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Ben Chananja · 1861-08-30 · 35 (30.8.1861) · p. Seite 308

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
35 (30.8.1861)
Date
1861-08-30
Page
Seite 308 (sequence 8)
Language
German
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308 scheu) Alterthume wird man nicht leicht eine Autorität nennen, welcher «ine so gelehrte und ausführliche Behandlung zu Theil geworden wäre, wie sie hier dem gewiß nicht sehr geistreichen Gallischen Rhetor zu Theil wird. Das geschichtliche Buch des Sulvieius Severus war bisher unter dem Namen Sacra Historia oder Historia Sacra bekannt, der Verfasser nennt dasselbe einfach Chronik, diese Benennung ans alten Quellen rechtfertigend. Die Chronik umfaßt, wie der Verfasser derselben angibt: ״res a nmndi exordio sacris litteris editas .... usque ad nostram memoriam.“ Der Leser, der die Chronik zur Hand nimmt, um seine Konzeption der jüd. Geschichte zu bereichern, wird sich in seiner Hoffnung gewaltig getäuscht sehen. Die Chronik ist, wie Dr. B. unwiderleglich nachweist, eine Tcndenzschrift, voll von Anspielangen auf die damals Aquitanien beschäftigenden Fragen und Vorgänge (S. 19), so wie überhaupt auf die Zustände seiner Zeit. Für die Geschichte der Auslegung Daniels sind folgende Worte der Chronik (II, 3, 5): ״Die eisernen Schenkel sind das vierte Reich (Dan. 2, 40); darunter gibt das römische sich .zu erkennen, bei weitem das stärksie im Vergleich zu allen vorangegangenen Herrschaften. Die Füße jedoch, welche theils eisern, theils thönern sind (Dan. 2, 41) geben die Vorbcdeutung von einer derartigen Theilnng der römischen Herrschaft, das sie nie wieder eins werden könne; und dies hat sich gleichfalls erfüllt. Wird doch der römische Staat schon nicht länger von Einem Kaiser, sondern sogar von mehr als zweien regiert und zwar von solchen, die fortwährend sich bekämpfen, sei es mit Waffen oder mit Politik. Endlich wenn die Thonscherben und das Eisen unter einander gemischt werden, ohne daß je die Stoffe sich verbinden (Dan. 2, 43) so sind damit die Mischungen des Menschengeschlechtes bei fortdauernder Abneigung gegen einander angedeutct. Ist es doch offenkundig, daß der römische Boden von ausländischen Stämmen entweder, nachdem sic zum Kriege sich erhoben, besetzt oder, nachdem sie in einen Scheinfrieden sich unterworfen haben, ihnen überwiesen worden, und sehen wir doch, wie barbarische Völker.in unfercn Heeren, Städten und Landschaften mit uns vermischt leben, ohne daß sic darum in unsere Sitten sich fügen." Sehr interessant ist die Zusammenstellung der Mosaischen Gesetze (32—35); das )113 talionis hat Sulp, wol aus apolvgetischen Gründen nicht erwähnt. Den Glanzpunkt der trefflichen Abhandlang bildet ohne Zweifel das, was 48—01 über die Zerstörung Jcrusalcm'S gesagt wird. Bekanntlich läßt ZosefuS seinen Beschützer Titus auch bei der Belagerung Jerusalems ״eben so liebenswürdig und milde, ja fast sentimental erscheinen, wie dieser ״Liebling des Menschengcschlechtes" später ans dem römischen Throne sich benonimcn haben soll und in dem Drama des Racine sich benimmt (50)." Dagegen fordert ein sehr flavisch-gesinnter Dichter, Valerius Fl accus, den Demitian