Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 11 (1.11.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-11-01
- Page
- Seite 590 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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— 590 Eindruck hervorbrachte, daß sämmtliche Anwesende, von tiefer RülIung ergriffen, in Thränen ihrem Gefühle Lust machen mußten. /.'<׳׳* Nach vollendeter Anrede überreichte Hr. m6ä. Di׳. Jelliüeck, im Namen der Gemeinde dem Gefeierten, eine Dankadresse von derselben. — Eine Schülerin der dritten Klaffe trug eine sehr sinnig verfaßte Anrede in Ungar. Sprache recht kindlich und rührend vor. Diesem folgte der Vortrag eines Festgedichtes in deutscher Sprache von einem Knaben, begleitet von einem Mädchen, das einen herrlich gewundenen Blnmenkcanz darbrachte. Den Schluß bildete ein trefflich ausgeführter Chor, von Mendelssohn- Bartholdy. Der Jubilar dankte in herzlichen ergreifenden Worten Sr. Ehrwürden, dem Hrn. Rabbiner, sämmtlichen anwesenden Herren und auch der Schuljugend für die ihm zu Theil gewordene Ehre, die er in seiner Bescheidenheit nicht zu verdienen glaubte, und versprach, der Schule noch ferner seine Aufmerksamkeit zu schenken, und nicht von hinneu zu scheiden, ohne dieses heilsame Institut bedacht zu haben. Möge er noch lange als Zierde unserer Gemeinde rüstig und kräftig bleiben und zum nachahmungswürdigen Beispiele im Iudenthume sein! — Brünn, 21. Oktober. Die hiesige israel. Gemeinde hat einen schwereu Verlust erlitten. Der in der industriellen Welt rühmlich bekannte Herr Israel Popper, bürgt, und k. k. priv. Tuchfabrikant, ist am 16. d. M. in Marienbad mit Tod abgegangen. Der unabsehbare Zug, der ihm gestern das letzte Geleite gab, war ein sprechendes Zeugniß der hohen Achtung, in welcher der Verewigte bei allen Klassen der Bevölkerung stand. Als Vorsteher der hiesigen Gemeinde hat er sich unverwelkliche Verdienste erworben. Sein Andenken wird gesegnet bleiben. Körmend, 20. Oktober. Hr. Leopold Preßburger, ein durch seine Rechtschaffenheit, Biederkeit und Wohlthätigkeit allgemein geachtetes Mitglied der hiesigen israel. Knltusgemeinde ist vorgestern gestorben, und wurde gestern zu Grabe bestattet. Wiewol er sich jede Ostentation beim Begräbnisse verbeten hatte, erscholl dennoch von den christl. Thürmen das Geläute der Glocken, als Zeichen der Achtung, deren sich der Verblichene auch bei der christl. Bevöt-- kernng zu erfreuen hatte. Erbe seines Namens und seines reichen Gemüthes ist sein einziger Sohn, Hr. Alexander Preßburger. I—y. / Pest, 25. Oktober. Die mit vielem Takte redigirte ״Jllustrirte Judenzeitung" wird von Woche zn Woche beliebter. Die Biografie Schwab's wird mit steigendem Interesse gelesen. Der ״Carmel" wird sicherem Vernehmen nach nächstens einen tief eingehenden Artikel über Midianitische Alterthümer bringen. Hr. Oberrabb. Di׳. Meisel behauptet nämlich, Jithro sei der Schwiegersohn Mose'ö gewesen, wie in seinem Wörterbuche S. 70 schwarz auf weiß gedruckt steht. Diese Behauptung wird nun, wie man mich belehrt hat, Gegenstand jener vielversprechenden Abhandlung sein.