Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 8 (22.2.1861)
- Date
- 1861-02-22
- Page
- Seite 72 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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72 T.-A.-lljhely, im Feber. Bei der dahier staktgehabten Wahl der städtischen Beamten, wozu die Israeliten ebenfalls geladen waren, wurden die Herrn Wilhelm Schwarz, Cohn, Sigmund Schön und Julius W c i n b e r g c r zu Stadrepräsentantcn gewählt. Auch wurden bei den Neuwahlen aus vielen Dörfern dcö Zemvliner KomitateS Israeliten zn Richtern befördert. PakS, 15. Feber. Daß die Schule hier aufgelöst ist. ist eine bcdancrnSwerthe Thatsache; nicht minder wahr ist cs, daß die Schule in D.-Földvür fortbcstcht. Jedoch ist der Eins, ans falscher Fährte wenn er dieses Verdienst nur dem übrigens gewiß ״braven" Rabbiner Fischer allein vindizirt. Der Wahrheit die Ehre -- die strebsame und opfcrwillige Gemeinde zu D.-Földvür ist es, die für den Fortbestand ihrer Schule in so mnsterhastcrweise Sorge trägt und ihrem ״braven" Nabbiner Fischer Gelegenheit gibt für die Jngendbildung segensreich wirken zu können. Dieser wahrheitsgelrcuc Sachverhalt ist mir nicht sowohl aus persönlicher Anschauung der D.-Földvürcr Gemcindcznstände als vielmehr a»S der Schilderung derselben vom dortigen Rabbiner Fischer selbst, dem ich als Schwager verwandt zn sein die Ehre habe, bekannt-, j darum suum quiqui. Der Grund des Verfalles der hicstgcn, sonst auch ohne Leitung und festen Boden bestandenen Schule, liegt — abgesehen von der Fähigkeit oder Unfähigkeit unseres sonst braven Rabbincrs — in der Ohnmacht der hiesigen zwar volkreichen aber zumeist aus sehr unbemittelten Mitgliedern bestehende Gemeinde *). Lcop. Herrin an n. der Stimmzettel trug nicht destoweniger den Namen d. Red. d. Bl. und den deö Hrn. Herrin. Kotänvi. Wir rcgistriren dies Alles sine ira 6t Studio, indem derlei Spezialitäten für den künftigen Gcschichtschrciber der Juden in Ungarn ohne Zweifel Interesse haben werden. Red.) Gr.-Kcrnizftl, 17. Feber. Das rülnnlichst bekannte Werk unseres Rabbiners ״Zedek 11— Misvat" erscheint nächstens in 2. Aust. Berlin, 18t Feber. In Gerschel's Verlag erscheint das צאינה יראינה in einer zeitgemäßen Bearbeitung von Dr. Emaiincl H e ch t. Tokay, I I. Feber. Daß die bics. Lcbrer keinen Gehalt bezie- Heu ist wahr, aber nicht Hr. Zucker sondern der gegenwärtige Stand der Verhältnisse ist Schuld daran. Die Majorität der hiesigen Gemeinde hat aber leider die Absicht, die Schule anszulösen. L—th. tleilräge zur 's ״ ," " ," וו/"' ׳ uni» klklerls>n1n8lim>!>e*). Von Vr. ß. ßccr in DreSde n. 100. Die Bedeutung dcö Worts מסבתא• Pest, 21. Feber. Die letzten Numniern des Magharorßüg bringen einen sehr intcrcssanten Brief von Einhorn (Horn), d. chcm. Prcd. der hies. Rcfornigeineinde, in welchem der geistreiche Publizist die Ansichten der Franzosen über die neueste ungarische Bewegung anseinander setzt, und einen Franzosen mit gebührender Scharfe über die Zurücksetzniig der Juden reden läßt. Der Redakt. tagt in einer Anmerkung unter Andcrm, daß der Sieg der Gleichheit von dein nächsten Landtage erwartet wird. Davon, daß cs in der Macht der Munizipien lag, den Inden das aktive Wahlrecht zn verleihen, schweigt er. (Auch ist Hr. P. von dem Zustande nicht genau unterrichtet, wenn er meint, die Stadl Szcgcdln habe bei ihrer nenesten Organisation ans das GlaubenSbekenntniß