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Ben Chananja · 1861-04-19 · 16 (19.4.1861) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
16 (19.4.1861)
Date
1861-04-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Lzegedin, den 19. Äpril Ur. 16, 1861. len (fhananja. adtittHdi fit iKische ThesisKie. Vierter Jahrgang. .!)erausijeBei* uul) Nedaklear: L. Löw, BßcrraÖßüier za 5zegedia. Jeden Freitaq erscheint ein ganzer Bogen. Prnuiimrralionsprrig: Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., vierteljährig 2 fl. östcrr. Währ. Man abonnirt bei allen Postämtern und Buch- Handlungen des In- und Auslandes. Maniislrriple find an die Redaktion zu senden. Inserate find an den Verleger S. Burger in Szcgedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitzcile wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Der llinschwung der GmanzipationSfragc. V. HerattSg. — Gesch. d. jüd. Gen, zu Lundenbnrg v. Löwp — Literär-Histoiische Beiträge v. Dukes. — Karaitisches v. Jos. Löwy. — Korrespondenz. London (Moral. Vorlesungen. Die Tradition). B. vr. Jemand. — Pest. (Die Pestcr isr. Jugend und der Red. des Ben Chananja. Die ersten Sitzungen d. jüd. Repräsentanten. D. ung. Verein). —- Galizien (Wahlreden). — Literarisch Anzeigen Beleuchtung d. Darke Ha-Mischna. V. X. in Frankfurt am Mai». Der Umschwung in -er EmlliWalwnssrage. Die ungarische Journalistik hat ihre Schuld an die öffentliche Meinung deS gebildeten Europa abgetragen, und zwar auf eine ihrer würdige, vollkommen befriedigende, ehrenvolle Weise abgetragen. Mit alleiniger Ausnahme des hinter den Forderungen der Zeit zurückgebliebenen ״Hirnök" treten in neuester Zeit alle größeren und kleinern Journale für die Juden in die Schranken. Am entschiedensten thut dies das erste ungarische TageSblatt, das Pesti-Naplo, welches auch den Lesern deutscher Zeitungen als Organ Denk- Eötvöö bekannt ist. Und je weniger wir uns vor einigen Wochen gescheut haben, den Redakteur des Pesti-Naplo, B. S. Kemony, wegen seines Stillschweigens in Betreff der Judenfr. zu iuterpellireu, desto bereitwilliger erkennen wir an, daß der Leitart. des P.-N. v. 12. d. M. (Nr. 84) Alles hinter sich läßt, was die ung. Presse über d. fr. Gegenst. in neuester Zeit zu Tage gefördert hat. Den in der hebr. Literatur bewanderten Lesern des P.-N. hat dieser Leitartikel ohne Zweifei den Ausruf entlockt: י. לא בא כבשם הזה אך הסעם Damit wollen wir den liberalen Kundgebungen anderer Blätter durchaus ihren Werth nicht absprechen. Koloman Tißa's Empfehlung der Emanzipation im Magyarorßüg ist sicherlich vom Wohlwollen diktirt; das edle Erz dieser Empfehkung ist aber noch mit so vielen Schlacken vermischt, daß manchen Lesern wol nur diese in die Augen fielen, während jenes ihrer Aufmerksamkeit entging. Ohne Bergleich entschiedener klingt die Fürsprache des Grafen Koloman Majlnth im Pester Lloyd, lind verdienen die freisinnigen Aeußerungen des Herrn Grafen nnsern aufrichtigen Dank. Nichtödestoweniger müssen wir bekennen, daß es einen eigenthümlichen Eindruck macht, wenn heutzutage ein Schriftsteller, der die Emanzipation befürworten will, es noch immer für nöthig hält, an Rabbi Moses ben Mainwn zu erinnern *),' und zu Versichern, daß es unter den Inden Männer und Frauen gebe, die Geist und Gemüt haben! Auch kann es dem Hrn Grafen nicht unbekannt sein, daß sich in Ungarn mindestens in diesem Augenblicke weder die Kath., noch die Protestanten, noch die Orientalisch-Orthodoren entschließen könnten, die kirchl. Trauung für überflüssig, und die Schließung der Ehe für eine;! reinen Zivilakt zu erklären. Die v. d. Herrn Tißa und Majläth wieder in Anregung gebrachte Zivilehe müßte sich also blos aus christlich-jüdische Mischehen beschränken, so daß in dem Augenblicke der Emanzipation neuerdings ein,Ausnahmsgesetz für Juden geschaffen würde! Aber auch abgesehen davon ist doch der gegenwärtige Zeitpunkt der Diskussion über ein neues Ehegesetz eben nicht günstig! Mit der einfachen Erklärung, daß die Ehe zwischen Christen und Juden als Zivilehe giltig sei, ist nämlich noch sehr wenig gethan. Zum Behufe der Einführung dieses Ehe-Institutes müßte eine ganze Reihe von Gesetzen — über die Formen der Eheschließung, der Eheauflösung, der Ehehindernisse — gegeben werden. Und solchen Erörterungen sollte die ungarische Legislatur in diesem Augenblicke ihre Aufmerksamkeit schenken wollen, schenken können?? Unbedingten Beifall zollen wir daher nur dem trefflichen Moritz Lukäcs, der tu dem bereits erwähnten Leitartikel des Naplo die Emanzipation im Geiste der neuern *) Der vom Gr. Majlüth genannte R. (§huan hat, so viel wir wissen, niemals eristirt. ■J,

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