Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1861-08-09 · 32 (9.8.1861) · p. Seite 284

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
32 (9.8.1861)
Date
1861-08-09
Page
Seite 284 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2542917-2543023-2543055--2224-2545945
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

284 Ist es nicht seltsam, derselbe Verfasser, welcher vor 2 Jahren dein Herausgeber der ״.Sansiniin“ zurief: ״Wir wünschen in de» huiftigeu ErbannngSbüchern eine minder freiere Eregesc", gibt nnn selbst dem jüdischen Publlkum ein GrbauungSbnch an die Hand, das von einer Ercgese strotzet und überfüllt ist, die rncksichtlich ihrer maßlosen Freibeil und Ungcbnndenheit fast sonder gleichen dastebt'f Erinnert ein solches Verfahren nicht an folgende 'Anekdote: ״Rabbi Ioiua Falk, Verfasser eines Kommentars zum ״Chachcm Mischpat" unter dem Namen 8״ma«, hatte mit Icmanden einen Rechtsstreit; die Sache kam vors Gericht. Erstaunt frug der Richter den Rabbi Josna, wie er in seiner Streitsache für sich das Recht in Anspruch nehme»! kann, da er ja in seinem Sma denselben Rechtsfall anführt, und nach seiner eigenen Entscheidung daselbst das Siecht ans der Seite seines Gegners sei. Beschämt über diesen Widerspruch mit sich selbst, antwortete Rabbi Josna: Ich erkenne daraus, »vic wahr und richtig unsere Weisen gcurtheilt, wenn sie sprachen : "אין אדם רואה "וב לעצמי" Nein! durch gehäufte Erklärungen dunkler Stekle» im Thalmnd und Midrasch, durch derartige Spielereien und Deuteleien erbauen »vir die Gemüter, überzeuge» »vir den Verstand, crrvärmen »vir die Herzen, erleuchten »vir die Geister nimmermehr. Lichte Gedankcn, gediegene und kräftige Ansichten in einer reizenden. populären Sprache dargesteslt, die aklcin »vären ein »vahrhaster AaronSstab, »velcher durch seine Zauberkraft im Stande »värc, e»vig duftende Blumen, die köstlichen Blühten und die himmlische Frucht des festen, innigen Glanbenö in den Herzen jüdischer Familien zu treiben und hervorznbringcn. Wir wünschen übrigens, daß sich vorliegendes Buch der allgemeinsten Thcilnahme erfreuen möge, zumal sich dessen Brauchbarkeit und Nützlichkeit in der oben angedentete» Richtung klar heranöstellt. Miszellen. x. n.!. lv. שהרגו עצמם rergieilheu Thaqacheu. die Juch. das. auführl stehen in der Geschichte des Iudcnth. nicht vereinzelt da, es sind Beispiele verzeichnet im Emck Habacha und in מירה ההג״ו von Raiban. Schließlich habe ich zu berichtigen. daß er in meinem gedachten Aufsatzc S. 4 anstatt: Antochria beißen sollte: Anrochiria. M. Fein. XIII. Zur biblischen Naturgeschichte. Dem Wunsche des Herrn Dr. A. Müller in Nr. 31 d. Blattes entsprechend, erlaube ich mir die Bemerkung, daß die auf das Werfen des Kleinviehes bezüglichen Stellen des Thalmnd, »nit der von Herrn vr. Müller angeführten Erklärung des Hhronimus völlig übcreinstim׳ men. Denn »venn auch von der Mischnah (Bcchonoth 57. b), für das Verzchntcn des im Lanfc des Jahres ge»vorfencn Viehes drei vcrschiedcne Zeiten statuirt »vcrden; so erhellt doch ans der Gcmara (Rosch Haschana 8 a), daß die Begattung des Kleinviehes, vorzüglich der Schafe, g r ö ß t e n t b e i l S in den Monate» Ndar und Nißan , und daher das Werfen i» Ab oder Elnl. erfolgte. Plininö (H. N. 8, 72.), fetzt die Begattung zivischcn Mai und August , und fügt hinzu: P o s־ tea eoncepti invalid!'