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Ben Chananja · 1861-04-05 · 14 (5.4.1861) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
14 (5.4.1861)
Date
1861-04-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ilr. 14. Szegedin, den 5. Äpril LN (thananja. r j 1861. Vierter IrrluZang. OerattSflßüßi• uut) JleÖaRtcur: L. Löw, flfierraliöiiißr zu S^egdltn. Jeden Freitag erscheint ein ganzer Bogen. Prä'uimieratilinspreiy: (Äanzjäl'rig 7 fl.. lialbjährig 3 fl. 50 kr., vierteljährig 2 fl. vstcrr. Währ. Man abonnirt bei allen Postänitcrn und Bnch- Handlungen des Zn-- und Anslandes. Mmiiisliriptc sind an die Redaktion zu senden. Znscrnlc sind an den Verleger S. Bnrger in Szegedin oder an Hrn. Franz Wagner in Leipzig zn senden. Die zweispaltige Petitzeilc wird mit 10 Nkr. — 2 Egr. berechnet. Inhalt. Die AnSweisnng und Wiedcransnabnic der Inden in Wien unter Leopold I. V. Di׳. Wolf. — Zur Hoehzcitsscier. V. Rabbiner . — Beiträge;1,r tbalmndischen Sprachforschung und Alterthumsknnde von Obcrr. Dr. Landau. — Korrespondenz. Prag. (Wahlen). — öl'ttien (Wcssllp's Aiiszeichnnng). — Nikolsbnrg (Hirsch's Orthodorie). — Pest (Bcvorstehciidc Konserenz d. Iing. Juden). — Aus Mäbreil Svihcr. Ans Bobinen (Wcssclv's Ausz> . (Rabbinerwahlen). -• Briese ans Galizien (Bed. e. Seminars). Literarische Anzeigen. Mibchar Pcninim v. Asher. Angez. von Leop. DnkcS. Die fict 31111m a«8 Mm 1070 nnb ifirp Mrticraufnafjinr kfi’ffijl 1675. Mitgckheilt von Dr. G. Wolf. 3n Folge wiederholter Bitten der Bürger in Wien, hat bekanntlich Kaiser Leopold die Juden im Jahre 1670 aus Wien und aus dem Lande Niederösterreich verwiesen. Die Gründe, welche die damaligen ehrenwerthen Bürger zur Unterstützung ihres Gesuches angaben, waren wie gewölmlich: die Juden verkümmern den Christen den Erwerb, so daß letztere ganz ans den Bettelstab kommen; sic verthenern die Wolmnngen sc. x. Die Wiener Bürger verpflichteten ׳ich die Steuern welche die Juden bis dahin bezahlt haben, zu übernehmen, (die Inden in Wien zahlten 15,000 st. und die ans dem Lande -1000 st. jährlich, wobei aber bemerkt werden muß, daß dieses der normale Stenerfnß war. Es verging jedoch säst kein Jahr, wo nicht außerordentliche Stenern hinzukamen) wosür ihnen die Häuser der Inden als Eigentlmm zuerkannt wurden. Am 24. November 1670 bereits ersuchten die Bürger den Kaiser, er möchte den Grundstein in der zur Kirche nmgewandelten Svnagoge, welche den Namen des Kaisers nagen soll, legen. In dieser Eingabe heißt es: ״Wann dann Jedermänniglich mit großen Verlangen evffert vndt gam begierlich an den Orth, wo Christus vnd seine unbefleckte Mutter so viel tausend und unzehlbarc Male von den Gotteslästerlichen Inden geschmähet worden, deselben zu Ehren und den wahren Messias anzubetten; den Tag und Stund wünscht benebens vnser Herr Ordinarius, daß er allein Ew. k. Mayestät befelch vnser vertröstet, damit dan Gottes Ehr ans allhöchst befördert; Jeden wahren catholischen Christen lvbwürdigen begierd crsättigt." Nachdem das hebräische Gebetbuch wiederholentlich in alle! lebenden Sprachen übersetzt wurde, so sind wir enthoben ans den Weitst dieser Beschuldigungen und Anklagen näher einzugehen. Der damalige Bischof Wilderich, empfahl jedoch dem frommen (?) Heißspornen mit der Einweihung der neuen Kirche bis zum Frühjahre zu warten. Die Inden waren ansgewiesen; keiner derselben durfte sich sehen lassen, doch die Hoffnungen der ehrenwerthen Bürger wurden zu Schanden. Der Wohlstand nahm nicht zn, sondern ab, und dem Staatsschätze gieng eS nicht besser. Die Bürger leisteten nicht blos, der übernommenen Verbindlichkeit gemäß, keinen Ersatz für die Jndensteuern; sie blieben auch im Rückstände mit den Steuern, die sie für sich selbst zu zahlen hatten. Wir wollen hier ans einem Berichte der Hofkammer einige Daten anführen. Im Jahre 1669 wurden in der Judenstadt 2000 Stück ungarischer Ochsen consnmirt, welche 8000 fl. Steuer brachten. Die Juden zahlten jährlich an verschiedenen Stenern 40,000 st., welches ein Kapital von 800000 fl. repräsentirt. Die Hänsersteuer fehlt, da die Häuser unbewohnt sind, durch die Vertreibung der Inden stehen mehr als 1000 Häuser öde. Auch die Landstände, die ans ihren Gütern Juden hatten, verlieren jährlich 20000 fl. Da die finanzielle Lage des Staates nicht derart war, um auf dieses Einkommen zu verzichten, so wurden von Seite der Hofkammer (die bekanntlich die Stelle des jetzigen Finanzministeriums vertrat) an den Kaiser Anträge gestellt, die Inden wieder anszunehmen.

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