Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 23 (7.6.1861)
- Date
- 1861-06-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543023-2543047--2139-2545886- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
\ Ur. 83. Szegedin, den 7. Zum 1861. en MmMW. McheMM fit Mdische TheslsHie. Vierter JakrMg. Hera118geker und Redakteur: L. Löw, Lkerrakkiuer zu Szegedin. Zeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Pränninerationspreis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., vierteljährig 2 fl. öfterr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Manuskripte find an die Redaktion zu senden. Inserate sind an den Verleger S. Burger in Szegedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzcile wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet Inhalt, lieber Anlegung der תפילין und Ve! Leop. Dukes. — Wanderungen im Gebiete jüd. crichtung des pflichrmäßigen MorgcngebeteS. Von I. Kahn. — Literär-Historische Beiträge. Von Vorzeit. Von Dr. Carmoly. — Korrespondenz. (Inland.) Wien. — Lemberg. — Temesvar. — Pest. — Miszellen. Von Leopold Dukes. Äelier " öer תפילין uni) ffcrririjlung des pjftcfjfmaßigeii י ״ ״ vorzüglich des שמע und der תפלה vor Tagesanbruch von denjenigen, die sich auf Reisen begebeZ^müssen. V. Oberrabb. I. Kah n. Schon öfters wurde mir von gebildeten konservativen Israeliten ihre große Verlegenheit mitgetheilt, in welche sie sich versetzt fühlen, wenn sie vor Tagesanbruch sich auf die Reise begeben müssen und zur Zeit des Gebetes noch im Postwagen, Dampfschiffe zc. sich befinden. Es widerstrebe ihrem Anstands- und auch ihrem religiösen Gefühle, an diesen öffentlichen Orten, vor den Augen so vieler Nichtjuden, die תפילי an- und abzulegen und mit denselben das Gebet zu verrichten, da hierdurch diese, für uns so heilige Verrichtung, und auch unsere ganze Religion verhöhnt und verspottet wird, was sie auch schon öfters wahrgenommen hatten. Auch könnten sie unmöglich die hierbei nöthige Sammlung und Andacht haben. Andererseits fanden sie sich in ihrem Gewissen beunruhigt, das )תפילי Anlegen und das vorschriftSmäßige Gebet, welches letztere/ nach ihrer Ansicht ohne ersteres nicht verrichtet werden darf, zu unterlassen, oder so lange zu verschieben, bis die vorschriftsmäßige Zeit verstrichen wäre. Es wäre, so äußerten sie sich weiter dringend nöthig, daß die Rabbiner, gerade in unserer Zeit', wo das Reisen zu jeder Stunde so häufig ist und leider schon so Viele, diese wie andere religiöse Vorschriften, vernachlässigen, hierin ein Aushilfsmittel angeben, damit die Vernachlässigung dieser religiösen Pflichten nicht noch weiter einreiße und wenigstens Diejenigen, die solche noch gern beobachten wollen, es mitj Andacht und Würde auch können sollen, ohne ihr religiöses und Anstandsgefühl zu verletzen. Diesem zeitgemäßen und religiösen Wunsche dieser Männer zu entsprechen, halte ich mich desto mehr verpflichtet, als ich selbst schon mit eigenen Augen gesehen habe und mir häufig berichtet wurde, welchen großen Unfug und welche unverzeihliche Entweihung der Religion, besonders die Israeliten auf dem Lande, die den Viehhandel betreiben, hiermit begehen und verursachen. Diese, welche sehr häufig vor Tagesanbruch sich auf den Weg machen, legen die )תפילי in den gewöhnlichsten Schenkstuben vor den rohesten und ungebildesten Menschen, ja häufig ans der öffentlichen Landstraße, während sie das Vieh vor sich hertreiben, oder solches sogar an der Hand führen, auf die unverständigste und andachtloseste Art und Weise an und verweilen in entblößtem Arm so lange bis sie das übliche Gebet in Eile und ohne Andacht hergeplaudert haben und legen alsdann die )תפילי wieder ab. Hierdurch glauben sie ihrer Pflicht Genüge geleistet zu haben. Charakteristisch ist der von Vielen derselben für diese Verrichtung angewandte Ausdruck: ״Auf- und Absatteln." Ich habe schon öfters bei feierlichen Veranlassungen in meinen Landgemeinden gegen diesen Unfug gepredigt »nd die Mittel zur Abstellung derselben angegeben. Ich will durch, diese Blätter diese Mittel veröffentlichen. I. Die Verlegenheit über Anlegung der )תפילי, wenn man vor Tagesanbruch sich auf die Reise begibt, beruht A^$B 05882899