Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Da bisher die Anschaulichkeit beim hebt. Unterrichte im Ganzen nbch wenig Platz gegriffen hat, so war es natürlich eine Unmöglichkeit, für din hebr. Unterricht in öffentlichen schulen,deren Aufgabe es ist, den verschiedenen, für's bürgerliche Leben nothwendigen Kenntnissen Rechnung zu tragen, einen solchen Erfolg verheißenden Lehrplan zu entwerfen, der zugleich mit der gesetzlichen Unterrichtszeit zu vereinbaren wäre. In Anbetracht dieses Uebelstandes ist es an der Zeit, für das Hebräischtz eine solche anschauliche Lehrweise einzuführen, wodurch es in jeder organisirten Volksschule ermöglicht werden könnte, daß alle Kinder beiderlei Geschlecht-, bei ihrem Austritte aus der Schule das ganze hebr. Gebetbuch nach der Liturgie korrekt und mit Verständniß zu lesen im Stande seien, daß ferner jeder Knabe mit dem ganzen Pentateuch so vertraut werde. um im Allgemeinen jeden hebräischen Vers in demselben richtig in's Deutsche übersetzen und bei vorkommenden schweren Wörtern oder Stellen mit Hilfe der beigefügten deutschen Uebersetzung sich selbst zum Verständniß derselben verhelfen zu können. Das, was das Kind weiß, darf kein mechanisch beigebrachtes Wissen sein, welches eben so leicht wieder aus dem Gedächtnisse verschwindet, als es schwer demselben eingeprägt wurde, sondern es muß ihm auf eine solche Art beigebracht werden, daß es ihm zum unverlierbaren geistigen Eigenthume wird, dessen er sich auch in seinen reifem Lebensjahren erfreuen könne. Die hebr. Schulbildung soll sich aber nicht gerade auf Vorerwähntes, auch für mittelmäßige Schüler zu erschwingendes Pensum beschränken, die talentirten Schüler werden vielmehr mit desto größerem Erfolge den weitern Unterricht in der Bibel und der hebr. Sprache genießen können. Um die Erreichung des angedeuteten Zieles zu ermöglichen, habe ich für den hebr. Unierricht ein neues System aufgestellt, durch dessen Anwendung das. hebr. Gebet, verherrlicht, und die Thora dem Gedächtnisse der Jugend unvergeßlich eingeprägt werden kann. Es sind bereits 25 Jahre, seitdem ich als Leiter mehrerer Gemeindeschulen — neben den deutschen Schulgegenständen — meine vorzügliche Aufmerksamkeit dem hehr. Lehrfache zuwende, Nachdem ich in meinem Geburtsorte Bonyhad die daselbst in's Leben gerufene Schute mehrere Jahre geleitet hatte, wurde., ich von dem allgemein geachteten nnd sehr intelligenten H. Daniel Popper— welcher sich durch langjähriges überaus wohlthätiges Wirken als ראש מדינה der Bäcska ein schönes, und ehrenvolles Monument der Liebe und Dankbarkeit in den Herzen vielerJsraeliten errichtet hat, — zur Organistrung einer dreiklassigen Volksschule hieher berufen. Ich stand auch einige Jahre nach-5 her einer Schule in Neusatz vor, und wurde endlich bei der neuen Organisation der hiesigen israel. Gemeindeschule, welche im Jahre 1852 erfolgteim Vereine mit meinem Sohne hier angestellt. (Schluß folgt.)