Anzeigen. Stern, zur Alerander-Sage. Angez. von Leop. Dukes — Miszellen. V. Rabb. L. Eisler. — Bemerkungen. V. H. M. PineleS und L. Eisler. Zur Ansterlilichkeitslehre*). Von Rabb. I. W i e s 1! e r. Bekannt ist es, daß die mosaischen Bücher und Profeien die Vergeltung des Guten und Bösen durch zeitlichen Lohn und zeitliche Strafe wiederholt in Aussicht stellen, über eine jenseitige Vergeltung sich aber nur mit wenigen Andentungen begnügen; weil, wie Jbn Esra (Kommentar zu Deuteron. 32, 39) und Maimonides (Mischna-Kommentar Sanhedrin 10) annehmen, bei der Masse des Volkes für ein rein geistiges Leben noch wenig Verftändniß voraus;!!- setzen war. Aber gleichwol sträubt sich die Seele des Menscheu, wenn auch auf der niedrigsten Stufe der Kultur, gegen ein völliges Aufhören jeder Lebensthätigkeit, gegen eine Beschränkung deS menschlichen Daseins auf den kurzen Zeitraum seiner irdischen Lebensdauer. Darum betont die h. Schrift neben der irdischen Vergeltung überhaupt auch eine u n beschränkte irdisch e F o r t d a u e r des M e n s ch e n. Wie dies zu ermöglichen ist, wollen wir sogleich zeigen. — Leben nicht Vater und Mutter in ihren Kindern? sind diese nicht Vas lheuerste, das kostbarste Leben der Altern? würde nicht mancher Vater, manche Mutter oft gerne mehrfachen Tod erleiden, wenn es gilt das Leben ihrer geliebten Sproßlinge zu retten? sind eS nicht die Kinder, welche nicht bloß Fleisch von ihrem Fleische, sondern auch Geist von ihrem Geiste sind? Ist es nicht beinahe die ausschließliche Sorge der Altern, setzen sie nicht ihre ganze Kraft daran, die Eris- *) Als Ergänzung der ״Lebcnsbetrnchtmig des Judrnthnms", im ״Beil Ehaiinnja" 2. 203. 380. -189. 537. tenz ihrer Kinder zu sichern und ihr Glück zu begründen? — Die Altern leben daher fort in ihren Kindern, sie sterben nicht, sondern verjüngern sich vielmehr, sie gehen zu einem frisch er» und kräftigern Leben über. Daher bei jeder guten Verheißung die Zusicherung einer zahlreichen Nachkommeuschast oben ansteht (s. Genes. XV. 5. XVI. 10. XVII. 6. n. s. w.); wo hingegen der herbste Fluch, die härteste Strafe Gottes in Kinderlosigkeit besteht (Levit. XX. 20, 21). ״Ewiger Gott", spricht Abraham, ״was willst du mir geben , da ich doch kinderlos bin? Du hast mir keinen Samen gegeben und mein Hausdiener wird mich beerben." (Genes. XV. 2, 3). — Kinderlosigkeit ist erst der eigentliche Tod, denn sie schließt die Hoffnung ans, über die allerdings nicht gar lange Zeit der eigenen Lebensdauer hinaus sein Dasein auf Erden fortzusetzen. Darum mußte schon in sehr früher Zeit und später durch das mosaische Gesetz an eine Abhilfe eines solchen unermeßlichen Unglücks durch die Leviratsehe gedacht werden; damit durch den von dem Bruder erzeugten Sohn der Name oder daS Dasein des Verstorbenen, in Ermanglung eigener Nachkommenschaft, fortgesetzt werde (Genes. XXXVIII. Deuteronvm. XXV). — — Die weise Frau von T e k o a , welche im Begriffe steht, ihren letzten Sohn zu verlieren, sagt: ״Sie wollen nun den mir noch gebliebenen F n u k e n verlösch e 11, damit von meinem Manne kein Namen und kein Ueberrest auf Erden verbleibe." (2. Sam. XIV. 7). Noch bedeutsamer sind die Worte dieser Frau in Bezug auf das Verhältniß David's zu seinein verstoßenen Sohne Absalon (daselbst 14): ״denn wir müssen ja sterben, und da sind wir gleich dem Wasser, das dahinrinnt auf dem Boden und nie ivieder gesammelt wer-

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