Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 21 (24.5.1861)
- Date
- 1861-05-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 21. Szegedin, den 24. Mai 1861. LN Mrnnmyn. WscheMM fit Mdische Thesisgie. Vierter InllrMng. ficrausflcßcL* imö Jleba&teur: L. Löw, J)ß0rra6ö(11cr 511 Szegedin. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Prauunierallonsprcis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 ff., viert.ljährig 2 fl. östcrr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern nnd Buch- Handlungen des Zn- und Auslandes. Manusltriptc sind an die Redaktion zu senden. Inserate sind an den Verleger S. Burger in Szegedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzcile wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. Inhalt. .אל נכה בז הנניה B. M. IS. Stern. — Die mittelalterliche, vorzüglich arabisch-jü V. l>r. Schmiedl. — Versuch einer ninständlichen Analyse des Sohar. V. Ignatz Stern. — NocI V. I. Kahn. — Korrespondenz. Wien. — Wien. — Wien. — Lilerärische 2lnzeigen. Meisel'S! dische Literatur über die Ewigkeit der Thora. Ü ein Wort über die Schließung der jüd. Ehe. Prinz und Dewisch, bespr. von Lcop. Dukes. אל נכח בן חנניה. כציר נאמץ לשארית הנין־ יה ה3ף שלוה, למהנה עברים צפה פה לאלם הנך, לקרוא הריר לאסיר חקוה. להיות אור זרוה ומי בעל .דברים עש אליך. Wien. M. E. Stern. Die mittelalterliche, vorzüglich arabisch-jüdische Literatur über die Ewigkeit der Thora. Von D5. 21. Schmicdl, Rabbiner zu P r o ß n i tz. ואני זאת בריחי אותם אמר ה׳ רוהי אשר עליך ודברי אשר שמתי בפיך לא ימושו מסיך ומפי זרעך ומסי זרע זרעך אמר ה׳ ■ מעתה ועד עולם. Fortsetzung*). Einer der zahlreichen Sterne, welche am Himnel der pyrenäischen Halbinsel leuchteten, war Abraham Zbn Daud — der Zeitgenosse und Landsmann Jbn Esra's — der ReligionSfilosof und Geschichtschreiber aus Toledo. Zbn Daud war ein tiefreligiöser Mann. Hat er doch seine iefsinnige Gläubigkeit mit seinem Leben besiegelt, da er enes Märtyrertodes starb! Aber es war dies ja eben die mit Recht bewunderte Zeit, wo an den Hochaltären der jüdscharabischen Schulen Glauben und Denken ein heilges Bündniß mit einander geschlossen. Und so war auch für den tiefreligiösen Jbn-Dand die Filosofie kein leerer Wahn, sonderr^ sie schien ihm des Schweißes der Edlen werth. Wie der,Gaon auö Hajum, so suchte anch er zwischen Glauben und Wissen — zwischen Emunot und Deot — einen Ausgleich zu Stande zu bringen. ״Thora und Filosofie sind zwei Herren, von denen die eine groß und der andere nicht klein ist", sagte er mit einem poetischen Anflug, der in seinen Schriften so oft sich bemerkbar macht — ״wir dürfen uns glücklich preisen, wenn eö uns gelingt, beide Herren zu befriedigen In seiner religionS-filosofischen Schrift widmet er auch einen Abschnitt der Frage, die wir in gegenwärtigem Anssatze literatur-geschichtlich darzustellen versuchen — nämlich der Frage, ״ob die Religion wandelbar sein könne""). Wir haben in unserm früher« Artikel davon gesprochen, daß die Argumente für die Ewigkeit der Thora in zweifacher Beweisform geführt wurden — nämlich a posteriori, ans den Aussprüchen der Bibel, die von der Ewigkeit und Unwandelbarkeit der Gesetze reden, und a priori, aus dem Wesen Gottes. ES wäre nämlich, sagt man, ein Widerspruch in sich selber — eine Contradiktio in objekto — wenn der unveränderliche Gott je seinen Willen derart ändern könnte, um das, waS er einmal als das Beste oder das Alleingute hingestellt, zu widerrufen nnd durch ein Anderes zu ersetzen 3). Dieses letztere Argument jedoch will Jbn-Dand nicht als Beweis für seinen Gegenstand benützen. Wohl steht auch bei ihm jene filosofische Theorie seiner Zeit fest, daß Gott und sein Wissen eines sei/) — so wenig nun als sein Wesen je eine Veränderung erleiden könnte, ebensowenig *) S. oben Nr. 19.