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Ben Chananja · 1860-10-15 · 10 (15.10.1860) 2. Hälfte · p. Seite 530

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Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
10 (15.10.1860) 2. Hälfte
Date
1860-10-15
Page
Seite 530 (sequence 2)
Language
German
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— 530 — hingerichtet, welchen er gegen die Ehe des Herodes Antipas mit Herodias laut werden ließ. Glafyra's plötzlicher Tod wurde von der Volkssage ausgebeutet. Ihr erster Gatte, erzählte man sich, ist ihr im Traume erschienen, und hat ihr unter bitteren Vorwürfen wegen ihrer Pflichtvergessenheit ihr Nahe bevorstehendes Ende angekündiget. Die letzte/! Abkömmlinge des Herodäischen Hanfes theilten in Rom die Liederlichkeit des Hofes, welche, ״unter dem Herrscherwechsel fast das einzig Bleibende", gleich einer ansteckenden Krankheit alle Stände ergriffen 'hatte, so daß Properz, der beispiellos beliebte Dichter, das zynische Bekenntniß ablegte : Mg contra angusto versamus proelia lectol Agrippa II. (gest. 72) wurde eines schändlichen Verbrechens verdächtiget, und seine Schwestern Berenice, Mariamne und Drustlla, waren in der allgemeinen Entartung der. römischen Gesellschaft versunken. Von diesem Verfalle der Sitten sah man in Judäa keine Spur; die Mehrweiberei war aber in der ältesten Epoche der thalmudischeu Zeit nichts Ungewöhnliches. Indem Josefus berichtet, daß Herodes seine Enkelin (Herodias), Aristobnl's Tochter, mit seinem eigenen Sohne, ״welchen ihm die Tochter des Hohenpriesters gehören hatte", verlobt habe, fügt er erläuternd Hinzu: ״Es ist hei! uM väterliche Sitte, mehrere Frauen, zu gleicher Zeit zu haben 3).״ Er selbst scheint in Bigamie gelebt zu haben. Er erzählt nämlich : ״Nachdem die Belagerung von Jotapatha ihr Ende erreicht chatte״ kam ich in die Gewalt der Römer. Ich wurde streng bewacht, aber von Vespastan hoch in Ehren gehalten» Auf dessen Befehl ׳ ehelichte ich eine Jungfrau < aus Cäsarca, welche mit anderen Jungfrauen daselbst gefangen worden war. (Den Befehl Vespasian's erwähnt Josefus nur, um sich zu entschuldigen-, indem es Priester, verboten war, eine Gefangene zu heiraten : Kethub. 2, 5.). Dieselbe blieb aber nicht lange bei mir. Denn als ich befreit wurde, und mit Vespastan nach Alerandrieu ging, entfernte sie sich, ich aber nahm zu Alerandrieu eine andere Frau^)." Wenn nun die Notiz, daß das in Cäsaren geuommene- Peib, ״sich entfernte" {dmtlldyr[) nicht als förmliche Ehescheidung wird-ist die Zweiweibigkeit des priesterlichen Geschicht- . aus seiner eigenen Relation erwiesen. In der That

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