Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 6 (8.2.1860)
- Date
- 1860-02-08
- Page
- Seite 52 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Nach diesen einzelnen unmaßgeblichen Bemerkungen wollten wir noch hinznfügen, daß der erste Thcil auch das Nöthigste über die Geografie PallästinaS enthalte, und daß die dritte Auflage dieses Werkcs, namentlich im zweiten Thcile, sich durch inchrcre Bereicherungen anüzcichnc, worin die neuern Forschungen vortrefflich benützt sind. Wir könne» daher vorliegendes Werk nicht nur zum Gebrauch des Gcschichts: Unterrichtes an isr. Hauptschulen, Realschulen und Untergymnasicn, sei! der» auch sür's Hans cmpfchlcn, um auch de», weiblichen Theile unsc rer Jugend jenes Maaß von geschichtlichem Wissen aus unserer Bergan genheit bcizubringcn, das heutigen Tages keinem auf Bildung Air sprnch machenden Israeliten srcnid bleiben soll. Druck und sonstige Aiisstattniig lassen nichts zu wünschen übrig. Schließlich wollen wir von dem sehr geehrten H. Verfasser nicht scheiden, ohne ihm von ganzem Herzen zn wünschen, daß ihm der Allmächtige noch Jahre »nd Kräfte in! Fülle schenken möge, damit er uns noch dereinst mit wiederholten Aussagen seines verdienstvollcii WerfcS bedenken möge I Misze llen. 11. ״Ich bin die Wahrheit!" Vor cils Jahren haben wir eine Stelle ans dem משבית האורות des Algazali mitgetheilt, welche einen intcressamen Beitrag zur Lehre der Sufis enthält (L. Bl. 1850. »24). In dieser Stelle ist von den ״Wissenden" (היודעים) die Rede, deren einer in seinem guostischcn Rausche ansgcrnfen hat: אני האמת! In Jbn Ehallican (Biograsteal Dictionary I, 125) im Art. Al-Hallaj lesen wir die Worte: ״Ich lese in dem MiSkat des Abu Hamed Algazali ein langes Kapitel, das den seltsamen Ausdruck rechtfertiget, den er gebrauchte: ״ich bin die Wahrheit!" Es ist klar, daß es die von uns angeführte Stelle ist, ans welche Jbn Ehalliean anspielt. Ucber den Ausruf geistig berauschter Sufis verdient bemerkt zu werden, daß derselbe Ausdruck Evang. Joh. l4, 0. gebraucht wird, was zn manchen Betrachtungen Anlaß geben dürfte. Die Sufis '), die im Oriente eine so große Rolle spielen, wären vielleicht weniger bekannt worden, wenn nicht große dichterische Talente die snfitischcn Lehret! der Mit- und Nachwelt glanzvoll überliefert hätten. In hebr. Schriften leuchten die Sufis wenig aus. Von den Aristotelischen Filososen wurden dieselben nicht hoch angeschlagen. (S. Schirc Scheloino S. XV.). Das bei arab. und hebr. Filososen vorkommende רבקוה ist nicht ganz die sttfische Anschauung I. Algazali erwähnt öfter die Sufis, und Abraham b. EhaSdai, der Uebersetzcr des מאזני צדק hat den Namen [:צופי für dieselben; ein sehr passendes Wort, da cS mit der arabischen Benennung gleichen Klang und gleichen Sinn hat. Der Ausdruck סרושי הישמעאלים scheint die Snfis zu bedeuten: wir haben indes diesen Ausdruck mir in einer einzigen Stelle in Steinschncidcr'S Katalog der Lcydncr Bibi. (S. 90) gesnnden. Die Bczcichnnng נזיר (z. V. in המלך והנזיר p) scheint keine filosofische Sekte, sondern Einsiedler oder Derwische, die von der Welt zurückgezogen leben, znm Gegenstände zu haben '). Gewisse Anschannngen der Snfis sind ans verschiedenen Seiten mit allerlei Modifikationen zur Erscheinung gekommen: so z. B. die gänzliche Gleichgiltigkeit gegen alles Acußcrc, welches an die Apathie der Stoiker ertiincrt '), und die praktische Seite des SnfiSmnS genannt werden könnte. VemeikeiiStverth sind in dieser Rücksicht die Worte Simon b. Zcmach's: כמו שספרו הפילוסופי' על אנעזים