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Ben Chananja · 1860-11-01 · 11 (1.11.1860) 1. Hälfte · p. Seite 588

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
11 (1.11.1860) 1. Hälfte
Date
1860-11-01
Page
Seite 588 (sequence 28)
Language
German
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— 588 die Werktage nicht paffend", es ist ״eine Entweihung des Gotteshauses (!), wenn an Werktagen vor einem Minimum von Gemeindemitgliedern das Gotteswort aus der Thora rasch hergesprochen, überhaupt ״ein feierlicher Gottesdienst abgchalten wurde, bei dem eine feierliche Stimmung durchaus nicht zu erwarteu ist." Ebenso ist es eine ״Ironie und unnütze Auszeichnung", wenn am Montag und Donnerstag, im Nachmittags-Gottesdienste des Sonnabendes die Thora verlesen wird. Selbst der dreijährige Cyklus bietet den Besuchern des Gotteshauses viel zu viel Thora u. s. w. Wozu sollte ich die Leser mit allen Einzelnheiten ermüden, schon das hier Angegebene wird ausreichen, um den Geist der Schrift zu kennzeichnen. Die praktische Bedeutung derselben ist null. Geiger's eigentlichen treuen Anhänger vermögen selbst diese Konzesfionen nicht zum Judenthnmc zurückznrufen, die haben sich schon vollständig vom jüdischen Leben losgesagt, die feiern, wie hier männiglich bekannt ist, den Versöhnungstag durch solenne Festessen und Familiendiners, deren Kinder können nicht mehr hebräisch lesen, geschweige, daß sie eine Ahnung von Bibel und Glaubenslehren haben sollten; diejenigen aber, die noch im Judenthume wurzeln, hat er sich um desto mehr entfremdet. Dies zeigt sich am unzweideutigsten darin, daß die ganze Gemeinde mit Ausnahme jener vollständig Indifferenten den Inhalt der Schrift verdammt hat. Geiger, dem dies nicht entgangen ist, lenkte sofort wieder ein, und der glaubensmuthige Apostel der Reform machte schon am ersten Succothtage einen vorsichtigen Rückzug, indem er in einer Predigt seinen Standpunkt und sein Verhältniß zur Berliner Reform näher auseinander setzte, und ausdrücklich behauptete, daß er und die Gemeinde die Einführung dieser Reformen nicht erleben werden, indem er sich endlich mit Moses verglich, der das gelobte Land nicht betrat, uud blos einen ״Profetischen Blick in die Zukunft" geworfen haben will. PHilalethes. Aus Dänemark. In einem Lande, wie Dänemark, wo außer der ansehnlichen Gemeinde der Hauptstadt nur sehr wenige kleine jüdische Gemeinden bestehen, verdient es bemerkt zu werden, daß seit einigen Jahren nicht weniger als drei Synagogen neu erbaut worden sind, nämlich in Aalborg, Banders. und jüngst in Faaborg. Alle drei sind durch den Oberrabbiner Hrn. Vr. A. A. Wolff eingeweiht worden, der durch die Würde und Feierlichkeit, die er jedesmal dem Akte zu verleihen wußte, einen wahren קרוש השם vcranlaßt hat. Hoffentlich werden Sie, hochverehrter Herr Redakteur, einer kurzen Beschreibung der letzten Einweihung und der damit verbundenen Feierlichkeiten die Ausnahme in Ihrem geschätzten Ben Chananja nicht versagen. Die Gemeinde in Faaborg zählt nur 15 Familien, und ist es daher einleuchtend, wie schwer es ihr falleH mußte, die Mittel zu dem nothwendig gewordenen Neubau ihrer Synagoge aufzubringen; allein durch die Opferwilligkeit dieser wenigen Familien, uud durch die Opferwilligkeit der Kopenhager Glaubensbrüder, wie auch durch den wohlwollenden Beistand der städtischen Kommune, namentlich des Stadtvogtes, Hrn. Iustizraths Stricker, gelang es in kurzer Zeit den Aufbau einer kleinen, aber schönen Synagoge zu bewerkstelligen. Die

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