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Ben Chananja · 1861-01-25 · 4 (25.1.1861) · page 1

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Journal
Ben Chananja
Volume
4 (1861)
Issue
4 (25.1.1861)
Date
1861-01-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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L'zegrdiil, önt 25. Jänner Nr. 4. 186t. unii ■HritulUpur: L. Löw, fllictritliliiner;!11 Sjejjciliii. Jede» ftmteu] erscheint ein ganzer Bogen. j Mau abonnirt bei allen Postämtern und Buch-! Iiiscrnlc sind au deu Verleger S. Burger Prnniimerniivilsprcis: handlniigen des In- und Anslandes. in Szegedin oder au Hrn. Franz Wagner Ganzjährig 7 st., halbjährig 3 st. 50 kr.,; Minnskriptc in Leipzig zu senden. Die zweispaltige Petitvierreljähng 2 st. öftere. Wahr.! sind an die Redaktion zu senden. zeile wird mit 10 Nkr. 2 Sgr. berechnet. Itttmlt. Was lehrt der Thalinnd über Schauspielkunst, Musik nnd Gesang 1., von OJnbb. Fein in Reichenau. — NeligionsgesetzlicheS:!11- Di. .ftolienfrage, von Pros, Lelio de la Torre. — Schulwesen: Ui. Der sprachliche Unterricht an den jnd. Schulen in Ungarn, von Leop. Silbersiern. — üorrcspondcn): (Ausland.) London. — (Inland.) Wien. —• P:ipa. — Tarnopol. — Briese aus Böhmen. — Literär. Anzeigen: Marnlins ab Jnghen, von Leop. Dukes. — Sisra, von I),׳. Ielliuek. — Geschichte der Inden in Spanien nnd Portugal, bespr. vom Herausgeber. — Beilage: DaS Justiz-Attentat im Scharoscher Komitate, vom Herausgeber. Mas fctjtl i)ct Eljuümiii üöct ■Sdjuuf|1i1’ffumll, Jlaili'li uni) Mang? j. Bon M. F ein. Rabbiner zu Reichenau. Zu keiner Zeit gab sich im Jndenthume die Verehrung für Schauspielkunst, Musik und Gesimg in so hohem Grade kund als in der Gegenwart. Abgesehen von den vielen Korisäen, die unsere Konfession ans diesen Kunstgebieten in der Neuzeit anfzuweisen .hat, ist's eine unlengbare Thatsache, daß sich selbst in der Masse des Volkes heutzutage eine Empsänglichkeit für dieselben zeigt mehr denn jemals. Es klinget und tönet, besonders in größer« Städten, fast in jedem Hause, eS bilden sich da und dort Gesangsvereine, und den Ergötzlichkeiten deS Theaters sind selbst unsre Romantiker nicht abhold. Der Grund dieser Erscheinnng liegt theilS in der fortgeschrittenen Bildung der Zeit, wodurch der Schönheitssinn immer mehr rege wird, theilS in der Verbesserung der bürgerlichen Verhältnisse, die den heutigen Israeliten frohsimriger stimmen. ES drängt sich aber die Frage auf: sind alle die Vergnügen und Genüsse, welche die genannten Knnftzweige den Menschen gewähren von religiösem Standpunkte gestattet, oder sind sie untersagt, und kehrt sich unsre Zeit in dieser Beziehung nicht an die betreffende Untersagung? Die Beantwortung dieser Frage ist der Gegenstand ^dieses Aufsatzes. Wir beginnen mit dem Theater, und es verstehet sich von selbst, daß wir beim Anssnchen der hierüber einschlägigen ^-llellen nnö ans die thalullldischen werden besch ränken müssen; denn was die biblische Zeit angehet, weiß Jedermann, daß damals die Schauspielkunst noch unbekannt war, und sind die ersten Anfänge derselben sicherlich erst bei den Hellenen zu suchen (Vgl. A. W. Schlegel's Geschichte der dramatischen Kunst). Gleichwol wird im Thalmud nicht selten über das Theater gesprochen und dient als Ausgangspunkt der Ausspruch des R. Meir אין הולכין לטרטיאוח Man besuche nicht die Theater (Abod. s. 18. 6). Es dürfte auffallen, daß gerade der geistreiche und tolerante Dichterfilosof gegen jene Anstalt sich erhob, von der Schiller sagt, daß sie tiefer und dauernder auf die Gesittung der Menschen wirket als Religion und Gesetz, eine Schule der praktischen Weisheit, ein Wegweiser durch'ö Leben und ein unfehlbarer Schlüssel zu den geheimsten Zugängen der menschlichen Seele sei? Allein es ist das leicht erklärlich, wenn man sich die tiefe Gesunkenheit und große Entartung der Theater zur Zeit N. Meir's vergegenwärtiget. Nicht mehr beschritten die erhabenen Gestalten eines Äschyloö nnd Sofokleö die Bühnen, sondern dieselben waren nur noch der Schauplatz gemeinster Gaukelei und der Befriedigung blasirten WohllnstkitzelS; auch Kirchenväter u. zwar Zeitgenossen des R. Meir verdammten die Schauspielkunst, die Theater als Schauplätze der Unsittlichkeit, der Frivolität und Schwelgerei bezeichnend. Flenn/, zitirend den Tertullian (gest. 220), schreibt: ״Man weis, daß sie sich von allen Schauspielen zurückzvgen; der Kultus der falschen Götter bildete einen T heil der Schauspiele, und dieö war genug um die Christen davon auszttschließen; aber sie sahen sie auch als eine ergiebige Quelle der Verderbtheit der Sitten an, das Theater war eine Schule der Unschamhaftigkeit." Bedenket man noch, daß alle diese Schandthaten unter dem Deckmantel der Religion verübt wurden; — die Grie

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