אלהיים נשקיות בשינה בארץ רוריש בחרבקם בשכל הפועל שלא הרגישו בתנועה ולבן לא הרגישו בזמן (Aboth-Komm. 66. Leipzig S. 97). In dem Mekor Chajjinl Salomo b. Gcbirol'S, sowie in anderen Werken der alten orientalischen Filososen (was Maimonideö in seinen; Briese» — z. B. Sam. Jbn Tabon in den Maim. Briefen 66. Amst. j 17, b. — סילוסיסיא הקדומה nennt), findet man Stellen, welche! von einem Versenken in die Weltintclligcnz sprechen, was dem Snfis- I mnS am nächsten kommt: diese Stellen sind nicht so vollständig betrachj tet worden, als sic es verdienen. Das Maschal im Mozne Zedek (S. j 52. 66. Goldenthal) ist im Akeda (Abschn. Nizzabim) angeführt (Sauch Hammer, der Pcrs. Redekunst S. 92). Die ״Gott es freu ndc" scheinen Anklängc an den Sufismus gehabt zu haben '׳), freilich christlich gemildert nnd modifizirt. Eine nähere Betrachtung nach dieser Seite hin, dürfte interessant sein"). Lcop. DnkeS. J) Beide Ausdrücke find nicht sehr glücklich gewählt. ״Peruschim" heißen bekanntlich die Farisäer. nnd ״Nazir" heißt der, der sich des Weines und der berauschenden Getränke enthält. ') Bergt. Jggcreth Ha-Nambam 5, n. 66. Amst.: וכבר אירע ׳מעשה . . . womit Eh. ha-Lebaboth V, 5. zu vergleichen, woraus .wir in der rabbin. Sprachknilde (S. 75) bereits aufmerksam gemacht haben. S. auch Krug allgcm. Wörterbuch der filos. Wissenschaft. Art. Hesychiasten. ') S. die Gottesgemeinde im 14. Jahrhundert, v. Earl Schmied, Jena 1855. ") Das התלהבות der heutigen Ehassidäer erinnert an die Snfis. Die Ehassidäer haben bis jetzt nur Verachtung erworben, da sie selbst von den streng orthodoren Thalmudisten als halbe Ketzer betrachtet werden. (In Ungarn ist letzteres nicht der Fall. Die Orthodore» find zn der Einsicht gelangt, daß der EhassidäiSmuö ein stärkeres Bollwerk gegen die Neuerer ist, als der RabbiniömuS. Auch in Galiziep, beugen sich viele orthodore Thalmudisten vor den mehr systologisch als psychologisch inspirieten Snfis. Red.) ') Uebcr den eigentlichen Ursprung des Wortes Snfi sind die -arabischen Gelehrten nicht einig. Nachwcisnngen darüber findet man in Dabistan 111: S. 220. Note. Interessante Notizen über den Sufismus findet man auch in Scharastani, welches Werk wir in diesem Augen- Llicke nicht ,zur Hand haben, S. Schire Schelemo, l. Heft in der Beil, eine historisch wichtige Stelle ans dem Maskilh. Ucber Algazali s. »1. ן Milthcitnng im Ozar Nechmad 2. 190 ss. ul!d Mnnk'S MsslangeS 2, 500. Bergt, auch מאזני צרק S. 3:5, worauf wir schon in der Rel-! Poesie Seite 150, Anm. 40, aufmerksam machten. | ־') Bergt, unser ״Jnr Kenntnis," S. 150, Nr. 40. und Jelli-! nek: Susismnü in der Kabbala, L. Bl. l85l, S. 577.! Inserate. 9 i\ 0 n k « 12) .0 ־) Llm isracl. Knabenwaiienhause zn Prag gelaugt die Stelle eines Erziehers für den 15. April 1801 provisorisch zur Besetzung, mic ivelcher der Jahresgehalt von dreihundert Gulden östcrr. Währung nebst freier Station verbunden ist. Bewerber um diese Stelle haben ihre Gesuche, belegt mit den glanbwürdlgen Nachweisen über ihren gnten Rnf, hinsichtlich ihrer Sitt - lichkeit und ihres religiösen Lebenswandels, über die mit gutem Erfolge znrnckgclegte Prüfung als BotkSschnllehrer. sowie über die Kelintniß der hebräischen Sprache, ferner über ihr Alter, Stand und bisherige Ver - Wendung bis 28. Februar l80l hierorts einznbringcn. Von der israel. Knltiisgemcinde-Repräsentanz. Prag, am 10. Jänner I80l. Der Vorsitzende: Ernst Wrhli. Szegeditt, Verlag von Sigmund ünrgcr. Leipzig, Lioinniissions-Vcrlag von Franz Wagner. Truck von Sigmund Burger in Szegcdui.