Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2542917-2543076-2543080--1364-2545074- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 142 — israel. Schnlfonde bewilligt. Die Kttltusgemeiude hat für die Herstellung geeigneter Lokale, für die nöthigen Schnlgeräthe und Lehrmittel Sorge zu tragen ) ebenso ist es ihr zur Pflicht gemacht worden in der Vorstadt Fabrique eine zweiktassige Mädchenschule aus eigenen Mitteln zu errichten und zu erhalten. Die Gemeinde ist mit Freuden bereit, den ihr aufgelegten Pflichten aus das Beste nachzukommen, ja, fle ist sogar gewillt, noch mehr zu thun, indem fle sich bereit erklärte, den von Seiten der Regierung anzusteltenden Lehrindividuen ein angemessenes Quartierpanschale znkommen zu lassen. Wer es mitansah, wie wenig bis jetzt allhier für den Unterricht der Mädchen überhaupt gesorgt war, wie die meisten derselben ganz ohne allen religiösen Unterricht blieben, wie viele Eltern gezwungen waren, ihre Töchter der seit zwei Jahren hier bestehenden Klosterschule zu übergeben, wo sie sich zwar nicht über inhumane Behandlung zu beklagen haben, wo sie aber in keinem Falte die Richtung erhielten, die sie geeignet macht, dereinst israel. Kinder im Geiste ihrer Religion zu erziehen. wird dieses Faktum mit Freudigkeit begrüßen, und in demselben abermals einen Beweis der väterlichen Fürsorge der hohen Negierung für uns finden. Die Muster-Hauptschule erfreut sich des allgemeinen Vertrauens, nnd ist dieselbe bemüht, ihre Aufgabe bestens zu lösen, und sich ihres Namens würdig zu machen. Von mehreren der übrigen israel. Schulen dieses Kronlandes Läßt sich ebenfalls viel Rühmliches mittheilen, doch haben die meisten derselben mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, und wahrlich, würden fle nicht von Seite der hohen Behörde mit eiserner Faust gehalten, sie gingen schon längst in Trümmer. Mit Beschämung muß ich gestehen, daß die meisten Schwierigkeiten ihnen diejenigen bereiten, deren Aufgabe es wäre, die Schule mit allen Kräften zu schützen und in Ansehen zu bringen; ich meine die Rabbinen. Es bringt mich dieses Thema auf den Aufsatz des ehrwürd. Hrn. Oppenheim , Rabb. in Groß-Becskerek in Nro. 53 der ״A. Z. d. I." vom vorigen Jahre. Ich will es nicht versuchen, ihm Schritt für Schritt in seinem Referate zu folgen; doch möge mir Ben Chan, einige Bemerkungen über den Hauptpunkt des genannten Aufsatzes: ״Die politische Schnlverfaffung nnd die Bibel" betitelt, gestatten. Der Hr. Rabb. findet eine Anomalie darin, daß die Beaufsichtigung der israel. Schulen auch in Ungarn und der serb. Wojwodschast noch immer der katholischen Geistlichkeit anvertrant ist, und beklagt es, daß der Knltusgemeinde, namentlich dem Rabbiner, gar kein Einfluß auf die Schule zugestanden wird. Wir müssen es vor Allem in Ab«de stellen, daß von Seite der hohen Behörde im Allgemeinen an den bezogenen Paragrafen der politischen Schulverfaffnng, welche Rabbinen und Gemeinden von jedem Einflüsse auf die Schule gänzlich ausschließt, in Ungarn und in unserem Krönlande sestgehalten wird. Wir könnten dem Hrn. Rabb. Oppenheim viele Gemeinden namhaft machen, wo der Rabb. mit Direktion der Schule betraut ist, und in keiner Weise in seiner Wirksamkeit gestört wird. Der gelehrte Redak^