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Ben Chananja · 1861-05-31 · 22 (31.5.1861) · p. Seite 198

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
22 (31.5.1861)
Date
1861-05-31
Page
Seite 198 (sequence 8)
Language
German
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198 «inftt Höhen! Gegenstand beginnen kann, je besser es sich mit den vorbereitenden Kenntnissen vertraut gemacht bat. Wenn aber eine gute Fibel überhaupt für welche Schriftform immer, nnnnigänglich nöihig ist. so ist sie für das Hebräische besonders nothwendig. — Man dürfte mtt König Richard: Ein Königreich für eine gute hebr. Fibel auSruscn, denn unter all den hebr. Lesebüchern mit ihren zumeist verblaßten, kränkelnden Theoremen, welche Oesterreichs Schulmänner bisher zu Tage gefördert, läßt sich kaum eines Nachweisen, daS in allen seinen Thcilen einer gesunden Pädagogik entspricht. Deshalb rechne ich es mir als Verdienst an, meine Kollegen ans L. M. LcwisohnS "״ראשית דעת Denzels, Hientsch's, DiestcrwcgS u. A. Grundsätzen der Lautir- Methode. Dritte Auflage, Fulda 1855. (eine jüngere Ausgabe ist mir unbekannt geblieben) hicmit aufmerksam gcniacht zu haben. Dieses Büchlein, dessen folgerichtiges, in den Gesetzen der Natur begründetes, vom Leichten zum Schweren! gelangen, seiner Zeit von gewiegten Kritikern würdigend und anempfchlend hcrvorgchoben wurde, hat mir vor Jahren schon in meiner Lchrerpraris recht treffliche Dienste geleistet, nachdem ich (noch zu Homona) während eines einzigen SommerkurseS eine volle Klaffe, die aus mehr als fünfzig Kinderchen bestand, durch die benannte Fibel und mit Hilfe des beweglichen Alfabcts zum fertigen Lesen gebracht habe. Gin derartiges Resultat ist wahrlich nicht genug hoch anzuschlagen und dürfte einzig mrr den gebrauchten Hilfsnrittcln zu gut gerechnet werden. Jakob Heinrich L öw. Pest, im Mai. Der auch von den Lesern d. Bl. gekannte H. Rosenberg wurde von der ung. Statthaltern' zu Ofen bei Gelegenheit seiner erst kürzlichst ftattgefundcnen Avanzirnng vom Unter!, zum Klassenlehrer mit Nachsicht des üblichen Probeterrainnins alsogleich znm defiuitiven Lehrer ernannt. In der betreffenden Zuschrift von der Behörde Zahl 24.519 heißt es: ״In Beachtung Ihrer nachgewiesenen Lehrtüchtigkeit und Ihrer bisherigen ersprießlichen Dienstleistung im Lehramte, insbesondere in Würdigung ihrer auSgez. Verwendung an der isr. Mustcrbauptschule, werden sie alsogleich zum wirklichen Lehrer u. s. w. ernannt." M. V. Literarische Anzeigen. Prinz und Derwisch, oder d i e M a k a m e n des I b n C ch i Sdai. Von vr. W. A. Meiscl . . . Pest. 1861. 8°. Angczeigt von Leopold Dukes. Und wiegt eö zwischen Ernst und Spiele Auf schwanker Leiter der Gefühle. (Schiller). (Schluß S. S. 187). Nr. 1. ״Wenn die Schaarcn der Kinder des Grcisenalters 35) dem Heere der schwarz-herzigen39) nachsetzen, so vermehrt mein Haar meinen Sturm. O möchte ich den früheren Zeiten wiedergegeben werden37)! Die Schwärze der Nacht d c r HaareJS) ist besser als die meiner jetzigen Schwärze." (Vcrgl. Note 36). Nr. 2. ״Schwarz ans weiß schreiben oft die Schreiber, sie 39) schreibt auch langsam weiß auf schwarz. Sie wußte nicht zu schreiben, bis sie die Schrift verlöschte "). Es ist nicht gut, wenn der Schreiber iu unserer Schrift das Geschriebene verlöscht. ״Ob