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Ben Chananja · 1860-01-01 · 6 (1860) · p. Seite 310

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
6 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 310 (sequence 50)
Language
German
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— 310 — den sie ihre wohlbestallten Schächter zum Rabbiner gestempelt, was vom ökonomischen Standpunkte ans, im Grunde sehr klug ist, da sie nun die umliegenden Israeliten nolens volens zur Kultus- Gemeinde-Beisteuer zwingen, damit sie nicht allein die Last ihres Schächters und Vorbeters tragen dürfen. Die moralische Seite hingegen ist nicht so lichtvoll, da die Leute äs facto zu einem andern Rabbinate schon von früher gehören. Wenn sie also von ihm nicht erlangen können, was mit dem Gewissen eines ehrlichen Rabbiners nicht überetnstimmt, so nehmen sie in diesem Falle ihre Zuflucht zu dem Deo ex waclnna; wenn z. B. bet dem Rabbinate äs facto ein Ehehinderniß obwaltet, und dieses erst die Beseitigung dieses Ehehindernisses verlangt, so wendet man sich an das Rabbinat äs Mrs, das in dem Gelüste auch einmal eine Trauung vorzunehmen, nicht viel Umstände macht und den Priesterlichen Segen salbungsvoll ertheilt; wenn ein Schüler z. B. dem Religionsgegenstande nicht mit Vorliebe zugethan ist, und bei dem einen Rabbinate die Folgen seiner Nachlässigkeit, bestehend in einer schlechten Fortgangsklasse, fürchtet, so kann der zärtliche Vater sicher darauf rechnen, für sein Söhnchen beim andern Rabbinate auch ohne Repräsentation des Jüngers eine mächtig große Vorzugsklasse zu erhalten, die einzig, unter all den Dreiern an dem Zeugniß Prangt, sich verwundernd, wie sie daher kommt. Wir sollten freilich nach alter israelitischen Sitte, hier nicht unsere Rundschau schließen, sollten bei etwas Erhebenderem Abschied nehmen, doch mit dem besten Willen, bei dem angestrengtesten Ausschanen, erblickt das Auge nichts, was des Melkens werth, oder von der Kraft solcher kleinen Gemeinden zn erwarten wäre. Die Straffen, die nicht mit der Geschwindigkeit des Dampfes befahren werden, müssen sich noch immer der Omnibusse bedienen, und das thun auch diese Gemeinden, sie haben ihren Omnibus, ein Alles in Allem, der Passagiere, Gepäck und Fracht aufnimmt und daher natürlich mit der Zeit zurückbleibt, ohne von den Stößen ans dem holperichte» Wege verschont zn werden. Kirlck, im Mai. Der auch den Lesern d. Bl. vortheilhaft bekannte Rabbiner Straß er, ist einstimmig zum Rabbiner des hiesigen Bezirkes gewählt worden; ein würdiger Nachfolger des wackern Hochmuth! Fslegyhnztt, im Mai. Hr Ignatz Glück ans Jrsa, ist am 10 d. M. zum hiesigen Rabbiner installirt worden. Wir hegen die besten Hoffnungen von seiner Wirksamkeit. Die Frauen haben demselben einen schönen Talar überreicht.

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