Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 3 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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und sich entwickelt. Freilich schicken Noch manche Elterü ihre Kinder Mer in vir umliegrnden Dörfer zn den ״Melawdim", lrnr so des Zwanges zum Schulbesuche enthoben zn sein. Jedoch laßt auch noch dieses Institut Melks zu wün^ schen übrig. So z. B. begreift es Referent nicht, warum eine Gemeinde, die vier Lehrer hat, und 2000 fl. für die Erhaltung einer Schule jährlich ansbringt, derselben nicht das Oeffentlichkditstecht überhaupt, und als vierklasflge Hauptschule insbesondere verschafft? Ferner dürsten auch 9 bis 10 tägliche Nnterrichtsstunden schwerlich in den Stundeneiülhkrlüngen der heutigen Schulen sich vorflnden, wie überhaupt sür die geistige und körperliche Entwickelung der Kinder ersprießlich sein, und dies UM sö weniger, wenn ihnen nach flebenstuNdigem Unterrichte, Abends, als Dessert das, geweckten Geist und frische Auf- MerksaMkeit erfordernde ThalmndstudiM vorgetragen wird. Endlich sollte auch der jüdische Jargon strenger aus der Schule verbannt, und der anschauliche unterricht mehr gepflegt werden. Hoffen wir jedoch von der Zukunft das Beste. Ein anderes schönes Institut besitzt die Gemeinde in der Chevra Bikur Ehölim, die aber nicht mit Verabreichung von Medikamenten und Labsalen an den Kranken sich befaßt, das bleibt der Chevra Kadischa überlaffen, sondern deren Aufgabe es ist, dem kranken, erwerbsunfähigen FamilienhäNp'te, während der Zeit seiner Erwerbsunfähigkeit allwöchentlich einige Gulden zu verabreichen, damit seine Familie wenigstens vor Hunger geschützt sei. Ueberhalipt gibt sich in dieser Gemeinde eine rege Wohlthätigkeit kund, und ist es nur zu wünschen, daß auch den Anforderungen der Zeit mehr Rechnung getragen und das Mtehrwürdige mit dem Zeitgemäßen zur Verherrlichung des Jndeuthums sich paaren möge. Fveistadtl a♦ d. Waag. Eine circa 200 Familien zählende, recht friedliche Gemeinde, die i'ü dem vor zwei Jahren von Nadndwar dähin berufeNen Rabbiner I. H. Fleißig, einen Mann besitzt, der auch dem Fortschritte des Zeitgeistes huldigt, und üebst seiner thalmüdischen Gelehrtheit mit Toleranz und Liberalität ausgerüstet, bestrebt ist, die Lücken, welche sein früheres Jeschibaleben in den anderen Wiffenschasten übrig ließ, nachträglich auszufüllen und zu ergänzen. Die Gemeinde hat eine orgaUiMe Schule, mir ist ihr noch zu Wünschen, daß sie neben ihren andern schönen Gemeindereälitäten auch noch rin eigenes Schulhaus besitzen möge. Es gehet jedoch, wie ׳Referent vernorümen hat, nunmehr die Gemeinde über energisches Einschreiten des Rabbiners, damit um, diesem Bedürfnisse zu entsprechen. Iteustadtl a. d. Waag. Eine auch in weiten Kreisen ziemlich bekannte bedeutende Gemeinde, die 270 kontributionsfähige und pflichtige Familien zählt, und in Hrn. Josef Weiße einen auf alle ihre Institute und Jnstitutionen wohlthätigen Einfluß ausübenden, klugen, als Schulmann und hebräischen Literaten rühmlich bekannten Rabb. besitzt. Die dortige vierklasflge Hauptschule ist eine der vorzüglichsten unseres Kronlandes, und wird auch die hebr. Sprache daselbst eifrig gepflegt, wie nicht minder das Thalmudstudium durch einen eigens