Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 36 (6.9.1861)
- Date
- 1861-09-06
- Page
- Seite 310 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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:;10 Unffvo Väter erfitlsieii auch nicht 1»1»0ן nachher die ivunderbareii Wirkiuiczeii des Schalles der heiligen Posimnen. Denn als Antiochus, Sohn des Königs Demetrius, die geschlossenen Verträge nicht achtend, durch seinen Feld- Herrn KendebäuS Judäa mit Krieg überziehen ließ, ries @int 0 11 der Fromme seine zwei ältesten Söhne, Inda nnd Jochanan, und sprach zu ihnen: ״Ich und meine Brüder und das Hans meines Vaters haben die Feinde Israels bekämpft von Jugend an bis ans diesen Tag, und es gelang oft durch unsere Hände Israel zu erretten. Jetzt aber bin ich alt geworden, ihr hingegen seid durch die Gnade G0ltes kräftig an Jahren; tretet also an meine und meines Bruders Stelle, und ziehet ans, nnd kämpfet für unser Volk, der Beistand des Himmels aber sei mit eneb! Und er wählte ans dem Lande zwanzig Tausend Kriegsmänner u. Reiter aus, n. sie zogen gegen KendebäuS u. übernachtoten zu Modeim. Und als sie sich am Morgen aufmachten, siehe, da kam ihnen ein großes Heer entgegen, Fußvolk und Reiter, eö war aber ein Bach zwischen ihnen nnd Iochanau und sein Volk lagerten sich ihnen gegenüber. Und da er sah, daß das Volk sich fürchtete, durch den Bach zu setzen, setzte er zuerst hindurch, und als seine Mannschaft dies sah, folgte sie ihm. Hierauf thcilte er das Volk, er stellte die Reiter in die Mitte dcS Fußvolkes; die Reiterei der Feinde aber war sehr zahlreich. Und sie bliesen mit den heiligen Pos a u 11 e 11, n n d il' e ndeb ä 11S u 11 d s e i n H e e r f l 0 h e 11 u n d es fiel e n von i h n e 11 viel e E r sch l a g e n e." Als Simon der Fromme, der Hohepriester und Volksfürst, am 1. Tischri des JahreS ein hundert u. drei u. siebzig (der Seleuzidischen Aera) die Herrschaft Gottes (כזלכיות), das Gcdächtuiß des Bundes und den Schall der Posaune in Jerusalem feierte, waren alle Herzen voll des Dankeö gegen Gott, nnd in jeglichem Auge glänzten Thränen. Es waren dies aber nicht Thränen der Trauer, wie sie einst in den Tagen Esra's am ersten Tischri stoßen, sondern Thränen frommer Freude über die Wunder, die Gott geschehen ließ, um sein Volk aus der Hand seiner Unterdrücker zu befreien*). *) Merkwürdig ist die Sage der indischen Juden von den h. Trompeten. Sie ist in folgendem Berichte über die Ankunft der Juden in Indien enthalten: ״Nach der Zerstörung des zweiten Tempels (den Gott bald wieder aufbanen möge!) reisten unsere Väter, aus Furcht vor dem Zorne des Eroberers, in großer Menge, Männer und Weiber, Priester und Leviten, von Jerusalem ab. und kamen in dies Land. Es befanden sich unter ihnen Männer, die wegen ihrer Gelehrsamkeit und Weisheit in Ansehen standen; und Gott gab dem Volke Gnade in den Augen des Königs, der damals hier regierte, nnd dieser wies ihnen einen Platz au, wo sie wohnen sollten, der Eranganor heißt. Er Abraham CÜr r r c v a *)«, Am 25. Dezember 1800 starb in Venedig in seinem siebzigsten Jahre Abraham Errera, einer der hervorragendsten italienischen Juden. Er erhielt eine in der Zeit seiner Jugend noch seltene vortreffliche Erziehung, und machte besonders in der Ge'chicbte und in den fremden Sprachen rasche Fortschritte, nahm aber auch Autheil an den Geschäft ten des Vaters, nach dessen Tode er Chef des alten, renommirten Banguierhauseö ״Abraham Errera" wurde. Er gründete die Perlenfabrik, die für Italien eine »11 erschöpf׳ Hebe Quelle von Einkünften wurde. Durch seine edlen Tugendeu erwarb er sich bald die Achtung seiner Mitbürger. Er war Mitglied der Handelsakademie und stand an der Spitze der meisten industriellen Anstalten Venedig's. Er war unter den Leitern der Gesellschaft die sieh für die Verbindung Mailand's und Venedig's durch die Eisenbahn im Jahre 1835 bildete. Ihn finden wir auch unter den Gründern der stabiliinento mcrcantilc, dessen Präsident er einige Zeit war. gestattete ihnen eine patriarchalische Gerichtsbarkeit innerhalb ves Distrikts, nebst gewissen Adelsprivilegien; und die königliche Garantie wurde nach dem Gebrauche der damaligen Zeit aus eine Platte von Erz eingegrabeii. Dies geschah im Jahr von der Schöpfung der Welt 4250 (luid; christlicher Zeitrechnung im Jahre 4l>0), und diese erzene Platte ist noch in unserem Besitz. Unsere Vorältern blieben ungefähr 1000 Jahre zu Erangenor, und die Zahl der Häupter, die sie regiert hatte» . war 72. Bald nach unserer Niederlassung folgten uns andere Juden aus Judäa »ach, und unter diesen kam jener Mann von großer Weisheit, Rabbi Samuel, ein Levite von Jerusalem, nebst seinem Sohne Rabbi Jehuda L e v i t a. Sic brachten mit sich die silbernen Trompeten, die man zur Zeit des Jubeljahrs gebrauchte (4 Mos. 10, 2.), die bei der Zerstörung des zweiten Tempels gerettet wurden: und wir haben von unser» Vätern gehört, daß auf diese T r o in p eten die Buchstaben des nna ussp re chliche n Namens gegraben waren. Auch schlossen sich ailS Spanien, nnd von Zeit zn Zeit aus andern Gegenden Judenstämmc an uns an, die von unserm Wohlstände gehört halten. Aber endlich erhob sich Zwietracht unter uns; einer unserer Anführer rief einen indischen König zn seiner Hilfe, der mit einer großen Armee gegen uns kam, unsere Häuser, Schlösser und Vesten zerstörte, uns aus unfern Besitzungen zu Eranganor vertrieb, einen Thcil von uns ermordete, und einen andern Theil gefangen wegführtc. Durch diese Niederlagen wurden wir auf eine kleine Anzahl herabgesetzt. Einige Vertriebene kamen, nnd wohnten zu Cochin, wo wir seither wohnten, und von Zeit zu Zeit große Veränderungen erfahren haben. Es gibt unter uns einige aus den Kindern Israel (Bene-Israel), die vom Laude Aschkcnatz, von Egpptcn, von Tsoba und andern Orten gekouimen sind, außer denen, die vorher schon dieses Land bewohnt haben." (Buchanan, neueste Unters. Stuttg. 1814. S. 232 ff.). Aiim. d. Uebers. ") Nach dem Franz, d. Prof, della Torre v. S. L.