Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1860-10-01 · 10 (1.10.1860) 1. Hälfte · p. Seite 516

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
10 (1.10.1860) 1. Hälfte
Date
1860-10-01
Page
Seite 516 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2542917-2543076-2543088--1746-2545464
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

516 — Mademoiselle Goldschmidt, ist gewiß als Stickerin einzig. Sie verstehet bis zur höchsten Täuschung, die Zaubereien des Pinsels mit der Nadel nachzuahmen. Hr. Zacharias ist dem Publikum als Mechanikus und als ein vortrefflicher Arbeiter bekannt. Er hat verschiedene Instrumente für Hrn. Direktor Achard und den Prof. Hermbsstädt gemacht, die den Beifall der Akademie der Wissenschaften erhalten haben. Er hat seit Kurzem ein für Kranke sehr bequemes Bett erfunden. Hr. Sa re hat sich als Architekt ausgezeichnet, und er ist der erste Jude, dem die Stelle eines königl. Kondukteurs anvertraut worden. Hr. Bergmeister Meyer und sein Bruder, der Hütteninspektor Meyer, sind die ersten Juden, die dergleichen Stellen bekleiden, und die Hüttenuniform tragen. Das Verdienst des Hrn. Kapellmeisters Wessely als Toukünstler und Komponist ist bekannt, und obgleich der verstorbene Kantor Rolle behauptete, es sei mathematisch unmöglich, daß ein Jude komponiren könnte, so hat Hr. Kapellmeister Wessely das Gegentheil bewiesen. Er hat sich jetzt taufen lassen , war aber schon als Jude Musikdirektor und. nachher Kapellmeister. Hr. Doktor Flies der Jüngere, hat ebenfalls ein sehr großes musikalisches Talent, und schon verschiedene Arbeiten dem Publikum geliefert. Als vortreffliche Klavierspielerinnen sind bekannt: Mad. Levy, Mad. Wolfs und Mad. Böser gebohrne Flies. Wir haben auch Sängerinnen, von denen ich nur Madmoiselle Su sman und Mad. Liepman anführen will. 30. Die Meisel-Synagoge Ln Prag. Jedes Jahrhnndert, jede Synagoge hatte ihren Rothschild, aber nur Wenige von ihnen haben ihren Namen auf öffentliche Monumente eingegraben. Unter diesen Wenigen zeichnet sich besonders aus: Mardochai Meisel, der 1601 in Prag starb. Er baute die sogenannte hohe Synagoge, vas jüdische Rath- Haus, das warme Franenbad, das Armen- und Waisenhaus und die schöne, nach ihm genannte Meisel-Synagoge. Dieses letztere Gebäude ist ein Prachtmonnment mit Gallerien und Säulen versehen, ein Muster höherer Architektur. Den 14. Adar 1590 wurde der Grundstein gelegt, und zwei Jahre darnach vollendet. (Fortsetzung folgt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.