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Ben Chananja · 1861-08-16 · 33 (16.8.1861) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
33 (16.8.1861)
Date
1861-08-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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tlr. 33. Szegedin, den 16. August len (fltananja. 1861. Vierter Jahrgang. 4)cn1usuel1er uni) Äetoahteur: L. Löw, illiciialiliiuer zu äzegedi». Jede» Freitag cisckeiiit ein ganzer Bogen. prUnümcrationsvrrig: Gaiizjälnig 7 ft• , huldjohrig 3 ft. •50 fr., viercljäftrig 2 ft. öftere. Wäbr. Man abonnirt bei allen Poftämtcrn und Buchj bandlnngen des Innnd Anstandes. Maniislrriplr , nnd an die Redaktion zu senden. I Inserate sind a» den Verleger S. B »r >׳, e > in Szegedi» oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Pem zeite wird mit >0 Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Znstalt. Zwei Br. Greg. d. Gr. gegen Judenverfolgung. B. I)r. Müller. — D. Tradition. B. Or. Weil. — Wiederverheiratimg einer Wittwe Oberrabb. Fasset. — Korrespondenz. (Ausland) Franks. (Nene Streitschriften. Zonrnalstiinnien über Stein'S Rücktritt). — Dresden (Landan's Rede über Beer). — Frankreich (Napoleon'ö Geschenk zu e. Synagogenban). Straßburg (Ein jüd. Prof. d. Pathol.) — Paris (Publikation d.•Alliance). — (Inland) vvie» <Botnn1 über Polngamie). — Großwardein (spnagogenweihe). — Literarische Anzeigen. Levi's Parabole bespr v. Dukes. - Miszellen von WieSner nnd Dukes. Zwei Briefe Des PabsteS Gregor des Großen') liebte ׳.׳on 540-0041. Aus Dem lateinischen van Or. A. Müller. I Gregor an Peter, Bischof von Terraciua. Verbot der Judenverfolgung. Der Jude Josef, Ueberbringer Des gegenwärtige», hat nnS zu wissen gemacht, Daß Ihr, lieber Bruder, Die Juden TerracinaS von einem Platze, wo sie zur Feier ihrer Feste sich zu versammeln pflegten, vertrieben habt, und Daß sie nach einem anderen Platze für eine gleiche Feier ihrer Festlichkeiten, jedoch mit Euerem Wissen und Willen, übergesiedelt; und nun beklagen sie sich über abermalige Verlreibung von Dieser Stelle. Doch wenn eS sich so verhält, ist es unser Wille, Daß Ihr, lieber Bruder, von einer solchen Beschwerde Euch frei macht und Daß eS ihnen gestartet sei, an Dem Orte sich zu versammeln, Den sie, wie gesagt, mit Euerer Einwilligung zur Zusammenkunft erhalten haben. Denn solche, Die Das Ehristenthnm nicht anerkennen, muß man Durch Milde, Güte, Erinahnnng und Rath zur Einheit Des Glaubens bringen: damit nicht jene, welche Die Süßigkeit Der Predigt nnd Die vorgehaltene Furchtbarkeit des künftigen Gerichtes zum Glauben bringen konnte, Durch Drohungen und eingejagte Aeugsteu abgeschreckt werden. ES ist also vielmehr nöthig, Daß sie zur Anhörung deS Gotteö- Wortes anS Euerem Munde in Güte sich versammeln, als daß sie die über Maß und Ziel gehende Strenge fürchten. LI. Gregor an PaschasinS, Bischof von Neapel. Er möge dir Jude» nicht bedrücken. sondern sie ihre Feste halten talstn. Die in lauterer Absicht Andersgläubige zur christlichen Religion und zum wahren Glauben bringen wollen, müssen sich Der Milde, nicht Der Härte befleißen; Damit nicht jene, welche Die ins Klare gebrachte Vernunft hätte bewegen können, Die Feindseligkeit verscheuche. Den» alle, welche anders handeln und sie unter diesem Deckmantel von Der gewohnten Uebung ihrer Religion abbringen wollen, Die beweisen, daß sie mehr ihre eigenen als GotteS Interessen im Auge haben. Die Inden Neapels wenigstens haben uns geklagt, Daß sie gewisse Leute in einigen FeiertagSfeierlicbfeiten grundlos zu hindern streben, Damit eS ihnen nicht verstatter sei, Die Feierlichkeiten ihrer Feste zu begehe», so wie eS bis jetzt ihnen selbst und Durch lange Zeilen früher ihren Vorfahren gestattet war. Wenn sich Die Sache richtig so verhält, scheinen sich jene Leute überflüssige Mühe zu geben. Denn was bringt eS für einen Vortheil, auch wenn man es ihnen einem langen Brauche zuwider verbietet, wenn cö ihnen nichts sroiumt zur Bekehrung im Glaube»'( Oder warum schreiben wir den Juden vor, wie sie ihre Zeremonien begehen sollen, wenn wir sie dadurch nicht ge Winnen können? Man muß also dahin arbeiten, Daß sie vielmehr durch Vernunft und Milde bewogen uns folgen wollen, nicht aber uns fliehen: damit wir ans ihren eigenen Schriften unsere Worte beweisend sie mit GotteS Hilfe au die Brust Der ״Mutter" Kirche ziehen können. Daher mögt ‘) S. Greg. ep. üb. I. ep. XXXIV. Mid üb. XI. <!p. XV.

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