Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 32 (9.8.1861)
- Date
- 1861-08-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32. A-egcdin, den 9. Ängust >en (jthananja. WscheRbiAtt für MNsche 2^0. Vierter JakrgrmZ. 4)erau8ye6e1* mit) Jleha&teur: L. Löw, llöcrmßßiiici־ zu. äzegedin. 1861. ScfcfH Freitaq erscheint ei» ganzer Bogen. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- 1 Inserate sind an den Verleger S. B^u e^-c r priiniiincrationsprcig: Handlungen des In- und Auslandes. in Szegedin oder an Hrn. Franz W-ssFner Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., Manuskripte . in Leipzig zn senden. Die zweispaltige Petitviereljährig 2 fl. österr. Währ. j find an die Redaktion zn senden. j zeile wird mit lt) Nkr. — 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Die Leichcnbestattung in thalmndischer und nachthalmndischer Zeit. Bon Rabb. Z. WicSner. — Literär-Historische Beiträge. Bon Lcop- DnkeS. — Korrespondenz. (Ansland) Kopenhagen (Todesfall.) — Kopenhagen (Empfang des Königs.) — Kopenhagen (Schul Einweihung). — (Inland) Rendek. — Gi oßwardein. — Literarische Anzeigen. Der Aaronsstab. Angez. von Rabb. Fcni. — Miszellen. Stoiker und Pharisäer. — Zur biblischen Naturgeschichte. V. Z. Wiesner. — Danksagung. Die Leichenbestattung in thalmndischer und nachthalmndischer Zeit. Bon Rabb. 3- Wiesner in Nachod. t. In thalmndischer Zeit. Gleich nach dem Ableben wurden dein Verstorbenen die Augen zugedrückt, der Mund' geschlossen, und erwürbe von seinem Lager entfernt, sofort gewaschen, gesalbt, geschmückt und mit seinen besten und kostbarsten Gewänbern bekleidet (Sabbath 151 a und b). Dasselbe geschah bei Griechen und Römern (s. Weiß Eostk. 2. S. 744 und 1028). Zum Schmucke der Tobten wnrde, wie es scheint, die Myrthe mit Vorliebe verwendet, welcher anch bie Römer eine reinigende Kraft zuschrieben (Bezah 6. a. Lübken Reallerik. S. 623). So wie in Rom der Libitinarius, so waren es in Palästina die כחסים, welchen bie Sorge für die Bestattung der Leiche von den Verwandten übertragen wurde (Jernschalmi Berachot 3. Weiß Eostümk. 2 S. 1028). — Den Leichenzug eröffnten Flötenspieler, wol auch Hornbläser und Klageweiber, welche, wie ehemals!ei Griechen und Römern, und wie noch gegenwärtig im Ormte, Klagelieber (קינוח Naeniae) auf den Verstorbenen smgen, auch dabei abwechselnd mit den Händen an Brust und Stirne schlugen. (Sabbath 151. a Moed Katon 28. b. Weiß a. a. O.) ״Hier", erzählt ein Reisender in Bezug auf Aegypte, ״fand ich die Klageweiber, die in der Bib! mehrmals Vorkommen, und von denen ich mir keinen rehten Begriff machen konnte. — Vor dem Hause des Verftrbenen versammeln sich 15 bis 20 Weiber dunkel geklkdet und mit einem schwarzen oder dunkelblauen Tuch über den Kopf. Eine Handtrommel wird von einer ans ihnen geschlagen, die übrigen bewegen sich im Kreise herum nach dem Takte derselben, indem sie laut das Lob des Verstorbenen besingen. In einer einzigen Minute schlagen sie vielleicht zwanzig bis dreißigmal die Hände vor dem Gesichte zusammen, und lassen sie dann bis zu dem Knieen sinken. (Rosenmüller Morgen!. 4. S. 274, vergl. Frankl nach Jerusalem 2. S. 135. Schwarz d. h. Land S. 342.)" — Die Leichname der Vornehmen wurden auf reich verzierten, mit kostbaren Tep- Pichen geschmückten Bahren, mit entblößtem Gesichte, Armen, in einfachen bedeckten Bahren oder in geschlossenen Särgen getragen (Moed Katon 27. a), ganz so wie bei den Römern (s. Weiß Kostk. S. 1030. Lübker Realler. S. 348). Die Leichen der Verlobten wurden noch überdies unter einem, dem Brautzelte ähnlichen Baldachine getragen, welches mit reifen oder unreifen Früchten und sonstigen Zie.athen ansgeschmückt war (Semachoth 8). Die Leidtragenden folgten nach allgemeinem orientalischen Brauche, mit verhülltem Unterkinne. vorn an der Brust aufgerissenem Kleide und ungeschorenem Bart und Haupthaar der Bahre (Moed Katon 15. a. Rosenmüller Morgen!. 3. S. 144. Wiener Realwörterb. 2. S. 630). Rauchpfannen und Fackeln fehlten bei den jüdischen Leichenbegängnissen eben so wenig als bei den römischen (Berachoth 51. b. Lübker S. 335 und 348-. UeberdieS wurden bei vornehmen Leichen große Massen von kostbaren wolriechenden Spezereien verbrannt oder sonst verschwendet (Abod6 sava 11. a. vergl. J08. de antiqu. 17. 11. de bei!. 1. 21). — Die Kosten eines damaliger Sitte entsprechenden anständigen Begräbnisses stiegen endlich so