Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 6 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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311 — JäH-ervny, im Mai. Leider war die hiesige Gemeinde ungerecht genug, den braven Rabbiner Nathanek nach Ablauf seiner Kontraktzeit zu entlassen. S.-A.-U!hely, 15. Mai. (Einweihung der k. k. Muster- Hauptschule). Am 13. Mai war die Elite der hiesigen Bevölkerung in zwei glänzend dekorirten Sälen des Schulgebäudes versammelt. Ein feierliches Gebet eröffuete die Solennität. Hierauf nahm der Komitats-Vorstand H. Statthaltereirath v. Markovicz das Wort und setzte in einer gehaltvollen Rede die Bedeutung des Institutes für die Israeliten Zemplins auseinander, sprach von dem wohlthätigen Zweck und der edelmüthigen Absicht Sr. Majestät, und empfahl zum Schlüsse die Anstalt dem Beistände des Allgütigen. Das hierauf folgende Schülerlied, machte auf die anwesenden Gäste einen um so freundlicheren Eindruck, »ach dem selbiges für die Einweihung verfaßt, mit der hierauf vom H. Musterhauptschul-Direktor S. Pollack.gesprochenen Jnaugnrationsrede in innigster Verbindung stand. Diese eben so gediegen gearbeitete, als ausgezeichnet vorgetragene Rede war ganz geeignet, alle Anwesenden für ein Institut zu begeistern, welches Außerordentliches zu leisten verspricht. Von der Bibelstelle' ausgehend: ״Im Munde der Kinder und Säuglinge befestigt Gott sein Reich;" sprach der Redner von der Heiligkeit der Schule und der Erhabenheit des Lehrerberufes, von der Bedeutung der Mnsterhanptschule nach Innen und Außen, erinnerte an die über alle Unterthanen des großen Reiches erstreckende väterliche Sorgfalt Sr. Majestät unseres allergnädigsteu Kaisers, zollte Worte des Dankes den Organen der hohen Regierung und insbesondere Sr. Ercellenz dem gewesenen Vize-Statthalter Freiherrn v. Poche, dem Hrn. Schnlrathe Severin Schmiedt und erinnerte in herzlicher und begeisternder Weise an die Verdienste, welche sich dieser um die Gründung dieses Institutes erworben, wie er, mit umfangreiche» Wissen, einer erschöpfenden pädagogischen Kenntniß, einem edelmüthigen, vorurtheilsfreien Herzen, zugleich eine glühende Begeisterung für Schule und jugendlicher Erziehung verbindend, sich recht warm eines jeden Institutes, welcher Konfession es auch angehören möge, annimmt. Nachdem der Redner Worte des Dankes für seine Bemü- Hungen, um die Gründung der Anstalt dem H. Komitatö-Vorstände für Zemplin abgestattet hatte, wandte er sich zum Vorstande der Kultus-Gemeinde H. Leo Polatschek, und zollte auch diesem herzlichen Dank für diese nachahmungswürdige Opferwilligkeit und äußere Ausstattung der Schulräume.