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Ben Chananja · 1861-03-22 · 12 (22.3.1861) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
12 (22.3.1861)
Date
1861-03-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ur. 18. S)egedin, den 88. 1861. LN < Vierter JOrgrrng. ,!jeniusfleliei• uni) MaRtenr: L. Lmv, Ößerraßfiiuer zu S^cgeüin. Jeden Freitag erscheint ein »lauzcr Bogen. Man abonnirt bei allen Postämtern nnd Buch-! Znscrnlc sind an den Verleger S. Burger Priiu1»»cratio»gprcis: ljandlnngen des In-.)lud Auslandes.! in Szcgcdin oder an Hrn. Franz Wagner Ganzjährig 7 fl., halbjährig 3 fl. 50 kr., > Maimsüripkc! in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitvierteljährig 2 fl. üstcrr. Währ.! sind an die Redaktion zu senden.! zcile wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. Inhalt. Der Schekcl'Vercin v. Herausgeber. — Anliromanrisches v. Dr. Schmidl. — Korrespondenz Ausland. Breslau (Religionsschule). — Odessa (Labbatschnle). — Inland. Wien (Dr. Iellinek's Kandidatur. Indische Anschauung vom Chriftenthume). — Temeövnr (Lchrcrwittwr- Versorgung). — Tvrnan (Lchnlnvth). — M.-Thercsiopel (Rabb. Lippman Hirsch gest.) — Literärische Anzeigen Dr. M. Stcinschn. Bibliografie. — ^Bloeh'S Betrachtungen. v. X. in Franks, am Main. — Kochba Iizchakzr. Dukes. Miszellen. Sifra, v. L. della Lorre. Der ZchkkMmiu. 1. Der nichts weniger als judenfrenndliche Kirchengeschichtschreiber G fr ö rer bekennt am Schlüsse seiner Urgeschichte^ iL(. Anforderung,en. der Kultur u. der Zivilisation verschließen; deS C'hristenthums. das; dem Judenthume, aus welchem die dort, wo dies geschieht , "hat ""auch' "die''''Simike "'für H' christliche Kirche hervorging, die Kraft der Ordnung und der Organisation in einem hoben Grade zugeschrieben werden muß. ״Beweis dafür", fügt er hinzu, ״ist die Ersahrniig, daß die Svnagoge, trotz der fürchterlichsten Perfolguugeu, sich immer wieder von Neuem hergestellt hat." Die jüdischen Gemeinden waren sich auch zu allen Zeiten dieser ihnen inwohnenden Kraft der Organisation bewußt. Und da die Opferwilligkeit mit den vorhandenen Bedürfals v e r h än g n i ß v o l l bezeichnet werden. Wir haben hier zunächst die ungarischen Gemeinden im Auge, von deren Zuständen wir eine spezielle und genaue Kenntniß haben. Unter den jüd. Gemeinden Ungarns gibt es äußerst wenige, welche ihr Ohr der Stimme der Zeit, und ihr Auge gegen Nachhilfe von außen allerdings noch nicht geschlagen. Allein zahlreiche kleinere Gemeinden haben den ernstlichen Willen, den Anforderungen der Zeit zu genügen, und vor Allem der Erziehung der Jugend eine edle und heilsame Richtung zu geben; der glühendste Eifer scheitert jedoch häufig an der Unzulänglichkeit der Mittel! Das geistige Elend, welchem ein großer Theil deö Heranwachsenden Geschlechtes aus Mangel an zweckmäßigem Elementarunternissen stets gleichen Schritt hielt, so war es natürlich, daß richte erliegt, ist in der That herzzerreißend, und wer kann jede Gemeinde sich selbst genügte, und an ein gemeinschaft-! ermessen, welch eine Fülle bildungsfähiger Kräfte durch die liches Zusammenwirken nicht gedacht wurde. Denn selbst i Hilflosigkeit der kleineren Gemeinden verloren geht, verloren dort, wo sich das Band einer gewissen Zentralisation um! für das Vaterland, verloren für Israel, verloren für die jüd. Gemeinden schlang, wie in Polen, Böhmen und j die Menschheit! Auch die Verkündigung der Thora in Mähren, hatte diese Zentralisation keine kommunale und j der Synagoge würde viel häufiger nnd viel fruchtbarer verkultiielle, sondern nur zivilrechtliche Tendenz indem nach j nommen werden, wenn die ärmeren Gemeinden nicht ansden mittelalterlichen Anschauungen und Marimen das Zivilj schließlich aus ihre unzureichenden Kräfte und Mittel angerecht und die Polizei von den Rabbinaten und Gemeinde- Vorständen gehandhabt wurden. In Rücksicht aus die Bestreitulig der eigentlichen Gemeindekosten blieb jede Gemeinde isolirt; nur selten, etwa bej Synagogenbauten, nahmen kleinere Gemeinden zu größer» Schwestergemeinden ihre Zuflucht. Unter den früheren Verhältnissen und bei den frü- Heren Gemeindebedürfnissen war diese Jsolirung wol auch ohne bedeutenden Nachtheil; heutzutage muß dieselbe geradezu wiesen wären. Hier thut also eine Nachhilfe von Seiten der größeren und wohlhabenderen Gemeinden dringend Noth. Hier, wenn irgendwo, gilt der Ausspruch des Thalmud, daß die einzelnen Pfennige, welche die fromme Wohlthätigfeit spendet, die ״Schuppen" eines Panzers bilden, der Israel schützend umgibt. Und des Schutzes sind wir gar sehr bedürftig wie gegen Verwahrlosung von Innen, so gegen Verkennung und Vornrtheil von Außen.

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