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Ben Chananja · 1861-05-10 · 19 (10.5.1861) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
19 (10.5.1861)
Date
1861-05-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ar. 19. Szrgedin, Len 10. Mai 1861. Vierter IskrMI. LN ÄllMMYN 4)ernusgeBe1־ »nd Äebaftteur: L. Löw, -OßerraBBtner jit Szegedin. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Prinmmrrationsprcis: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., vierteljährig 2 fl. österr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Mannskriptr sind an die Redaktion zu senden. Znskralc sind an den Verleger S. Burger in Szcgedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzeile wird mir 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Ewigkeit der Thora von I> Gesellschaft). — Aus Mähren (Hirsch's Stellun Zizchak. Angezeigt von Leopold DukeS. *. Schmicdl. — Direktion jüd. Schulen v. Lehrer Reis. — Korrespondenz. London (Traktätcheng zu den Gemeinden). — Wien (Thercsien-Kreuzcr-Verein). — Literärische Anzeigen. Kochbe Die mittelalterliche, vorzüglich arabisch-jüdische Literatur Über die Ewigkeit der Thora. Von vr. 91. Schmicdl, Rabbiner zn Proßnitz. :nn-nD^ ׳;- 2׳ ^^םrinriv קדם ידעתי (Ps. 119, 153). Die Thora war, ist und wird zu allen Zeiten — auf diese Gewißh. leben und sterben wir — der unveränßerliche, unantastbare Schatz der Juden bleiben. Wir haben sie so theuer erkauft — mit unfern! Herzblut — daß wir, ein Volk von Kaufmännern wie tvir sind, jeden Preis der uns für ein solch unendlich theuer erkauftes Gut geboten würde, viel zu geringe halten möchten. נצחיות התורה — die Ewigkeit und Unabänderlichkeit der Thora ist ein Gedanke, an den die jüdische Brust zn keiner Zeit den leisesten Zweifel hegte. Wie hätte sonst unser Volk ein Märthprerthum sonder Beispiel und Gleichen erdulden können für diese Thora, wenn je der leiseste Zweifel an die Ewigkeit derselben die jüdische Brust beschlichen hätte? Wenn daS Weltmeer in lauter Tinte und die Bäume der Felder und Wälder in lauter Schreibsedern sich nmwandeln würden (man gestatte uns schon diese Redensart), wir könnten die Leiden, die Schmerzen, die Martern, die Feuer- und Wasserproben, die himmelschreienden, den Genius der Menschlichkeit empörenden Schmäh- und Drangsale nicht schildern, die unsere Väter und Mütter neunzehn hundert Jahre hindurch eben für die Ewigkeit der Thora mit unerschütterlicher und hingebungSvoller GlanbenSfreudigkeit auf sich genommen! Und wenn trotzdem die mittelalterliche, arabisch-jüdische Literatur die Frage über die Ewigkeit der Thora diskutirte, so rührt dies einerseits dahef, weil die Männer von echtem Glauben in Israel selbst über die obersten Wahrheiten des Glaubens niemals die Forschung und Untersuchung gescheut, und anderersettö weil die in jener Zeit so häufigen Reltgionsgespräche und Disputationen mit Bekennern des Islam und des ChristenthumS nicht geringe Anregung und Veranlassung hiezu gaben. Und so kam es, daß die Frage über die Ewigkeit des Gesetzes eines der bedeutsamsten Kapitel in der Religionöfilosofie des jüdischen Mittelalters bildete. Darf eS oder kann es jemals eine Zeit geben, wo die Thora überhaupt oder auch nur einzelne Satzungen derselben ihre bindende Kraft verlieren würden für Israel, oder ist jede Aenderung und Modifizirung des göttlichen Gesetzes, im Ganzen wie im Einzelnen, undenkbar? Eine Frage von solch bedeutsamer Tragweite mußte zeitlich schon daS Nachdenken der Forscher auf sich lenken, und hat eS auch in der That, gleich bei dem ersten Anstreten der Neligionssilosofie in Israel, auf sich gelenkt. Der erste hervorragende Religionsfilosof der arabischjüdischen Periode, der Gaon Saadia, hatte diese Frage bereits zum Vorwurfe einer Untersuchung gemacht'). Mit allen Waffen, die Schrift und Spekulation ihm an die Hand gibt, strebt der kampfgeübte Gaon aus Fajum die in seiner Zeit gangbaren Einwürfe gegen die Ewigkeit und Unabänderlichkeit der Thora, dieses unveräußerlichen Erbgutes in der Gemeinde Jakob, siegreich zu wiederlegeu. Und die Reichhaltigkeit des Pro und Kontra, daö er in dieser Frage zum Vorschein kommen laßt, zeigt von der Lebhaftigkeit,

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