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Ben Chananja · 1861-04-12 · 15 (12.4.1861) · p. Seite 132

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
15 (12.4.1861)
Date
1861-04-12
Page
Seite 132 (sequence 2)
Language
German
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132 Israeliten gewählt werde, um auf eine mehr imponirende Weise auftreteu zu können, was in der folgenden Sitzung (6. Juli) angenommen wird. Das Mandat soll bis zum 4 August 1849 rechtögiltig bleiben, und die Mandatare 4 fl. täglich beziehen; außerdem wurden 2000 fl. für verschiedene Auslagen bewilligt. Der ״Vorstand" wurde ans 10 Mitgliedern zusammengesetzt*). Unterm 24 Juli reichte derselbe folgende Petition beim nng. Landtage ein: ״Die Unterzeichneten verlangen von Ihnen im Namen der Inden in U. und den Nebenländern Gerechtigkeit, Freiheit n. Gleichheit. Dieß verlangen wir, weil wir ein Recht darauf haben, weil wir vor Gott und Menschen Anspruch daraus machen können. Oder wäre es nicht eine Verspottung der Gerechtigkeit, eine Verdrehung des Freiheitsbegriffes, ein Dementi der so oft erwähnten Gleichheit, wenn man die Segnungen der letztem einem Volke entzöge, welches keinen andern Fehler hat, als seine Schwachheit? —Solange die Unterdrückung eine allgemeine war, nur daß die Fesseln der anderen Nationen aus einem etwas feiner» Stoffe verfertigt wurden, als die unsrigen, und wir das Los derselben theilen wollten, fragte man nach der Ursache unseres Begehrens; man wollte die Verdienste kennen, die uns dazu berechtigen. Dies war sehr natürlich; denn der Sklave denkt sklavisch. Aber vor eine freie Nation treten, und die Motive und Verdienste herzählen, um die einfachste Wahrheit zu beweisen, — die ungerechten Anklagen und Einwendüngen des schlechten Willens und der Engherzigkeit widerlegen wollen, — dies hieße nichts anderes, als an dem Freiheitsgefühle der Nation zweifeln. Wir verlangen unsere Rechte, weil wir Menschen sind. Wir wollen den übrigen Einwohnern des Vaterlandes gleichgestellt sein.ff gleich an Lasten, gleich an Segnungen; denn auch wir sind des Vaterlandes Kinder, hier sind wir geboren, hier erzogen, hier wollen wir frei leben und sterben, und Niemand, es sei denn die Gewalt, kann uns von dem Busen der geliebten Mutter zurückweisen, uns von deren Liebe auöschließen, uns nur auf einen Augenblick entziehen, was wir aus Gottes Hand besitzen, und dessen Bewußtsein die Natur in unsere Herzen gepflanzt hat. ״Volksvertreter! Aenßere rmd innere Feinde untergraben den Frieden dieses schönen Vaterlandes; Gefahr bedroht die Freiheit, die Eristenz der ung. Nation; und kann es einen Ungar, einen Patrioten geben, der seinen Menschenbruder *) Deren Namen: Holländer, Hr. Groß, Or. Schlesinger, Martin Diosy, Samuel Brill, Jakob Sreinitz, Herm. Löwy, Or. Roth, Moritz Diner und Markus Spitz. Löwy und Spitz resignirten jedoch, an ihre Stelle traten: David Lichtmann und Hermann Pappenheim. In dieser Versammlung wurden zum ersten Male auch Rabbiner für das Komitü vorgcschlagen. zu dem Schicksale verdammen wollte, dem er selbst glücklich entging, der Unschuldige in's Gcfängniß werfen lvollte, während er selbst den Feinden der Freiheit die Spitze bietet? ״Gesetzgeber! Die geradeste Politik ist gerecht sein, denn im Siege der Gerechtigkeit offenbart sich die Gottheit, und die Gerechtigkeit rächt sich an Jedem, der sie beleidigt, an Jedem, der sie befleckt. Nationen gingen unter, Staaten wurden vernichtet, weil sie nicht verstanden, gerecht zn sein. Was kann aber ungerechter sein, als einen Theil der Landesbewohner allen Lasten zu unterziehen, und dieselben von allen Wohlthaten deö Staates anszuschließen? ״Ungarn! reichet uns die Bruderhand! ES liegt in Eurem, in unserem Interesse, auf Bruderherzen rechnen zn können. Wir sind die gebornen Märtyrer der Freiheit; unsere Väter haben sich in dem Kampfe um diesen Schatz verblutet, und daher wissen wir den Werth derselben zu würdigen. Was die dreitausendjährige Geschichte von unseren Ahnen bezeugt, haben wir auch in den fetjten (Sreißtiiffeu, in t>en sturmvollen Tagen bewiesen: daß wir nämlich für die Freiheit glühen, daß uns keine Volksklasse an Patriotismus übertreffe, und daß kein Schlag, keine Unglück unsere Staildhaftigkeit und unsere Ausdauer zu erschüttern vermag. In dem Kampfe für Enropa's Freiheit haben unsere GlanbenSbrüder in allen Ländern ruhmvoll gekämpft. Auch aus unseren Reihen fielen Opfer auf dem Altäre der Volkssouveränität. Erniedrigt, zurückgestossen, mit Füssen getreten, eilten doch auf den Ruf: das Vaterland ist in Gefahr viele unserer Brüder in den Rachen des Todes, während ein beträchtlicher Theil der anderen Nationalitäten sich weigerte, dies zu thun, oder sich gar mit dem Feinde verband. Viele eilten bereitwillig und begeistert mit ihren Beiträgen, die Bedürfnisse des Vaterlandes decken zu helfen. Im Gefühle der Gerechtigkeit unserer Sache hoffen wir, daß Sie in Beziehung auf uns die Gerechtigkeit leiten werde, die Gerechtigkeit, welche nicht Gnaden, nicht halbe Maßregeln, nicht Rechte und Konzessionen auötheilt, sondern jedem Einwohner, ohne Unterschied, Rechtsgleichheit gewährt. Seien Sie gerecht, und unter diesem Schilde werden Sie siegen; die gute Sache, welche die ung. Nation auözukämpfen berufen ist, wird dadurch 400000 Begeisterung- und Opferfähige Menschen gewinnen." Am 25. Juli beantragte Eugen ins Källav auS dem Szabolcser Komitate die vollständige Emanzipation der Juden; die Motion wurde von Stefan Bezeredy aus dem Tolnaer Komitat unterstüzt, und von dem Repräsentanten- Hause an die Sektionen gewiesen. Drei Sektionen wollten den Gegenstand sogleich in Verhandlung genommen wissen, sechs stimmten für die Verschiebung auf die nächste Parlamentssaison (im November), und sprachen zugleich den Wunsch auS, das Ministerium möge sich über Reformen in

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