Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 11 (15.11.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-11-15
- Page
- Seite 594 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 594 — Diskussion unterzogen zu werden; obschon letztere weitläufig genug war, und sich nicht gescheut hat auf viele Gegenstände einzugehen, die in ihrer gründlichen oder oberflächlichen Behandlung durchaus keinen Einfluß auf die theologische und filosofische Entscheidung der Sachen haben üben können, während sie auf die reelle «ud praktische Entscheidung selbstverständlich von wichtigen Folgen begleitet sein konnten, und es auch wirklich waren. Es ist daher auch keineswegs diese (nämlich die reelle und praktische Entscheidung), welche ich irgendwie zum Gegenstände meiner Erwägung machen will, und worüber ich mir die Aeußerung Euer Hochwürden erbitten möchte; diese ist einmal ein init aocoropli, und mag man darin einen Sieg der Humanität, — worauf unsere Zeit einen so großen Werth legt — oder, — wozu ich unleugbar geneigt bin, — eine Bestätigung sehen, daß Jehova noch lebt, um sein gerechtes Urtheil über sein Eigenthumsvolk zu vollziehen, so macht sie mit vollkommenem Rechte Forderung respektirt zu werden. Die Frage ist daher keineswegs: ob der Staat Recht hat, Mitglieder des mosaischen Glaubens an denjenigen Orten anzustellen, wo keine Synagoge und kein Rabbiner ist, der nach Moses und den Profeten Unterricht und geistliche Leitung geben kann; die Frage ist viel mehr tiefer und inniger, nämlich: ob Mitglieder des mosaischen Glaubens es vor Abraham'S, Jsak's und Jakob's Gott verantworten können, Anstellungen an solchen Orten zu wählen oder auf Ansuchen zu nehmen, welche in keiner Beziehung das bieten können, was zu finden und zu bewahren dem wahren Israeliten Bedürfniß sein muß, sondern ihn im Gegentheile nöthigen und zwingen, täglich von den Gesetzen Moses und den Vorschriften der Rabbinen abzuweichen. Ich kann verstehen, warum Jehova sein Urtheil ergehen ließ, so daß die Kinder Israels schweigend und weinend an den Strömen Babilons sitzen, und ihre Harfen lautlos an den Zweigen der Bäume hängen lassen mußten, und ich kann an dem Schmerze der UnglücklichenTheil nehmen. — Aber, was ich nicht verstehen kann, ist, wie ein Jsraelite es vor Jehova verantworten kann, sich von aller Verbindung mit Synagoge und Gemeinde loszureiffen, oder, wie er, während er auch nicht einen einzigen Tag, ja nicht eine