Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 11 (15.11.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-11-15
- Page
- Seite 602 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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602 — davon ab, daß er im Gegensätze zu JakobuS behauptet: Christliche Proselyten aus dem Heidenthume seien von jenen Gesetzen entbunden, wer hat dich nun von allen diesen Geboten befreit? oder glaubst du, der Erklärung folgen zu dürfen, die dir zusagt; Hab ich da nicht dasselbe Recht, mir die Schrift zu erklären, wie es mir für richtig scheint, ohne deshalb mit meinem Glauben in Konflikt zu kommen? — Und lassen Sie uns hinzufügen: wird z. B. ein-oder irgend ein Christ der anglikanischen Kirche die meisten andern Christen anders denn als wahre Sabbatschänder betrachten könneu? Gibt es ja fast kein christliches Haus, in welchem nicht an Sonn- und den übrigen Feiertagen schwere (nicht blos leichte) Handarbeit verrichtet wird, während man ein wachsames Auge ans allen Handel hat, als ob der Polizeistock oder richtiger der Morgenstern*) den Wächter (nicht der Magier) der Christlichkeit und Kirchlichkeit handhaben können, als ob der äußere Zwang einen Beweis von innerer Ueberzeugung abgebe, oder gar dem Herrn angenehm sein könnte , während die Kutscher vom frühen Morgen bis znm späten Abend knallend und rasselnd durch die Strassen der Stadt fahren! Ja die fromme Herrschaft läßt sich zur Kirche fahren und der Kutscher muß zuweilen in der beißendsten Kälte stundenlang vor derselben halten. Wollte ich noch das unzüchtige Leben anführen, welches das Evangelium niemals gestattet, wie es in dieser Beziehung das Gesetz Moses niemals aufgehoben haben kann, und welches doch bei lichtem Tage übertreten wird, an allen denjenigen Orten, wo öffentlich privilegirte Häuser eristiren, so wird noch deutlicher daraus hervorgehen, daß, wenn die größere Gesellschaft in Folge der Verhältnisse der Jetztzeit Konzessionen machen, ja, sogar die heiligsten Gesetze brechen muß, um größerer Ungesetzlichkeit und Verletzung der heiligsten Bande der Natur vorzubeugen, man um so weniger den Einzelnen zur Rechenschast ziehen kann für eine Lebensweise, die nicht störend in *) Diese mittelalterliche Waffe wird nämlich in dem betreffenden Lande von den Polizeibeamten geführt, die die Sonntagsfeier überwachen.