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Ben Chananja · 1861-07-05 · 27 (5.7.1861) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
27 (5.7.1861)
Date
1861-07-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage!um ״Ben Cyananja" Nr. SV Literarische Alyeigea. Vr. M. Steinschneider und die hebräische Bibliografie *). Von einem Freunde der Wahrheit. Je dc scay quoy premier en lui je doibre admirer, 011 son oultrecuydance, ou sa besterie. Rabelais. III. » Konfusion der Sprachen. Andere Raritäten. Titclregister. — Eine nnigestürzte Bibliothek. Mein guter M.! Die Verwirrung der Sprachen beim babylonischen Thurmbau kann nicht größer gewesen sein als die. welche in Ihrem sogenannten Handbnche für hebräische Sprachknnde waltet. Anstatt von Hebräisch, sprechen Sic von: AegYPtisch (Nr. 1493). Arabisch (Nr. 784 , 1004, 1005, 1006, 149Ä), Aramäisch (Nr. 478, 1909), Armenisch (Nr. 46), Assyrisch (351), Belgisch (Nr. 1106), Chaldäisch (Nr. 46, 180, 188, 478, 519. 527, 938, 1106, 1403, 1512, 2207, 2208), Deutsch (Nr. 478, 934), Englisch (Nr. 1106). Jüdisch (Nr. 1442), Jüdisch- Deutsch (Nr. 143 b.), Lateinisch (Nr. 934, 1106), Morgenländisch (Nr. 24), Persisch (Nr. 1004, 1005, 1106, 1493), Portugisisch (Nr. 1106), Samaritisch (Nr. 1493, 2136), Saronisch (Nr. 1106), Sematisch (Nr. 203, 507, 1142), Spanisch (Nr. 1106), Syrisch (Nr. 46, 351, 519, 938, 1106, 1512), Türkisch (Nr. 1106), Ungarisch (Nr. 211), n. s. w. Fast die Hälfte ihres Katalog'S ist mit diesen, nicht hebräischen Gegenständen, und mit anderen Dingen die gar nichts mit der Sprachkünde zu schaffen haben, augefüllt. Denn um Ihrem Verzeichnisse eine gewisse Ausdehnung zu geben, haben Sie alles, von erotischen Wörtern (Nr. 1167, 1204), bis auf ungewöhnliche Wörter (Nr. 2008), hineingeflickt! Hingegen fehlen eine große Anzahl von wirklichen, zur hebräischen Sprachknnde gehörigen Werke». Ach! Bibli-! kus, was haben Sie gethan? Sie werden mir verzeihen, lieber M., wenn ich jetzt versuche, einen etwas höher» Styl mir anzueignen, um die Wirkung Ihrer neuen Erfindungen zu steigern. Himmel! welche seltsame Mundart, welche wunderlichen Sprachen die Ihr Geist erfand! ״Es ritten drei Reiter zum Thor hinaus, hopp! hopp! Sie redeten gar wunderliche Sprachen, hopp! hopp!" Der Eine sprach Gemarisch (Nr. 173 1106), Der Andere sprach Thalmndisch (Nr. 180, 351), Der Dritte sprach Midraschisch (Nr. 271). ״Es ritten drei Reiter zum Thor hinaus, hopp! hopp! Sie sprachen gar seltsame Sprachen, hopp! hopp!" Der Erste sprach Nabbinisch (Nr. >88, 305), Der Zweite sprach Rabbinisch-Griechisch (Nr. 1105), Der Dritte sprach Nabbinisch-Filososisch (Nr. 722). ״ES ritten drei Reiter zum Thor hinaus, hopp! hopp! Sie redete» gar wunderliche Sprachen, hopp! hopp!" *) S. oben S 14, 107. Der Eine sprach Targuniisch (Nr. 364, 305), Der Andere sprach Mischnaisch (Nr. ). Der Letzte sprach Boraisisch (Nr. ). Schade, Jammerschade daß Sie kein Preuße sind. Die Preußen sind fröhlichere Leute, stets lustig. stets ergötzend, nicht so mürrisch wie Sie, Sauertopf! Sehen Sic einmal den Herrn Gevatter, ein ächter Preuße, der drillert Ihnen den ganzen Tag. bald eine lusttge, K in a, bald eine sröhlische S clich a, oder andere synagogale Poesien. ״Es haben viel frölische Menschen Lang' vor uns gelebt und gelacht" Sie lachen nie, Sie haben den Ruf eines reizbaren und zänkischeu Menschen, und schreiben mit Galle. Aber Sie machen uns oft lachen durch Ihre possierliche Selsamkeiten, durch Ihre grillenhaftige Raritäten: ״Raritete scyn ßu scheu, Schöne Naritetc! Soll sick anfmarschiere sehen, Wie Christen mit Taufnamen gehen (Nr. 533)." ״Raritete seyn ßu sehen All zu rare Sacke»! Wie die Leut' auf Köpfe gehen, 11 nd Frauen sich b e r ü h m t e N a m e n macken (Nr. 830)." Eine bibliografische Kritik gehört, wie ein bibliografisches Werk überhaupt, zu den langweiligsten Dingen auf der Welt. Ich sehe jedoch ein, daß ich das Begonnene beendigen muß. He! was ist das? Armer Katalogist der Sie sind, Sie fabriziren Ihre Kataloge nach gewissen Bücherverzeichnissen, oder Kollaboratoren; was diese Ihnen nicht erklären, wissen Sie nun einmal nicht, waö diese Ihnen an Material nicht liefern, das besitzen Sie nicht. Daher auch, wie wir bereits bemerkt haben, die auffallendsten Auslassungen in Ihrer Broschüre. Die Zahl der vergessenen Autoren übcrtrifft fast die der angeführten. Wenn ich nicht befürchtete, pedantisch zu erscheinen, indem ich Ihnen so viele hinweggclassene Autoren, so viele nicht berücksichtigte Bücher, so viele vergessene Editionen vorführte, so würde ich ein vollständiges Verzeichniß davon liefern- Eine Liste, wie sie sich für eine Zeitschrift eignet, die nicht ausschließlich der Bibliografie gewidmet ist, geben wir als Nachtrag am Ende dieses Artikels. Um den Leser aber einigermassen für die Trockenheit des Gegenstandes zu entschädigen, so wollen wir im Vorübergehen noch einige von Ihren so häufigen Wunderlichkeiten und Raritäten hervorheben. Zum Schluß ist zu bemerken, daß ein Werk mit so vielen hervorstehenden Jrrthümern und Auslassungen nicht besser beendigt werden konnte, als mit einem Titclregister, in dem die Hälfte der Titel fehlen! Seitdem dieses geschrieben, kamen uns mehrere Aushängbogen von Ihrem orsorder Katalog zu Gesicht. Alles was wir im Voraus über diese Arbeit vermutheten, findet sich im Uebermaße bestätigt. Ja sie übertrifft noch an Verwirrung, au Konfusion alles, was mau nur denken kann, und wir können Sie, lieber M., als Verfasser mit nichts anderem vergleichen als mit einer u m gestürzte n Bibliothek. ״Eine nnigestürzte Bibliothek" soll der Titel einer Kritik sein, die wir über dieses Machwerk zu schreiben gedenken. Zunächst werden wir ein treues Bild des Wirrwar's desselben entwerfen. Sodann soll diese Kritik Nachweisungeil enthalten über eine ganz neue Methode in: Irren, um den Leser aus ein Verfahren aufmerksam machen, wie es nur in einem Gehirn wie das Ihrige entstehen kann. (Schluß folgt).

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