Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 10 (1.10.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-10-01
- Page
- Seite 527 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 527 der Kanzel erst 'schaffe, wie er seine schönen Ideen in die Form des Wortes zu gießen, und die innersten Gefühle seines Herzens in die Herzen der Zuhörer überströmen zu lassen sich bestrebte. Auch das Thema war zeit- und sidraygemäß. Von בכרים ausgehend, sprach er über die Gemüthsrnhe des Landes- und Naturlebens, im Gegensätze zum geschäftlichen Leben, und ging dann auf die für die erlangte Befitzfähigkeit zu bringenden Erstlingsopfer über. Nächste Festtage soll Hr. Platschek, der Sohn des Landesrabbiners für Mähren die Reihe der Probe-Vorträge eröffnen, sowie er auch die Reihe der Gastpredigten eröffnet hat. Man lächelt vielleicht über diese Unterscheidung; allein, da wir die zufällige Anwesenheit der Herren in der Nähe von Brünn benützt haben, um sie zur Predigt einzuladen, und wir bei ihnen nicht voraussetzen konnten, daß sie aus ihren fernen Gemeinden direkt zu einer Probepredigt zu kommen, sich verstehen würden, so haben wir gewiß in anerkennenswerthem Zartgefühle diesen Unterschied gemacht. Nach den Feiertagen wird der Cyklus der Probepredigten fortgesetzt, und dann soll der wenigstens nach unserem besten Wissen und Gewissen Würdigste und Ausgezeichnetste auserkoren werden. Hoffen wir, daß dieser so lange ersehnte Moment baldigst eintreten werde, daß an der Stelle der langjährigen Leerheit (Vakanz), die Lehre, d. i. der Mann des Wissens und des heiligen Eifers, der von der Lehre erfüllte und durchdrungene Lehrer, kommen werde. Fünfkirchen, im September. Mit den in den ersten Tagen d. M. an der hiesigen israel. k. k. Musterhauptschule abgehaltenen öffentlichen Prüfungen ging das Schuljahr 1859/60 für diese Anstalt zu Ende. Sämmtliche Lehrer und der größte Th eil der Schüler gaben bei dieser Gelegenheit die schönsten Beweise unermüdlichen Fleißes und seltener Ausdauer, und es sprachen sich alle P.T. Anwesenden höchst lobend und anerkennend über die vorzüglichen Leistungen dieser jungen Lehranstalt aus. Besonders hervorzuheben ist das Verständniß des Erlernten, welches die Schüler bekundeten, und die überraschende Gewandtheit, mit welcher sie die ihnen gestellten Aufgaben lösten. Nicht minder lobenswerth waren die von den SchüleR und Schülerinnen vorgelegten Schriften, Zeichnungen, Aufsätze, und beziehungsweise weibliche Handarbeiten. Es ist nicht zu verkennen, daß sich das Lehrpersonale die heilige Aufgäbe gestellt, die Schüler in religiöser, wie in intellektueller Hinsicht auszubilden, und sie zu guten Menschen,Irenen Familien-Mitgliedern, frommen Juden, nützlichen Bürgern und der ÄWhöchsten Dynastie, wie dem Vaterlande, in Liebe und Ergebenheit anhänglichen Unterthanen zu erziehen. Wünschen wir dieser neuen Schule eine sehr förderliche Zukunft, ein erfreuliches Aufblühen in der Reihe ihrer Schwesteranstalten. Gleichzeitig einige kleine Notizen in aforistischer Kürze und Gedrstngenheit: Im versioffenen Monat ist Hr. Adolf Engel, ein Mann von Energie