ans, daß er seinen Bruder Tituö schildere: geschwärzt von Jcrusalems Schlachtstaub, wie er den Brandpfeil schleudert und wüthet auf jeglicher Zinne. Nun läßt Hr. Di׳. V. seinen SulpizinS Severus sprechen, und stellt mit bewundernswürdigem Scharfsinne aus dem Zeugnisse derselben den Tacitäischen Bericht über die Zerstörung Jcrusalem's her (S. 57), woraus sich ergibt, daß die Zerstörung des Jerusalemischen Tempels im KricgSrathe der Römischen Feldherr» beschlossen, und von Titus befürwortet wurde. Am Schluffe seiner Abhandlung zählt Dr. B. die von ihm beleuchtete Chronik zu denjenigen Schriften, ״welche hervvrgerusen sind durch die große, dem Menschengcschlechte aufgegebene Arbeit, die Bibel mit der griechisch-römischen Bildung zu vereinen." Der sittliche Ernst, welche aus der ganzen Abhandlung hervorleuchtet, ist ganx des kritischen Geistes würdig, welcher dieselbe diktirt hat. Wir bezeugen dem Hrn. Dr. B. unsere Hochachtung, und wünschen uns recht oft an den Erzeugnissen seines kritischen Geistes zu erfreuen. JodiSk Almau a k for Skudaaret 5622. Forfallet og udgivet af Dr. M. Mielziner, Religionslärcr. Kjobenhavn. HoS P. G. Philipsen. 1861. 8. 36. Das erste Jahrbuch für Israeliten in dänischer Sprache! Ihr Mitarbeiter, der treffliche Mielziner, sucht seinen dänischen Glaubensgenoffen nach allen Seiten und Richtungen hin nützlich zu fctir- Vorliegender Almanach enthält einen sehr zweckmäßig geordneten Kalender für das nächste Jahr, eine populäre Abhandlung über die jüd. Chronologie, ein Tabelle für den Beginn des Gottesdienstes, und ein Verzeichniß der Beamten der hics. jüd. Gemeinde, aller in derselben bestehenden Anstalten und WohlthätigkeitSvereine, so wie die Namen der Vorsteher derselben. Die Nebersetzung des Gebetbuches haben die dänischen Israeliten ihrem populären Oberrabb., dem hoch verdienten und gelehrten Dr. Wolff, zu verdanken. P. Berichtigungen und Ergänzungen. Von Leop. Dukes. Seite 22 Zeile 22 statt Strandregen lies Strandsegen. 109 ״ Note 2 •ולי הרעתי ״ ולא הרעתי ״ מהבלי ,. מהמלי ,. 7 ״ ,. ..• " " " 7 הזקנות הנווקות ״• Seite 190 Note 34. Der thalmndische Ausdruck — נתן נסשו על — beinahe ganz biblisch — drückt den allgemeinen Grundgedanken der angeführten Schillerischen Zeile ans. Es kömmt dieser thalmudische Ansdruck sowol in allgemeiner als spezieller Form war. Die folgende Stelle besagt diesesשכל שאדם נותן נפשו :(׳ עליו נקרא על שמו. ״Wofür der Mensch sich ganz hingicbt. dieses heißt dann nach seinen Namen." Die fo'gcnde Stelle darf hier auch angeführt werden'לה אחד (׳ מג׳ דברים שנתן משה נפשו עליהם• Das ist eins von den drei Dingen, woran Moses sein Leben setzte 11. s. w. das heißt wofür er sich ganz aufopferte u. s. w. Die Worte des Peitau. welche Dr. Jellinek anführt (S. 187) lehnen sich an diese Stelle. S. 198 Z. 4 (von unten) vor den Worten ״Ob des Alters" n. s. w. setze Nr. 3. Diese 3 Strofeu finden sich in Kap. 6. Zu ״B. Chan." 1, 575. הכל תלוי בייזל s. Ozar Nechmad II. S. 113 Nr. 2. ‘) Mechilta Par. Beschält, (in Par. Schira). 2) Peßikta Kap. 21. Szegedin, , Leipzig, Dtrluij von Sigmund üurger. | Üommlsßons-Verlag von Franz Wagnrr. Druck von Sigmund Burger in Szcgedin.

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