Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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260 — Leistungen verherrlichen das Göttliche und unterstützen das Welt« liche. Getreu und beharrlich in seinem ausgesprochenen Bestreben zur Hebung des Gottesdienstes und der synagogalen Gesangsbildüng hat er an allen vier Ostertagen seine herzerhebeuden Festgesänge ertönen lassen, und durch rituale Chöre die Gläubigen in der Leopoldstadt-Synagoge zur andächtigen und gottpreisenden Einstiminigkeit begeistert. Besonders effektvoll erwiesen sich die vor dem Seeleugedächtnisse angestimmten Verse des 16. Ps. mit elegische» Motiven in der Komposition, und ist das Gesangselement vorzüglich da an seinem Platze, wo es, wie bei dem Gebete für die Tobten, in dem feinbesaiteten menschlichen Herzen wehmütige Accorde des innigsten Mitgefühls erregt. Uebergehend zu seinem anderseitigen weltlichen Zwecks der Unterstützung hat der Verein von dem Ertrag der ersten Liedertafel je 50 fl. £>. W. dem Mediziner-, dem Juristen- und dem Technikerfoude für Hilfsbedürftige zufließen lassen, und eine gleiche Summe der israel. Kinderbewahranstalt zugemittelt, und ist ihm hiefür Namens der drei ersteren Fonde der behördliche Dank auch vom Wiener Bürgermeister, Baron v. Seiler, schriftlich kundgegeben worden. Aber in wohlweiser Beherzigung des anerkannten Satzes: Qulsque sibi proximus hat der Verein auch seine eigene» Mitglieder am Osterfeste bedacht, und wir werden immer mit Bestiedigung von jeder fernem Bedachtnahme seiner selbst Akt nehmen, ehe wir die auswärtigen Spenden registriren. Daß das Publikum den Vereinöleistungen mit gesteigerter Theilnahme und Aufmerksamkeit folgt, bewies die gestern im Sophiensaale veranstaltete zweite Liedertafel. Den Glanzpunkt derselben bildete Nummer 6, welche den 24. Psalm mit gemischten Chören, Soli, Blasinstrumenten und Harfen, in prachtvoller Composttion von Julius Sulz er vorführte und die Zuhörer zu rauschendem Beifalle hinriß. Die sanfttönend präludirende Musik schwillt mit dem wilden Wellenschlag des Franenchors zur immer höher und höher brausenden Woge, die mit dem Baß-Solo das Hinansteigen zur Gotteshöh' anzeigt, dann wieder im gedämpften Frauenchor ״Der Hände Unschuld und der Seele Lauterkeit" preist, bis sie im Vollchore die Erhebung der Thore anrnft vor der »ahen> den Majestät Gottes, und ihm dann entgegenjauchzt, ihm, dem Helden im Krieg! ihm, Adonai Zebaoth, der da ist König des Ruhms, Selah! H. L. Back.