. Dainit stimmt auch der »veitere Satz überein: Multi hibernoa agnos jiraet'erunt vcmis, qnoniam magia intersit ante solstitimn, quam ante brumuiu finnos esse; d. h. von den später ge»vorsencn Lämmern sind noch die Winlerlänimer den FrühlingSlämmcrn vorzuziehen, indem der Frost den ganz jungen Lämmcrn »nittdcr nachthcilig ist als die Hitze. — Auch bei Wiener (Real- »vörterb. 2. S. 395) heißt es: ״von den Jungen, »velche die Schafe bekanntlich ztvcimal im Jahre »vcrseu, galten die Herbstlämmer für drc krästigcrn." Es »väre denmach Rosenmüller (bibl. Naturgeschichte 2. S. 80), »velrhcr das Gegcntbcil aniiimmt, zu berichtigen. I. W i e S 11 e r. Stoiker und Pharisäer. In Bezug auf die Sitte bei Festuiahlen ר״ה zu rede» ist es bekanntlich R. Simon B. I., der zuerst im Traktate Aboih den Satz ausgestellt: ג״״ש »• s. »v.; es ist jedoch bemerkensiverth . daß es auch bei andern gebildeten Völkern des AltcrthumS zum guten Ton gehörte, den geladenen Gästen »vährend der Tafel auch einen geistigen Genuß zu bieten. So schreibt Flenr»): U etait ordinaire en ees tompsla de faire lire pendant le repas. Pline ny inauquait jauiais, et Juvenla invitant un de ses atnis ä soupcr avec lui, proraet de faire lire Homere et Virgile. Les Chrestiens faisaient lire l’Ecriture sainte. Aus Magen Aboth von R. Simon b. Z. Duran ist jedoch ersichtlich, daß schon viele Rabbinen s. Z. diesen Brauch abgestellt hatten. Wahrscheinlich hielten sie's für nnthunlich und mit der Würde der religiösen Rede für unvereinbar ״inter pocula“ ד״ת zu sprechen. Aus Magen Abraham O. CH. 170 sch. j erhellt, daß nach Einigen den! in Rede stehende» Gebrauche schon Genüge geschehe durch 2ה״מ mit pftf. Als Beleg für meine Behauptung im B. CH. Nr. t5, daß die Marime des B. CH. b. P.: מוטב שיטלנה in der jüdischen Praxis keine Beachtung fand. vertveise ich aus Juchaßin 3ub v. 91. Elieser, »vv cs heißt: וראוי להביא בכאן כס זמננו שראינו צדיקים Dresden, 2. August 1861. Die dreißig Tage der gesetzlich tiefen Trauer um meinen innigst geliebten Gatten Herrn Dr. silos. B. Beer sind vorüber, aber mein Schmerz ist eben so groß und mich ganz niederbeugend, »vie im ersten Momente des Verlustes. Mögen daher die geehrten Herren und Frauen entschuldigen, »venn ich diesen Weg »vählc. um ihnen für die vielen Beweise der Liebe und Anerkennniig für de» edlen Todten und der Theilnahme für mich zu danken. Weit über vaö deutsche Vaterland hinaus Hai diese Tranerkunde das Herz vieler erschüttert und »venn in Israel eine allgemeine Trauer stattfindet, so ist eö nur der gerechte Wiedcrhall der Menschenliebe, der Begeisterung für Recht und Freiheit und der Hingebung des Dahingeschiedcncn für seine Glaubenögeiioffen. Zur Notiz für seine Freunde und Verehrer füge ich hinzu, daß Herr Seminardirektor Dr. Z. Frankel in Breslau mit einer ansführlichen Biografie des Vere»vigten beschäftigt ist. Bei! h a B e e r, geb. Bondi. Szegedin, Leipzig, Vkrlug von Atginunl» Lurgrr Loinnilssiolis-Vertag von Iran) Wagner. Drillt von Sigmund Burger in Szegedm.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.