Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (1.8.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-08-01
- Page
- Seite 396 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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— 396 — und des Umvers ist. entnehme ich, daß er bereits vom Marschall DDdonnell, dem er ein Dankschreiben des Zentral-Konsistoriums für die hochherzige Be- Handlung unserer marokkanischen Glaubensbrüder zu übergeben hatte, mit Wohlwollen empfangen wurde. Der Marschall versprach, dem in Marokko kommandirenden General Rios Instruktionen zu geben, um unsere dortigen Glaubensbrüder gleich nach Abschluß des Friedensvertrages der marokkanischen Regierung warm zu empfehlen. Cohn hat die Versicherung erhalten, daß die Auswanderung der marokkanischen Juden auf keine Hindernisse stoßen, und ihrer Niederlassung selbst in spanischen Städten nichts im Wege sein wird. Mit wichtigen Briefen versehen, setzt er seine Reise über Cadir, Gibraltar nach Tanger und Tetuan fort und hofft aus dem spanischen, französischen und englischen Geschäftsträger ein Triumvirat zum Schutze aller Juden Marokkos bilden zu können. Der Aufruf Cremieur's zu Gunsten der syrischen Christen findet allgemeinen Anklang. Der Graveur Charles Kraus beabsichtigt zur Erinnerung an das kaiserl. Edikt, wodurch den Juden in der österreichischen Monarchie das Recht des Grundbesitzes eingeräumt wird, eine Denkmünze zu prägeu, auf welche bereits unterzeichnet haben, in Niederösterreich: Wien; in Ungarn: die ist. Gemeinden zu Altstadt, Arad, Baja, Csorna, Dereeske, Erlau, Fünskirchen, Groß-Kanischa, Güffing , Hußt, Jänoschhäza. Käßmark, Loschonz, Mischkolz, Palota, Päpa, Pest, Preßburg, Raab, Samson, Schütt-Szerdahely, Stampfeil, Szered, Styrtwu, Wag-Neustadtel, Waitzen; im Banat und der Vojvodina: Temesvar, Palanka, Neusatz, Werschetz; in Böhmen: Prag, Patzau, Przibram, Wotitz, Neu-Bidschow, Jung-Bunzlau, Kollin; in Mähren: Brünn, Hotteschau, Mährisch-Krommau, Boskowitz, Nikolsburg, Proßnitz, Dobschitz, Schaffa; in Schlesien: Bielitz; in Galizien: Brzezan, Krakau, Lemberg, Zalesczik, Zborowitz, Rzeßow. Breslau, im Juli. Mit den siegreichen Fortschritten des liberalen Pxinzipes in Preußen, wachsen auch die Hoffnungen und Aussichten der preußischen Juden. Von Tag zu Tag wird an dem politischen Bau, den H. v. Mannteufel in seiner staatsmännischen Weisheit gezimmert, immer mehr und mehr gerüttelt und die alten, verrosteten Prinzipien der Unduldsamkeit und Beschränkung werden in die Rumpelkammer des glücklich beseitigten Systemes geworfen. Der Leiter des abgetretenen Ministeriums hat sich und seiner Partei in der bekannten Ansprache an die Wähler das Grablied gesungen, das ganze Junkerthum verliert immer mehr allen Halt und Boden, selbst die dialektisch geschulte Barmerträgerin der Reaktion, die ״Kreuzzeltung", dieses ״füdische Renegatenblatt," wie sie die ״deutsche Zeitung" witzig nennt, kriecht zum Kreuze, und stimmt ihren Ton ein wenig herab, und was das Interessanteste ist, der das ״verpestete Jahrhundert" immer und ewig anbrüllende Leu von Hatte, erklärte neulich naiv genug, daß er sich ausgetobt habe und sich gänzlich vom Kampfplatze zurückzieye, da ihm die Gegenwart zu ״nebelhaft stinkend" erscheint. Desto enger schaaren sich die Vertreter des Liberalismus und Anhänger des jetzigen