Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 9 (15.9.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-09-15
- Page
- Seite 483 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 483 Entschlüssen getriebenen nordischen Königin, als zur Charakteristik des überschriftlich genannten Helden. Ueverhaupt scheint uns das Jahrbuch in biograsischer Rücksicht nicht die Aufgabe zu haben, bisher wenig bekannte Persönlichfeiten an's Tageslicht zu ziehen. Biografien bekannter hervorragender Männer, von denen aber das Publikum, für welches das Jahrbuch vorzüglich bestimmt ist, nicht viel mehr weiß, als den Namen und einige dürftige, meist sagenhafte Nachrichten wären ohne Zweifel besser an ihrem Orte. ״Die Israeliten in der k. k. österr. Armee", von Derblich (14—23) — eine sehr dankenswerthe Gabe. ״Die Plutokratie und das Judenthum", von A. Kohn, — sehr zeitgemäß. Der wackere Vers. wird aber zugeben, daß seine Arbeit bedeutende Erweiterungen zuläßt. Szäntü's Aussatz: ״Fahrende Juden" (29—63) gibt Zeugniß von dem historischen Sinn und dem gründlichen Quellenstudium des geistvollen Vers., wenn es derselbe auch verschmäht, die Quellen seiner Angaben näher zu bezeichneu. Einiges glauben wir berichtigen zu müssen. Die Wohlthätigkeit wird in den älteren biblischen Schriften nicht als Zedaka bezeichnet; erst Dan. 4, 24. hat Zidka diese Bedeutung. Zu dem Spruche: וצדקו? תציל ממות (Spr. 10, 2.) wird inveß צד schon Tobi 4, 10. als Wohllhätlgkeit aufgefaßt. Der Unterschied zwischen Zedaka und Gemilut-Chessed ist thalmudisch (S. 31). Bei der Stufenleiter der Wohlthätigkeit S. 43. hätte Maim. Matthenath Anijim 10,7—14. benutzt werden sollen. Esthori Ya-Farchi reiste nicht 1392 (S. 53); vielmehr befand er sich unter den 1306 aus Frankreich vertriebenen Glaubensbrüdern, und besuchte 1313 Egypten und das heilige Land. (Kastor wa-Ferach tzä-Edelm. S. X.) Die ״Rückblicke auf das verflossene Jahr", vom Herausg. (64—121) find diesmal mit besonderer, und allen Lesern gewiß höchst willkommener Ausführlichkeit behandelt, nnd enthalten Gottlob viel Erfreuliches. Auch die ״Ehreuhalle österr. Juden" (122—149) kann sich einer reichen Ausstattung rühmen: כה יתן ה׳ וכה יזסיף! Aus der Nekrologie (149—157) nennen wir Alfonso Crefbeer (g^ft. ^zw Paris 10. Dezember ,M59) und C. S. Günzbürg*) (gest. 1859 m Breslau). ör. Beer leitet seine ״Rückblicke auf die jüd. Literatnr" (158—193) mit einigen nicht genug zu beherzigenden Bemerkungen über die Urbanität ein, welche jüdische Gelehrte gegen einander beobachten sollten. Die ״Rückblicke" verschaffen besonders denjenigen Gelehrten , die entfernt vom Büchermärkte wohnen, und denen nur wenige Zeitschriften zugänglich find, eine höchst dankenswerthe Ueberficht der neuesten literärischen Erzeugnisse, welche der rühmlichst bekannte Forscher ohne Leidenschaft und mit wiffenschaftlicher Ruhe beurtheilt. Dr. G. Wolf, der fleißige Sammler einheimischer jüdischer Geschichte, schließt feine interessante Mittheilung: ״Die Anfänge eines jüdischen Seminars203—194) ״) mit der Bemerkung, daß es ״Pflicht der Juden in Oesterreich sei, der jüdischen Gelehrsamkeit eine Stätte zu begründen." S. 204 bis 213 werden Proben ״anerkennender und liebevoller Gesinnung von christl. *) Vielleicht entschließt sich einer unserer Breslauer Freunde, uns eine biografische Skizze G.'s zukommen zu taffen. LS*