Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 9 (15.9.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-09-15
- Page
- Seite 479 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 479 — Einiges über die innere Einrichtung -er Synagoge zur Zeit des Thalmud. Vom Kreisrabb. 3. Werner. Es ist wirklich gut, sich im Alterthume zuweilen etwas genauer umzusehen, um sich zu überzeugen, wie Vieles im Laufe der Zeit ganz anders gewordeu, und wie wieder anderes,, entschieden Unwesentliches ein sehr hohes Alter für sich hat.- Versetzen wir uns einen Augenblick in eine Synagoge, wie sie vor etwa 2000 oder 1800 Jahren nach den vorliegenden Berichten auögesehen hat. — Das erste, das uns in die Augen fällt, ist die תיבה, ein hölzerner Kasten oder Schrank, welcher die Gesetzrollen enthält. Wie aus der Tosstftha (Megila 3.) zu entnehmen ist, war die Theba in der Regel den! Eingänge gegenüber an der Wand, nach welcher Sette die Betenden ihr Antlitz wendeten, angebracht. — Die Mischna hat für das Behältniß der Gesetzrollen nur den Namen Theba (s. Berach. f. 34. a. Taanith. f. 15. a. u. s. w.), wo hingegen ארון für die Lade der Bundestafeln, welche bekanntlich im zweiten Tempel fehlte, reservirt wurde. Erst längere Zeit nach der Zerstörung des Tempels wurde dieser Ausdruck auch auf den Schrein der Thorarollen angewendet. Es scheint sogar, daß man zu einer Zeit mit Strenge darauf hielt, den Namen des Allerheiligsten des ehemaligen Tempels, auch dem Sanktuarium der Synagoge nnverkümmert zukommen z« lassen (Sabbath. 32. a.). Vor der Theba war der Platz des Vorbeters, welcher Ort entweder absichtlich etwas vertieft war, oder schon darum die tiefste Lage hatte, weil der ganze Raum amfitheatralisch angelegt war, daher der Ansspruch R. Joße bar Chaninas (Berach. 10. b.), und daher auch der Ausdruck: ירד לפני התבה, frühzeitig Herrschend wird (s. Rasch Ha-Schana 34. b. Taanith 15. a. u. s. w.). Aber auch עבר לה״ת, ist nicht weniger üblich (s. Berach. :34. a. Rasch Ha-Schana 32. b. n. s. w.)-Die Theba selbst war auf einem Unterbau oder ans einem Gerüste aufgestellt, zu welchem eine oder mehrere Stufen führten. Eine solche Stufe kömmt in