Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 20 (17.5.1861)
- Date
- 1861-05-17
- Page
- Seite 176 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543023-2543044--2111-2545855- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
176 hohe Aristokratie hat bisher ebenfalls nur ein schwaches Kontingent zur günstigen Entscheidung der Jndenemanzipationsfrage gestellt; ohne Zweifel wird sie dies bei dem gegenw. Reichstage thun. Als die ersten Mitglieder des hohen Adels, welche der bürgerl. Gleichstellung der Inden mit Entschiedenheit und Warme das Wort redeten, wird die ung.-jüd. Geschichte den Baron Josef Eötvös, den Grafen Karl Zay, I. Barkoczy, und den Grafen Ladislaus Teleky nennen. Von Levp. Dukes. VIII. ״Vr" (הוא) als Bezeichnung des göttlichen Wesens. Es gibt Ausdrücke, welche in der höher» geistigen Welt zirkuliren, nichts Besonderes bezeichnen, keine bestimmte Anschauung verrathen, die aber gleichwol mit gewissen tiefer liegenden Ideen durch eine unsichtbare Brücke verbunden sind, und daher als Glied einer großen und werkhvollen Reichstage unter Anderem: ״Die Aufgabe des BnrgcrstandcS ist nicht, so wenige als möglich in die Schanzen der Konstitution anfznnehmcp, damit so Wenige als möglich der Wohlthaten derselben thcilhaftig weZden sollen, sondern das Entgcgengcsctjte. Denn ich glaube, das; »Recht sei desto dauerhafter, je größer die Zahl derer ist, die es verthcidigen. (Zs ist nicht nöthig, zu beweisen, nnd durch Beisp. zn erhärten, das; bei einer Station, in deren Mitte eine Gtanbensgcnossenschast unterdrückt ist, weder das geistige, noch das materielle Wobt die gebührliche Stufe erreichen lönne, und das; die Nation dort, wo die gefährlichen Vornrthcilc aushörten, mit Riesenschritten in ihrer Blüte sorlschrcitct. (Zs kann dies auch gar nicht anders sein! Wo ein Zeder an der Verbreitung des Rechtes und der Wohlsarth gleich intcrcssirt ist, dort sind Alle bcflissen, Recht, Wohlfarth durch ihr eifriges Hinzuthnn zu unterstützen und zu befestigen. Ich theite nicht die Ansicht des Debreziner Dcput., nach welcher die Zudeu erst vorbereitet werden müssen, um die Bürgerrechte genießen zn können. Zst d. St. Debrezin zum Genüsse ihrer Privilegien als k. Freistadt vorbereitet worden? Schwerlich. Vielmehr wurde den Dcbreeziucrn zuvörderst Gelegenheit geboten, ihre Rechte zu üben. So steht cS auch mit den Juden. Zch fürchte durchaus nicht, daß dieselben nicht verstehen werden, ihre Bürgerrechte zn gebrauchen. Auch das, was der Debr. Dep. vom Standpunkte der Religion vortrug, kann ich nicht billigen. Vor Kurzem wollte derselbe vollkommene Religionsfreiheit im Gesetze ausgesprochen wissen, nun erklärt er, daß sich die jüd. Religion mit den Zwecken des Staates nicht vertrage, und sogar gefährlich sei. Zch halte dafür, das; die Juden glauben, sie werden in ihrer Religion selig. Der verdienstvolle Herr Dcp. gestalte daher auch den Zudeu, die Freiheit ihres Gewissens zu üben." Nachdem sich der Redner noch über die Ungerechtigkeit der Toleranz-Tar-Zahlung ausgesprochen hatte, schloß er mit den Worten: ״Aus allen diesen Gründen wollen meine Kommittenten die religiöse Gleichheit einsühren, und sie wünschen, das; der in Berathnng stehende 8- 89 (der das Bürgerrecht d. Zudeu in d. k. Freist, enthielt) unverändert bleibe." Kette ein nicht geringes Interesse gewähren. Steigt nun ihr Gebrauch sogar in's hohe Alterthnm hinauf; kommt ein und derselbe Ausdruck auf verschiedenen Literaturgebicten vor: so muß dadurch das antiquarische Interesse nur ge- Winnen. Wahrheit verliert zwar nichts durch ihre Jugend, und gewinnt nichts durch ihr Alter; eine junge Wahrheit ist eben so schätzbar, wie eine alte; allein der Mensch war von jeher geneigt, dem, was aus der Ferne kömmt, höhern Werth beizulegen, als dem, was er in der Nähe haben kann, und dem Alter einen Vorrang zu gewähren, nicht weil cS gut, sondern weil eS alt ist. Zu den alten und dunkeln Ausdrücken gehört das הוא (Er) als Gotteöbezeichnung '). Philo und die Thalmudisten gebrauchen diesen Ausdruck gemeinschaftlich. Wir können zwar in diesem Augenblicke nicht angeben, ob הוא in dieser Bedeutung ausdrücklich genannt werde"); es steht aber das fragliche Wort, — ein höheres Alter anzeigend, — im Hintergründe, waö dasselbe noch interessanter macht. Die biblischen Worte: es hat alles Fleisch seinen Weg (דרכו) verdorben (1 M. 6, 12) 's) umschreibt Philo: ״Sie haben den Weg Gottes verdorben. Wenn man von Großen spricht, nennt man nicht deren Namen; sondern spricht respektvoll: ״Er." Es wirb bei dieser Gelegenheit in Erinnerung gebracht, daß die Schüler deö Pythagoras von ihrem Lehrer das respektvolle ״er hat es gesagt" gebrauchten J). Als Seitenftück zu dieser Deutung kann die Thalmudstelle angesehen werden, welche die bibl. Worte: ״Wer euch berührt, berührt seines Auges Apfel (Zach. 2, 12)" auf GotteS Auge bezieht. ״Es ist gleichsam gegen oben gerichtet, und nur verblümt ausgedrückt 5)." Der Leser sieht hier, daß das Wort ״Er" (הוא), obwol nicht ausgesprochen, doch im Hiutergruude steht. Der außerwcltliche Gott, von welchem sich alle Kreatur in weitester Entfernung und staunender Demuth halten muß, durchdringt alle Kreatur. Diese mag die göttlichen Erscheinungen betrachte-׳ und sprachlos bewundern; aber nicht die Gottheit selbst zu erfassen suchen. Jehuda Ha-Levi hat, wenn wir nicht irren, die geistreiche Zeile: .הקור סעליו אך אליו אל ח שלה ידיך ״Erforsche seine Werke, nur nach Ihm selbst streck' deine Hand nicht aus!" Diese respektvolle Entfernung der Kreatur von dem Schöpfer drückt das הוא aus. Die Kluft zwischen dem ״Er" und der Kreatur ist unermeßlich. Die Sufis haben sich mit der Gottheit verwandt geglaubt"). Ihnen ist die Scheidewand, welche den Schöpfer von dem Geschöpfe trennt, gefallen. Ihnen gibt es kein ״Er" und kein ״Ich." Die Menschen wähnten sich selbst zu erheben, und sie haben die Gottheit erniedrigt. So schauet der Genius der Menschheit