des Alters verwundere ich mich, welches mit der Schärfe seines Schwertes schlägt, ohne daß man Schmerz empfindet. Das Menschenauge hat — das Alter ausgenommen — keine schwere schmerzlose Krankheit gesehen." Fassen wir zum Schluffe alles zusammen, so ist dieses Buch, insofern cS rein menschlichen Jnbaltcs ist, Eigenthum der Menschheit Insofern cS aber mehr als 600 Jahre ein schätzbarer Beitrag der hebr Literatur war: so gehört es mit Recht dem Jnventariiim der hebr. Literatur ausschließlich. Insofern es nun in einer eleganten und schön attSgcftattctcn deutschen Uebersetzung vorlicgt — eine schöne Seele in einem schönen Körper — so gehört es dadurch dem deutschen Leser im Allgemclnen an. Es waren alle Verdienste vcrtheilt, wir sind — wie sonst oft — zu spät gekommen, es blieb für nnS nichts weiter übrig als ans die Verdienste anderer ausmerksam zu m a ch e n. Die besten Rezensionen sind, wie die besten Visiten, die kurzen. Gegen diese Regel haben wir vielleicht gefehlt. Hoffnungen sind die Träme dcö Wachenden '"), die Nachsicht des Lesers ist der einzigc Traum im Wachen, welcher uns von allen anderen geblieben ist. Anmerkungen. :IS) DaS weiße Haar, lieber daö weiße Haar haben arabische und jüdische Dichter sehr geistreiche Gedichte geschrieben. Ein Kapitel des Tarschisch (תרשיש) des Moseö ben Esra ist diesem Gegenstände gewidmet. 3'׳) Erliste Gedanken, welche daS Alter zu crhegen pflegt. Der persische Dichter sagt: ״Daö weiße Haar bringt von dem Leichcntuche Kunde." Solche Gedanken auch im Tarschisch. Solche Gedanken, aller Devotion. 37) So Moses b. Esra im Tarschisch מי ישיבני לנוער ״Wer gibt der Jugend mich zurück." Verlust der Jugend und Zurückwünschen derselben ist die Poesie der ganzen Welt, selbst außerhalb der eigentlichen Poesie. 38) Das schwarze Haar der Jugend. So בשער בלילות ״mit Haar (schwarz) wie Nächte" im Tarschi 1 ch und in vielen anderen Dichtern das Alter-Haar. 39) Die Zeit. ") Das schwarze. ") Aristoteles. Druckfehler in Lr. 21. Der Preis der neuen Zeitschrift: ״Der Israel. Lehrer״ ist für ein Quartal zu verstehen-, dieselbe wird aber nur halbjährig gegeben und kostet für diese Zeit nur 1 fl., mit franko Postzuseudung 1 fl. 24 kr. ö. W. — Nr. 1, 2 (vom 1. und 15. Mai) sind bereits erschienen und zu haben. ünchhandl. von Aigin, üurgcr in Szegcdin. Inserat. 3 L o n k u r 6. (3) An der hiesigen isr. vierklassigcn Primar-Hauptschnle wird mit Heutigen der Konkurs für 5 Lehrer-Stellen niit dem jährlichen Gehalte von 550 fl. ö. W. *); sowie der einer Lehrerin mit einem Firum von 400 fl. für den mit 1. Oktober l. I. beginnenden Winter-Kurs eröffnet. Bewerber um diese Stellen, die der ungarischen, deutschen und hebräischen Sprache mächtig sein müssen, wollen ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche mit BefähigungS- und Moralitäts-Zeugnissen bis Ende Juli l. I. an den Kultus-Vorstand portofrei einsendeu. Baja, am 7. Mai 1861. Der isr. Kultus-Gemeinde-Vorstand. *) Berichtigung: in Nr. 20 nnd 21 muß es ebenfalls ISO fl. heißen, was hiemit auf Veranlassung der Vorsteher d. Bajacr isr. Kultnsgemeinde berichtigt wird. Die Erpeditiou. Szegediu, Leipzig, Verlag von Sigimind Lurger. Lommisfiong-Verlag von Franz tvagner. Druck von Sigmund Burger in Szeged!!!.

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