Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 12 (15.12.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-12-15
- Page
- Seite 670 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 670 — nicht miteingerechnet. Den vr. Hauser hat der Baron׳ James v. Rothschild besonders entschädigt. (Arch. Jsr.) Paris, Anfangs Dezember. Aus dem Berichte des vrs. Neumann in Jerusalem ist ersichtlich, daß das Mayer-Rothschild-Spital daselbst im Jahre 18,000 תו*כ Fr. Auslagen hatte, welche von dem Hause Rothschild bestritten wurden. Unter den aufgenommenen Kranken waren 44 aus der österreichischen Monarchie. Die Schule für Lehrlinge, welche der Baron Raimondo Franchetti von Turin mit 3000 st. jährlich unterstützt, entwickelt eine sehr heilsame Wirksamkeit. 60 Lehrlinge genossen v. I. Unterricht, darunter drei aus der österr. Monarchie. Die Betty-Rothschild-Stistung unterstützte 120 Wöchnerinnen. Die Mathilde-Albert Cohn-Stiftung fährt fort, dreißig arme Familien für Sabbäte und Festtage mit Brod zu versorgen. / Paris, 5. Dezember. Ich muß Ihnen bei meinem diesmaligen Aufenthalt in der französischen Hauptstadt nur wiederholen, was ich Ihnen vor Monaten sagte'. Die seit 70 Jahren emanzipirten französischen Juden beschämen wirklich ihre Brüder jenseits des Rheins durch ihr warmes und lebhaftes Interesse für jüdische Angelegenheiten. Die Bewegung, mit welcher hier zu Lande die Wahlen für die Konsistorien verbunden sind, ist wirklich eine Herzerhebende Erscheinung. Sehr nachahmenswerth scheint mir das Auftreten der Kandidaten. Beiuns zu Laude lassen sich manche Gemeindeglieder wol dazu herbei, für sich oder Andere wegen Erlangung eines Ehrenamtes in der Gemeinde im Stillen zu agitiren. Hier treten die Kandidaten offen mit ihrer Bewerbung hervor, und richten Adressen an ihre Wähler, in denen sie ihre etwaigen Verdienste hervorheben, und ihr Programm niederlegen. Warum sollten Äe Männer, die Vas Bewußtsein haben, ihren Gemeinden unmittelbar und mittelbar dem Judenthume ersprießliche Dienste leisten zu können, sich ihren Brüdern nicht zu erkennen geben? In kleinen Gemeinden ist dies allerdings weder thunlich noch nöthig; aher in größer» Gemeinden wäre ja offenbar ein solches Vorgehen würdiger, als eine Zeitungs-Inseraten-Polemik! Glauben Sie nicht, daß unsere Gemeindevorstände nicht die Machtvollkommenheit eines französisch-jüdischen Konsistoriums haben, und daß es sich daher nicht der Mühe lohne, so viel Aufhebens damit zu machen. Ich kann Sie im Gegentheile versichern, daß unsere Gemeindevorstände die französischen Konflstorien an Machtvollkommenheit übertreffen. Ich habe gestern in der Traiterie ^Madame Dreifuß erzählt, daß der Pester Vorstand die ungarische Sprache M manche Gesänge und Gebete in der Synagoge eingeführt habe, und meine Tischgenoffen bestürmten mich mit der Fyage: was das Oousistoirs äs ksst und das OoLsistoirs ssntrals dazu gesagt habe (der Franzose setzt seine Institutionen in der ganzen Welt voraus); denn hier zu Lande, wo nur hebräisch gesungen und gebetet wird, -würde eine derartige Maßregel bedeutenden Erörtevungen unterliegen. — Daß sich der verdienstvolle Samuel Cahen, von der