keine Rücksicht gcnoniinen. Dem ist nicht so. Das aktive Wahlrecht wurde den Szcgediner Inden nicht gegönnt, und für die passive Wahl erhob sich nur Eine Stimme, die des katholischen Pfarrers Anton Kreminger. Die weltlichen Liberalen und dir pro- ' testantischeu Pastoren beobachteten ein tiefes Stillschweigen. (Sin ilu'il ') Wieder das alte Lied! So lange die Pakscher Gemeinde gezwungcu wurde, eine Schule zu erhalten, besaß sie auch die dazu erforderlichen Mittel: kann! hörte der Zwang ans, und sie erklärt sich der Schule gegenüber für insolvent! Wen! »vollen die Herren Sand in die Augen streuen'( Wer weiß cs nicht, daß die Ehadarim keinen geringeru Kostenaufwand in Anspruch nehmen , als die Schulen'( Der Grund der Schulcnauflösnng liegt aber tiefer. Der Geist, der die kaum entstandenen Schulen zerstört, ist mit dem Geiste verwandt, der die Prügelstrafe restanrircn mochte: cs ist der Geist der Rohheit, der Unkultur, der Barbarei! Je deniülhigeuder es für d. ung. Israel wäre, wenn die Gemeinden zur Erhaltung der Schulen g e z >1׳ u 11 g e 11 werden müßte», desto uothwcndiger ist es, das verwerfliche Treiben der Schulfcinde nach Gebühr zu geißeln. Die Auflösung der Schule zu P. ist nicht , wie der Hr. Korr, meint ״bedaueruSwerlh". sondern e m p örend. Mögen die Pakscher in sich gehen, und ihre Schule recht bald rcstauriren. Es gibt bekanntlich mehrfache Erklärungen über den Ausdruck rüEfc für ״thalmudcschcu Traktatdie Meisten nehmen das Wort in der Bedeutung von ״Gewebe", »veil jeder Traktat gleichsam auS Gegenständen verschiedenen Inhalts zusaininengewebt ist, vrgl. Livpmann Heller Vorrede zum Mischna-Kommcntar und Frankel I)nrk6 ha- Mischna P. 255 wo das tat. Textus als Analogon angegeben ist. Mussafia (und nach ihm M. I. Landau) wollte מסבת ziemlich gesucht von הסבת• (Deut. 27. 9.) ableiten. — L. Heller selbst am angeführten Orte glaubt die Bedeutung des Worts im rab "!2)2 ״mischen" zu finden, weil jeder Traktat eine Mischung allerlei Themate enthält. — ES srägt sich aber: wie entstand eine solche, jedenfalls gesuchte Benennnug in den Zeiten da die Mischna zusammcngestellt wurde'( - Ich erlaube mir folgende Konjektur. Vitus Flavins 01 einens gewöhnlich Clemens Alexandnnus genannt. der in der zweiten Hälfte des 2» chrisil. Jahrhunderts bis 220 lebte, sich in Alerandricu, dann von Kaiser Carnc-nIIa verfolgt in Palästina und Lvr.en anshielt, schrieb ein anssührliches Werk theologischen, silososischen archäologischen Inhalts, welche er uauute, weit dasselbe gleich bunten Teppichen die verschiedensten Erörlcrnngeu nebeneinander enthält. Es scheint also diese Beucriiiiing für ׳Werke, welche Gegenstände verschiedener Art unter einander abhandeln, damals üblich gewesen sein, wie man heutzutage ähnliche Werke ״Enziklvpädicn" tu-,utt. Run ist wohl מסבת nichts anders als das Jcs. 25, 7. befindliche Wort מסבת .,Decke. Trppich" (wie schon Aben Esra und Kimchi solches a. a. O. erklären), in aramäisirter Form wie מתנחא von כחנה (vrgl. Z. B. B. Bathra 40h): מסבתא ist also gleich bedeutend dem gr. und bezeichnet eine Abhandlung die gleich einem Teppich aus verschiedeneu?hematei: zusammengesetzt ist, dabei aber doch ein einheitliches Ganzes bildet, wie eben ein Teppich. ״) S. v. Jahrg. S. 422. Szegedin, Verlag von Zignuind ßnr Leipzig, Lomniisjions-Vcrlm) von /׳ran? tvaizncr. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. 005919 151414